Range Rover Sport: Fahrbericht

Range Rover Sport Range Rover Sport Cockpit

Range Rover Sport: Fahrbericht

— 13.12.2013

Englands coolster Sportler

Mit besonders coolem Design und stärker betonter Onroad-Performance nimmt der neue Range Rover Sport Cayenne & Co ins Visier. Wir sagen Ihnen, wie er sich fährt.

Eigentlich ist Sport ja gesund – und es liegt im Trend, seinen Körper in Ordnung zu halten. Nur ist es halt leider so unbequem, seine Muskeln zu quälen; und auch nicht so richtig cool, verschwitzt und außer Atem aus den feuchten Laufschuhen zu steigen. Ähnlich ist es mit den Sportwagen. Freilich macht es Spaß, andere Leute auszubeschleunigen oder launig über gewundene Bergstraßen zu wetzen. Nur muss man sich in diesen Autos halt so uncool zusammenfalten, nimmt die Landschaft aus der untergeordneten Perspektive eines Dackels wahr und bringt oft noch nicht einmal das nötigste Handgepäck unter. Deshalb erfand man das Golfspiel, das eine gewisse körperliche Betätigung ohne unstandesgemäße Transpiration ermöglicht. Und man erfand fahrleistungsstarke SUVs, die flottes Vorankommen ohne entwürdigende Einsteigeprozeduren erlauben. Land Rover ist schon seit 2005 in diesem Marktsegment vertreten; da erschien der erste Range Rover Sport – die technische Basis teilte er sich damals noch mit dem Land Rover Discovery. Die Nachfolgegeneration, Verkaufsstart 20.
September, sollte nach dem Willen des Herstellers "mehr Sport" und "mehr Range Rover" sein.

Cooles Design und volle Offroad-Fähigkeit

Im Range Rover Sport: Das wohltuend schlichte Cockpit spart mit Tasten.

Entwickelt wurde der neue Range Rover Sport parallel zum Ende letzten Jahres erschienenen neuen Range Rover der vierten Generation; daher hat er einige grundlegende technische Lösungen mit seinem großen Bruder gemein. Die wichtigste ist sicherlich die Vollaluminium-Architektur der Karosserie. Nicht nur die Außenhaut, auch die tragende Struktur ist aus Leichtmetall; einen separaten Rahmen gibt es nicht mehr. Das spart Gewicht – und zwar richtig. Die Basisversion mit V6-Turbodiesel wiegt über 420 Kilogramm weniger als der Vorgänger. Das spürt man; nicht nur im Gelände, wo auch der Neue seinen sportlichen Konkurrenten eine aufwendige Antriebssteuerung mit unterschiedlichen Geländeprogrammen und ein um fette 185 mm höheneinstellbares Fahrwerk voraus hat. Sondern auch im Kurvenhandling und bei den Fahrleistungen.

Das Abspecken hat dem Handling sehr gut getan

Der neue Range Rover Sport ist kein nervöser Zappelphilipp, legt hohes Tempo, wenn es denn gefordert wird, eher gelassen vor. Aber er folgt der Lenkung ungleich agiler als sein Vorgänger, vermeidet stures Untersteuern, lässt sich im erstaunlich hoch angesiedelten Grenzbereich durchaus mit dem Gaspedal lenken. Das ist auch ein Verdienst der Torque-Vectoring-Funktion an der Hinterachse, verfügbar in der höchsten Ausbaustufe des Allradsystem-Baukastens. Besonders eindrucksvoll erfahren lassen sich die Möglichkeiten des aufwendigen Fahrwerks, das neben der adaptiven Luftfederung auch über eine aktive Dämpfereinstellung und aktive Wankstabilisierung verfügt, mit dem stärksten der vorerst drei lieferbaren Motoren: dem 510 PS starken Kompressor-V8. Mit imposanter Spontanität reagiert der Fünfliter auf Gaspedalbewegungen; das Stakkato des Motorklangs lässt wohlige Schauer den Rücken hinunterlaufen, der in den mit liebevoll gestepptem Leder bezogenen Sessel gedrückt wird.

Das Stakkato des V8 geht richtig unter die Haut

Viele Funktionen wurden sinnigerweise ins Touchscreen-Menüs verlagert.

Die Hunderter-Marke ist, verspricht der Hersteller, in 5,2 Sekunden erreicht; das erscheint glaubhaft. Doch wichtiger für das Gefühl der Überlegenheit ist der nahezu übergangslose Tempowechsel: Die eigentliche Beschleunigung, etwa beim Überholen, nimmt subjektiv kaum Zeit in Anspruch; und der Tempoabbau erfolgt mit den vier riesigen Brembo-Bremsen ebenso rabiat. Kurz: Der Brite fährt sich in vielerlei Hinsicht ähnlich wie ein Sportwagen, bleibt aber dabei immer noch den Markenwerten treu: Er federt anständig, bietet ausreichend Platz für vier Expressreisende – und dazu einen so geschmackssicheren Stil, dass andere Sport-SUVs dagegen beinahe profan wirken.
Range Rover Sport 3.0 TDV6 3.0 SDV6 5.0 V8 Supercharged
Motor V6-Zyl.-Turbodiesel V8-Zyl.-Kompr.-Benziner
Hubraum 2993 cm3 4999 cm3
Leistung bei 1/min 190 kW<br>
(258 PS)/4000
215 kW<br>
(292 PS)/4000
375 kW<br>
(510 PS)/6000–6500
Drehmoment bei 1/min 600 Nm bei 2000 625 Nm bei 2500–5500
Abgasnorm Euro 5 Euro 5
Radaufhängungen Einzelradaufhängung, Luftfederung v. u. h.
Reifengröße (Basis) 235/65 R 19 255/55 R 20 275/45 R 21
Getriebe Achtstufen-Wandlerautomatik; a. W. mit Geländeuntersetzung
Antrieb; Kraftverteilung Allrad permanent m. Zentraldiff.;<br>
v:h 42:58; mit Geländuntersetzung v:h 50:50
Länge/Breite/Höhe; Radstand 4850/1983/1780 mm; 2923 mm
Geländewert max. Bodenfreiheit 285 mm; Böschungswinkel v/h 33°/31;<br>
Rampenwinkel 27°; Wattiefe 850 mm
Laderaumvolumen/Wendekreis 784–1761 l/12,6 m
Leergewicht/Zuladung 2115/885 kg 2310/740 kg
Anhängelast gebr./ungebr. 3500/750 kg
Beschleunigung 0–100 km/h 7,6 s 7,2 s 5,3 s
Höchstgeschwindigkeit 209 km/h 209 (a.W. 222) km/h 225 (a.W. 250) km/h
Normverbrauch, Kraftstoff 7,4 l D/100 km 7,6 l D/100 km 12,8 l S/100 km
Norm-CO2-Ausstoß 194 g/km 199 g/km 298 g/km
Preise: (S) 59.600 Euro (SE) 69.500 Euro (HSE DYN) 88.300 Euro

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Autor: Thomas Rönnberg

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