Fahrbericht Range Rover SVAutobiography

Range Rover SVAutobiography im Test: Fahrbericht

— 27.01.2016

Jenseits von edel

Mehr geht immer – das beweist der Range Rover SVAutobiography. Im großen Engländer gibt es Luxus satt. AUTO BILD hat schon mal Platz genommen.

Bentley hat uns den Bentayga beschert. Rolls-Royce arbeitet am SUV im Phantom-Format. Lamborghini verpflanzt seine Kampfstier-Gene in den Urus Crossover. Da kann und will Range Rover nicht zurückstehen. Mit SVAutobiography nimmt jetzt auch die Mutter aller englischen SUVs ganz locker die 200.000 Euro-Hürde. Zum Preis von zwei RR HSE bekommt man einen SVAutobiography mit langem Radstand und 550 PS-Kompressormotor.

Den Grundpreis dürften nur wenige Käufer bezahlen

Jenseits von edel kommt Luxus: Im SVAutobiography bleiben absolut keine Wünsche offen.

Der kostet zwar "nur" 196.000 Euro, aber dabei dürfte es nicht bleiben, denn der Furchenadel gönnt sich gerne einen Kofferraumboden aus Holz (3468 Euro) oder das Event-Sitzsystem mit zwei zusätzlichen Stühlen auf dem nach unten wegschwingenden Teil der Heckklappe (7344 Euro). Auch der Preis für das Zweifarb-Blechkleid ist mit 11.934 Euro nicht unbedingt wohlfeil – außer man vergleicht ihn mit der noch höheren Summe, die für eine Lackierung nach Farbmuster fällig ist. Warum über 45.000 Euro mehr ausgeben für mehr Ausstattung, mehr Blingbling, noch mehr Leder und eine Armada von Stellmotoren, die uns (fast) jeden Handgriff abnimmt? "Weil es einen Markt dafür gibt", antwortet John Edwards, Chef der Special Vehicle Operation (SVO). Einen Markt für flächendeckend Kuhhaut von Poltrona Frau, eigenständige Nahtbilder auf Sitzen und Türtafeln, poliertes Edelholz satt, Champagnerbar und vier Einzelsitze, die nach Wunsch heizen, belüften oder massieren.
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Bei Bedarf geht es im Range mit Dampf nach vorne

Wahnsinn: Der Fünfliter-V8 schiebt den 2,5 Tonnen schweren Trumm in 5,5 Sekunden auf 100 km/h.

Die belederte Tachonadel ist leider der Umstellung auf Digital-Instrumente zum Opfer gefallen. Im Fond der Version mit langem Radstand reicht der Platz zum Zwergenwerfen. Leider entspricht der Federungskomfort nur bedingt den hohen Erwartungen, denn den optionalen 22-Zöllern und dem ohne Komfortmodus angetretenen Adaptivfahrwerk fehlt es an der erhofften Grundgeschmeidigkeit. Obwohl der V8 Diesel gut zum Range Rover passt, wählen die meisten SVA-Kunden den trinkfreudigen 5,0 Liter-Benziner, der trotz 40 Mehr-PS kaum besser geht als das Basistriebwerk. Wer der Tankuhr bei der Arbeit zuschauen will, der sollte über eine längere Strecke die Spitze von 250 km/h austesten. Oder den 2523 Kilo schweren und 5199 Millimater langen Kantenhauber öfter mal in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Notizen am Rande: die Rückfahrkamera besitzt ihre eigene Waschdüse, das neue Infotainment arbeitet jetzt endlich deutlich schneller, das 1700 Watt-Soundsystem ist Herr über 29 Lautsprecher.

Aus der Sicht des Kutschers verhält sich der SVA freilich auch nicht anders als das nur halb so teure Grundmodell: viel Dampf, eher träges Handling, ordentliche Bremsen, sauber angebundene Lenkung, auf bestimmten Oberflächen ausgeprägte Aufbaubewegungen.

Fahrbericht Range Rover SVAutobiography


Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Ihre Lordschaft ist teuer gekleidet, hat beste Manieren und fährt als SVAutobiography seinen Image-Bonus hohen Hauptes spazieren wie einen Heiligenschein. Doch wer nicht repräsentieren muss, ist mit einem Range von der Stange kaum schlechter bedient.

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