Range Rover Sport am Pikes Peak: Fahrbericht

— 01.07.2013

Gipfelstürmer am Pikes Peak

Wie schlägt sich der 510 PS starke Range Rover Sport am Pikes Peak? Wir sind die berühmte Rennstrecke bis ins Ziel auf 4300 Meter Höhe gefahren.

Die Touristen brauchen normalerweise eine gute Stunde, und mehr als 40 km/h haben sie dabei nicht auf der Uhr. Doch als Profi-Rennfahrer Paul Dallenbach mit dem neuen Range Rover Sport den Pikes Peak erobert hat, war er ein bisschen schneller. Viel schneller sogar. Immerhin hat er die 19,9 Kilometer auf den 4301 Meter hohen Gipfel mit einem Schnitt von 95,23 km/h geschafft und binnen 12:35:61 Minuten den bisherigen Rekord für Serienfahrzeuge auf der berühmtesten Bergstrecke der Welt pulverisiert. Damit war er erste Wahl für das offizielle Pace Car.

Bilder: Loeb mit neuem Rekord am Peak

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Das ist jetzt vier Wochen her und heute steht der Range Rover V8 Supercharged schon wieder am Fuß des Hügels. Diesmal dürfen wir selbst ans Steuer und ausprobieren, ob der neue Range Rover Sport seinem Namen wirklich alle Ehre macht. Also klettern wir in den nachgerüsteten Käfig, schnallen die Hosenträgergurte um und rollen den Highway 24 hinauf in die Rocky Mountains. Unbehelligt passiert der Range die Mautstation der Ranger, an der die normalen Besucher stolze 40 Dollar pro Auto für die Fahrt auf Amerikas meistbesuchten Berg abdrücken, und mit großen Ohren genießen wir den Sound des fünf Liter großen Achtzylinders, der hier in Amerika und erst recht am Rennwochenende noch zu den leisen Motoren zählt. Zumindest, solange man das Gaspedal nur sachte streichelt.

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Video: Rekord-SUV

Der Gipfelsturm im Video

Doch an der Startlinie bläst Sir Range beim ersten Gasstoß alle Zweifel davon: Selbst wenn der öffentliche Verkehr zwischen Training und Rennen den Elan des Roten Riesen ein wenig einbremst, schreitet er mächtig aus. 510 PS und bis zu 625 Newtonmeter – da macht sich der trotz seines Fastenerfolgs noch immer 2,3 Tonnen schwere Range Rover ganz, ganz leicht. Nicht umsonst schafft er den Sprint von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden und knackt als erster seiner Art die 250 km/h-Marke. Daran ist hier und heute natürlich nicht zu denken. Denn vor ihm liegen nicht nur 19,9 Kilometer bis zum Gipfel, sondern auch rund 1500 Höhenmeter – und vor allem 156 Kurven. Aber dort genießt man jedes der 400 Kilo, das die neue Alu-Bauweise eingespart hat: Man merkt die scharfe und präzise Lenkung, lernt schon nach den ersten drei, vier Turns die gegenüber dem konventionellen Range Rover deutlich tiefere Sitzposition und den besseren Halt in den großen Sesseln zu schätzen, und vor allem spürt man den Eingriff des Torque Vectorings und die Arbeit des Sperrdifferentials. So dreht sich der englische Koloss fast von selbst in die Kurven. Und weil jetzt weniger Kilos auf den Achsen lasten, beißen vor jeder Kehre auch die Bremsen fester zu, so dass der Gurt immer enger wird.

Pikes Peak 2013: Loeb mit neuem Rekord am Peak

Ungewohntes Bild: Im noblen Range Rover Sport wählen die Kunden meist keinen Überrollkäfig als Extra.

Was man dagegen kaum spürt, ist der Leistungsverlust in der dünnen Höhenluft. Weil der Kompressor in der Höhe lange nicht so viel Sauerstoff in den Motor bläst wie unten im Tal, büßt der V8 auf der Strecke zum Gipfel etwa 20 bis 25 Prozent seiner Leistung ein. Doch bei 510 PS hat er ja genügend Reserven. Während der Fahrer beim Gipfelsturm so langsam kurzatmig wird und mit aller macht der Schweiß aus den Poren drängt, geht dem Range Rover mitnichten die Puste aus. Die Reifen sind vielleicht ein bisschen wärmer, die Bremsen riechen ein wenig, die Lüfter laufen auf Hochtouren und der Auspuff knistert ein bisschen. Doch oben auf dem Gipfelplateau fühlt er sich an, als wäre man nur mal eben zum Starbucks um die Ecke gerollt. Doch wenn draußen im Augenwinkel Gilly's Corner, Glen Cove, Devil's Playground oder der Cog Cut vorbeifliegen, man endlich die Baumgrenze unter sich gelassen hat und man in der roten Geröllwüste mit viel zu hohem Tempo auf dem schmalen Band zwischen den letzten Schneewehen links und dem gähnenden Abgrund rechts balanciert, fühlt man sich selbst ohne Helm und Rennanzug fast wie Monsieur Loeb bei seinem Höllenritt in den Himmel von Colorado. Nur dass der am Ende halt noch ein bisschen schneller war.

Range Rover Sport: Fahrbericht

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Autor: Thomas Geiger

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