Gebrauchtwagen-Test Range Rover Sport 1

Range Rover Sport 1 Range Rover Sport 1 Range Rover Sport 1

Range Rover Sport 1: Gebrauchtwagen-Test

— 08.03.2016

Range Rover Sport zeigt Schwächen

Mit dem ersten Range Rover Sport wollte die Marke ihr betuliches Image aufpeppen – und zugleich die Qualität verbessern. AUTO BILD macht den Secondhand-Check und benennt die Schwächen.

Und? Operation gelungen? Zu einem dynamischeren Image hat der Range Rover Sport der Marke Land Rover tatsächlich verholfen. Und das, obwohl dieser erste "Sportler" der Briten mit über 2,6 Tonnen Leergewicht fast genauso schwer geraten ist wie der größere, echte Range Rover. Das liegt an seinem Aufbau, der die preiswertere, aber eben bleischwere Stahlbasis des Land Rover Discovery 3 nutzt. Die seit 2013 gefertigte zweite Generation des Range Rover Sport greift hingegen auf das Alu-­Gerippe des Range Rover zurück, was über 200 Kilogramm spart. Und die Qualität? Hier haben die Briten einen Quantensprung geschafft. Hauptsächlich durch die automatisierte Fertigung im Land-­Rover­-Stammwerk im britischen Solihull verringerten sich die durch menschliche Unzulänglichkeiten verursachten Mängel wie Undichtigkeiten und Korrosion. Das gilt auch für Elektrikprobleme. Ein zuverlässiger Zweitwagen ist nun nicht mehr unbedingt notwendig.

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Die Luftfederung birgt heftige Reparaturrisiken

Bei der Besichtigung sollte man jede wählbare Fahrzeughöhe ausprobieren und dann von außen die Karosserie auf Schieflage prüfen.

Trotzdem bleiben noch genügend Baustellen beim Range Rover Sport 1 übrig, auf die Gebrauchtwagenkäufer achten sollten. Beginnen wir mit der Luftfederung. Die war – anders als bei anderen Geländewagen – beim Range Rover Sport unverzichtbar, weil durch die Konstruktion der Radaufhängungen und der Bodengruppe arg wenig Bodenfreiheit übrig bleibt, wenn das Auto seine Normalhöhe einnimmt: nur 160 mm. Durch die Höheneinstellung fährt der Brite dann immerhin auf 190 mm hoch, ab der großen Modellpflege 2009 auf einigermaßen standesgemäße 210 mm. Doch die Luftfederung birgt heftige Reparaturrisiken. Vor einer Probefahrt sehe man sich deshalb das ausgesuchte Exemplar aus allen möglichen Perspektiven und aus mindestens 10 bis 20 Meter Entfernung an. Schiefstand? Das ist selten harmlos. Ursachen dafür können defekte Ventilblöcke, Höhensensoren, Luftbälge oder gar ein Defekt am teuren elektrischen Luftkompressor sein. Der sollte leise vor dem linken Hinterrad surren. Aber nur bis das Auto die vom Fahrer vorgewählte Höhe erreicht hat. Bei der Besichtigung sollte man sich die Zeit nehmen, jede (!) wählbare Fahrzeughöhe auszuprobieren und anschließend von außen wieder die Karosserie auf Schieflage zu prüfen. Bei der Probefahrt zudem ebenfalls mit der Höheneinstellung spielen und dabei auf Fehlermeldungen im Display achten.

Range Rover Sport 1: Gebrauchtwagen-Test

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Die Benziner sind wieder einmal unproblematischer

Beim Gasgeben zwitschert und pfeift es? Das liegt meist an einem blasenden, weil verzogenen Auspuffkrümmer – eine teure Angelegenheit.

Geräusche beim Fahren verraten viel. Poltern beim Überfahren von Kanaldeckeln? Kommt von den häufig vorzeitig schon nach 50.000 km verschlissenen Stabilisatorlagerungen, den Koppelstangen des Fahrwerks oder den unteren Querlenkerbuchsen. Sie hören während der Fahrt kein Poltern, sondern ein Singen? Das könnte von einem der Achsdifferenziale kommen, die ab 100.000 km schon mal vorzeitig nach Reparatur verlangen. Oder ist es mehr so ein Zwitschern und Pfeifen, vornehmlich beim Gasgeben? Das liegt dann seltener an einem Turbolader der Dieselmotoren, sondern eher an einem blasenden, weil verzogenen Auspuffkrümmer. Klingt harmlos, kann aber mehrere tausend Euro kosten. Neue Krümmer sind nicht billig, und selbst wenn man die alten plant und wiederverwendet, wird dabei in den Land-Rover­-Werkstätten häufig die komplette Karosserie vom Rahmen und damit auch vom Motor getrennt, um besser an die Krümmer und ihre häufig ausgerissenen Stehbolzen zu kommen. Das gilt in erster Linie für den wunderbar sanft laufenden V8-­Diesel. Die Benziner sind wieder einmal unproblematischer, umgehen auch das leidige Thema Dieselrußfilter, das auf Kurzstrecken bisweilen für Verdruss sorgt.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Mit den Land­-Rover­-Werkstätten sind immerhin 73 Prozent der Fragebogeneinsender zufrieden. Das war schon mal schlimmer. Die Markentreue der Besitzer ist nach wie vor sensationell: 60 Prozent sprechen vom Wiederkauf, dazu kommen zehn Prozent, die bei der Marke bleiben, aber auf den großen Range Rover oder den Discovery Sport umsteigen. Land Rover hat's gut.

Alle Bilder zum Test finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Autor: Martin Braun

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