Range Rover Evoque Facelift (2016): Fahrbericht

Range Rover Evoque Facelift (2016): Fahrbericht

— 10.09.2015

Kultivierter Jungdynamiker

Mit neuen Dieselmotoren, neuem Assistenzpaket und leicht nachgeschärftem Design frischt Land Rover den Range Rover Evoque auf. Fahrbericht!

Gutes Aussehen ist nicht alles – aber ohne gutes Aussehen ist alles nichts. Und beim Range Rover Evoque war die schicke Hülle von Anfang an Kaufgrund Nummer eins. Seit seiner Vorstellung 2011 war der schicke Jungdynamiker Verkaufsschlager der Briten; nie hat Land Rover so viele Exemplare eines Modells in so kurzer Zeit verkauft: knapp 450.000 in knapp vier Jahren – das vermeintliche Strohfeuer entwickelte sich zum Dauerbrenner. Dass das so bleibt, sollen die Änderungen zum neuen Modelljahr sicherstellen.
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Optisch ist es bei der Überholung nur bei Detailschliff geblieben, technisch ändert sich einiges.

Das wichtigste Hardware-Update ist die neue Dieselmotoren-Generation – man kennt sie schon aus dem neuen Jaguar XE. Der neue "Ingenium"-Diesel ist eine eigenständige Entwicklung von Jaguar-Land Rover und löst mit glatten zwei Liter Hubraum den bisherigen 2,2-Liter ab, der auf einer Peugeot-Konstruktion basierte. Ad-Blue-Technik macht die Neukonstruktion Euro-6-kompatibel, die Voll-Alu-Bauweise spart gut 20 Kilo Gewicht und neben dem verringerten Hubraum sorgt eine besonders reibungsarme Konstruktion für reduzierten Verbrauch: ab 4,1 l/100 km und 109 g/km CO2 meldet Land Rover stolz. Zwei Leistungsstufen sind zu haben und es gibt neben zwei unterschiedlichen Allradsystemen auch wieder eine Frontantriebsversion namens eD4, obwohl die bisher in Deutschland keine große Rolle im Verkauf gespielt hatte.

Range Rover Evoque Facelift (Genf 2015): Vorstellung

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110 kW/150 PS bringt die Basisversion in eD4 (Frontantrieb) und TD4 (Allradantrieb), die stärkere Variante mit 132 kw/180 PS ist nur mit Allrad zu haben. Der Fronttriebler kommt immer mit Sechsgangschaltung. Die bemüht sich mit kurzen Schaltwegen um Sportlichkeit – nervt aber Komfortbewusste mit unschönen Winselgeräuschen und die recht schwergängige Kupplung macht im Stau keinen Spaß. Da ist man mit der optionalen Neungangautomatik besser bedient – die kann man für 2350 Euro extra in allen Allrad-Ausstattungsversionen und mit beiden Leistungsstufen haben. Sie arbeitet mit dem neuen 180-PS-Diesel besser zusammen als mit dem bisherigen 2.2 SD4 mit 190 PS, schaltet nicht mehr bei jedem sanften Druck aufs Pedal unnütz zurück – und wenn sie schaltet, kommt der neue Motor zackiger auf Touren als der bisherige und sprintet kernig los. Ob man die 180 PS braucht, ist Geschmackssache; subjektiv ist man mit dem 150-PS-Fronttriebler nicht weniger flott unterwegs – denn auch der zieht kräftig, kultiviert und leise durch.

Agil und komfortabel – das Fahrwerk überzeugt

Im Cockpit gibt es ein neues Infotainmentsystem.

Das überarbeitete Fahrwerk geht flott und agil um die Ecken, vergisst aber dank der variablen (und aufpreispflichtigen) Magnaride-Dämpfer den Komfort nicht. So macht der Evoque auch auf kurvigen Straßen richtig Spaß – die neu abgestimmte Lenkung schafft die Gratwanderung zwischen Direktheit und Nervosität. Erweitert wurde das Angebot an Assistenzsystemen: Spurwechselwarnung mit Vibration und sanftem aktivem Lenkeingriff, automatischer Notbremsassistent und Müdigkeitserkennung lassen den Briten hier zu den deutschen Konkurrenten aufschließen. Im Gelände – Land Rover legt weiterhin viel Wert auf die Offroad-Fähigkeiten – erleichtert das neuartige ATPC-System Ungeübten das Bewältigen schwieriger Passagen: Das ist eine Art Gelände-Tempomat, der die in feinen Schritten vorwählbare Geschwindigkeit unabhängig vom Untergrund bergauf und bergab konstant hält – der Fahrer muss nur noch lenken. Beibehalten wurde die Terrain Response System genannte Straßen- und Geländefahrprogrammsteuerung der Allradversionen. Bei den "Dynamic"-Varianten enthält sie auch ein Straßen-Sportprogramm, das in Automatik, Lenkung und Fahrwerksregelung eingreift.

Sitzprobe Range Rover Evoque

Kräftig nachgerüstet hat Land Rover in Sachen Infotainment und Konnektivität. Das neue, in unterschiedlichen Ausbaustufen lieferbare InControl Touch genannte System bietet W-Lan für bis zu acht Geräte, volle Smartphone-Integration, Echtzeit-Verkehrsinformationen mit Stauprognosen und Umleitungsempfehlungen; die Steuerung funktioniert wie beim Smartphone mit einer Kombination aus Schaltflächen, Touchscreen und Gestensteuerung. Damit lassen sich auch spezifische Apps bedienen.
Außer dem Fünftürer – mit neuer berührungsloser Heckklappenöffnung à la Ford – gibt es in zwei Versionen den besonders heiß gestylten, aber eher unpraktischen Dreitürer namens Coupé, der Verzicht auf die Fondtüren kostet neuerdings immerhin keinen Aufpreis mehr, wenn man gleichwertige Ausstattungen vergleicht. Auf das geplante Cabrio muss man noch bis 2016 warten.

Technische Daten Range Rover Evoque TD4 Automatik Motor: 2,0-Liter Turbodiesel • Leistung 180 PS bei 4000 U/min • maximales Drehmoment 430 Nm bei 1750 U/min • Neungang-Automatikgetriebe • automatischer permanenter Allradantrieb • Durchschnittsverbrauch 4,9–5,1 Liter Diesel/100 km • CO2-Emission 129-135 g/km • Beschleunigung 0-100 km/h in 9,0 Sekunden • Höchstgeschwindigkeit 195 km/h • Preis (mit Automatik) ab 41.550 Euro.
Autor:

Thomas Rönnberg

Fazit

Der neue Motor zieht kräftig und kultiviert, das hat der bisherige aber auch schon gemacht. Verbesserte Sparsamkeit und ein erweitertes Assistenz- und Optionspaket mit Voll-LED-Licht und modernstem Infotainment halten den Evoque fit für die nächsten Jahre – aber machen ihn zum teuren Vergnügen, wenn man alles mitbestellt: Bei 90.000 Euro ist noch nicht Schluss!

Stichworte:

SUV

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