Range Rover Evoque: Test — 19.09.2011
Härtetest für den kleinen Lord
Für sein Design hat der Range Rover Evoque schon viel Lob bekommen. Aber jetzt muss er sich beweisen. AUTO BILD hat dem kleinen Range ordentlich auf den Zahn gefühlt.
Oft läuft es ja so mit neuen Autos: Eine spektakuläre Studie wird auf Messen herumgezeigt, sie wird bestaunt und gelobt. "Genau so bauen wir den", sagt der stolze Hersteller. Jedenfalls bis Realität und Rotstift am Zuge sind. Dieses Duo führt meist zu einem Serienauto, das nur noch vage an die aufsehenerregende Studie von der Autoshow erinnert. Bei
Range Rover lief das offenbar anders. Die auf dem New Yorker Autosalon 2008 vorgestellte Designstudie LRX wurde so erfolgreich von Bedenkenträgern aller Art ferngehalten, dass der neue Evoque praktisch nur an der Außenfarbe und dem Nummernschild vom Messe-Original zu unterscheiden ist. Für alle Nicht-Muttersprachler geben die Briten gern Nachhilfe darin, wie der Name korrekt ausgesprochen wird: Ihwouk. Wer es noch genauer haben will: to evoke bedeutet hervorrufen, heraufbeschwören.
Mit 266 Zentimetern hat der Evoque zwölf Zentimeter mehr Radstand als der Ur-Range-Rover, ist aber ein paar Zentimeter kürzer.
Zur Sache: Böse Zungen sprechen vom Evoque als einem aufwendig verkleideten
Land Rover Freelander, der sich für die Nobelmarke Range als ein ähnlicher Imagekiller wie der
X-Type für
Jaguar erweisen könnte. Zumal der Evoque die Produktionsstätte des X-Type geerbt hat: Halewood bei Liverpool. Doch solche Unkenrufe widerlegt der Evoque schon vor dem Losfahren. Das Interieur des kleinen Range ist hochwertig, stilsicher und sauber verarbeitet. Der Testwagen kam in der einfachsten Ausstattungsvariante Pure, doch von der nutzfahrzeughaften Schlichtheit seines Technikbruders Freelander ist der kleine Range weit entfernt. Wer es edler oder sportlicher mag, kann die Ausstattungslinien Prestige oder Dynamic ordern.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
Der Evoque fährt auch ohne die Aufbrezelei ordentlich. Wie der Freelander und der etwas entfernter verwandte
Ford Kuga (allesamt gemeinsam mit
Focus und
C-Max Kinder der Ford-C-Plattform) ist er im Grund seines Unterbaus ein Fronttriebler mit quer eingebautem Motor. Die Hinterräder kommen bei Bedarf mittels einer hydraulisch betätigten Lamellenkupplung des schwedischen Zulieferers Haldex zum Einsatz. Also fährt sich der Evoque bei normalem Tempo auf griffigem Untergrund auch wie ein Fronttriebler – mit etwas erhöhter Sitzposition. Er untersteuert mild, lehnt sich bei schneller Kurvenfahrt sanft nach außen und ist sonst brav und unauffällig. Nur allzu schnelle, wiederholte Richtungswechsel mag er nicht, dann schaukelt er sich auf, bevor er frühzeitig und recht rüde vom DSC (so heißt der elektronische Schleuderschutz beim Range) eingebremst wird. Die elektrische Servolenkung hält sich dabei zurück: Rückmeldung liefert sie nur ansatzweise.
Während der Evoque auf der Straße ganz gut, aber nicht überragend fährt, spielt er einige seiner Vorzüge abseits asphaltierter Pfade aus. Das aus dem Freelander übernommene "Terrain Response System" ist im Evoque genauso einfach und effizient: Per Knopfdruck sind vier Geländefahrprogramme wählbar, den Rest erledigt der Antrieb selbsttätig. Er leitet das passende Drehmoment nach hinten, bremst durchdrehende Räder einzeln ab und sorgt so dafür, dass der kleine Range selbst dort noch durchkommt, wo die meisten seiner Konkurrenten gar nicht erst hindürfen. Der Vierzylinder-Diesel mit 150 PS ist dabei ein kultivierter und leiser, doch keineswegs überschäumender Partner. Er kämpft erst müde gegen seine Anfahrschwäche, stürmt dann aber ordentlich voran. Nur in den beiden oberen Gängen dämpft die allzu lange Übersetzung sein Temperament. Sparsam ist der Selbstzünder dafür, 7,0 Liter sind ein akzeptabler Testverbauch, zumal der kleine Range schwer ist: 1790 Kilo (leer). Das ist viel für ein Kompakt-SUV – aber wenig für einen richtigen Range Rover.
| Fahrzeugdaten |
Range Rover Evoque TD4 |
| Motor Bauart/Zylinder/Einbaulage |
Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen |
4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb |
Zahnriemen |
| Hubraum |
2179 cm3 |
| kW (PS) bei U/min |
110 (150)/4000 |
| Nm bei U/min |
400/1750 |
| Höchstgeschwindigkeit |
185 km/h |
| Getriebe |
Sechsgang manuell |
| Antrieb |
Allradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten |
Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung |
235/55 R 19 V |
| Radgröße |
8 x 19" |
| Abgas CO2 |
149 g/km |
| Verbrauch* |
6,7/5,2/5,7 l |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte |
60 l/Diesel |
| Anhängelast gebremst/ungebremst |
1800/750 kg |
| Kofferraumvolumen |
575–1445 l |
| Grundpreis |
34.900 Euro |
| * innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km |
| Messwerte |
Range Rover Evoque TD4 |
| Beschleunigung 0–50 km/h |
3,1 s |
| 0–100 km/h |
10,0 s |
| 0–130 km/h |
17,5 s |
| Elastizität 60–100 km/h |
6,5 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h |
12,9 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung |
1790/560 kg |
| Gewichtsverteilung vorn/hinten |
61/39 Prozent |
| Wendekreis links/rechts |
11,6/11,5 m |
| Bremsweg aus 100 km/h kalt |
37,3 m |
| aus 100 km/h warm |
37,9 m |
| Innengeräusch bei 50 km/h |
57 dB (A) |
| bei 100 km/h |
65 dB (A) |
| bei 130 km/h |
72 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 |
7,0 l D – 185 g/km |
| Reichweite |
860 km |
Heinrich Lingner
Fazit
Range Rover läuft nicht in die gleiche Falle wie einst Jaguar mit dem X-Type. Der Evoque muss den Liebhabern der Marke nicht peinlich sein, den Besitzern der großen, teuren Range Rover auch nicht. Und das, obwohl er nur mit Vierzylindermotoren angeboten wird. Sicher: Es gibt praktischere Kompakt-SUVs mit größeren und variableren Laderäumen, die dennoch leichter sind. Und welche mit stärkeren Dieselmotoren und mehr Zylindern. Es gibt auch billigere Angebote in diesem Segment, die ebenfalls sehr hübsch aussehen, und andere, die weniger verbrauchen. Doch das sind alles keine Range Rover. Wertung: Vier von fünf möglichen Sternen.
Kommentare zum Artikel (91)
Erstellt
Inhalt
Funktion
ß íàõîæóñü â ïîèñêå äîñòîéíîãî ëþáîâíèêà, ìíå íåîáõîäèìà ëàñêà è âíèìàíèå, áóäó æäàòü òåáÿ çäåñü:âèäåî çíàêîìñòâà áåç ðåãèñòðàöèèçíàêîìñòâà ìîÿ ñòðàíèöàñåêñ îíëàéí çíàêîìñòâà
ñàéò ñåêñ çíàêîìñòâ òâåðüçíàêîìñòâà äëÿ äðóæáû, ñåêñà è ëþáâèñåêñóàëüíûå çíàêîìñòâà â íîâîñèáèðñêåçíàêîìñòâî ïàðû ñ áèñåêñóàëüíîé äåâóøêîéçíàêîìñòâî ìîçûðü ñåêñ
Land Rover hatte schon bei der Evoque-Studie LRX einen Dieselhybrid angekündigt. Da der PSA-Konzern (hier Peugeot) der Motorenlieferant ist, denke ich es wird der Antrieb aus dem gerade eben angekündigten Peugeot 3008.
Der kann sogar Allrad;-) also echt LR
lese gerade den neuen autokatalog. und bumm, steht da drin es gibt ab 2013 einen evoque dieselhybrid. weiss da irgendwer was von?
an der diskussion bezgl höchstgeschwindigkeit und verbrauch beteilige ich mich nicht, das ist ein deutsches phänomen. wer international ein bissl rumkommt, der kann über diese argumente nur schmunzeln. italien, österreich, schweiz, ungarn, die a8, überall 100 - 130kmh. mit saftigen strafen.
@an jaja
: Bei gleicher Geschwindigkeit verbrauchen Audi und BMW deutlich weniger als der Evoque, je schneller desto größer wird die Lücke zuungunsten des Evoque.
Woher nimmts du denn diese Erkenntnis? Ich kenne nur die Angabe von LR die bei Werten liegt die auch im Artikel genannt wurden. Vom BMW mit dem neuen Motor leigen meines Wissens nach ebenfalls keine Vergleichswerte bei höheren Geschwindigkeiten vor.
Lieber Heinrich! Ich erkenne mich als "böse Zunge" und bekenne mich nach wie vor dazu. Aber wie meinst du es, dass der Evoque „die Unkenrufe widerlegt“? Begeisterung sucht man bei dir auch vergeblich: "brav", „unauffällig", "schaukelnd", "rüde", "müde" und auf der Strasse "nicht überragend". Auf Gelände gut? mit Freelander-Technik! „Stilsicher“ und „sauber“ darf man zum Preis eines A6 erwarten. Zum Markenkiller: Kennst du eine Nobelmarke, deren Image durch die Einführung eines billigeren Massenmodells nobler geworden ist? Mir fallen eher Gegenbeispiele ein.
Danke und Ciao, Paolo Tumminelli