Rassismus in der Formel 1

Mercedes F1-Fahrerparade McLaren-Mercedes MP4-23

Rassismus in der Formel 1

— 06.02.2008

Haug stützt Hamilton

Spanische F1-Fans haben Lewis Hamilton mit rassistischen Äußerungen angegriffen – und Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist entsetzt. Auch die FIA hat sich eingeschaltet.

Nach dem Rassismus-Skandal von Barcelona fordert Mercedes-Sportchef Norbert Haug ein entschiedenes Vorgehen und vor allem Schutz für seinen Fahrer Lewis Hamilton. "Spanien ist  aufgefordert, dieses Minderheitenproblem schnellstens in den Griff zu bekommen. Ich hoffe, dass dies kein Thema mehr ist, wenn wir im April dort Rennen fahren", sagte Haug. Der Große Preis von Spanien findet am 27. April 2008 auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas statt. Wütende Fans hatten Vize-Weltmeister Hamilton bei Testfahrten in Barcelona wegen dessen Hautfarbe übel beleidigt und von der Tribüne immer wieder Gegenstände Richtung McLaren-Mercedes -Garage geworfen. Die Spanier machen den 23-jährigen Briten und dessen Rennstall für den verpassten WM-Titel ihres Landsmannes Fernando Alonso 2007 verantwortlich. Für diese Haltung hat Haug absolut kein Verständnis. "Lewis Hamilton hat Fernando Alonso nichts, aber auch gar nichts angetan. Das einzige, was er vielleicht gemacht hat, war, dass er Alonso auf der Rennstrecke fair herausgefordert und das eine oder andere Mal auch geschlagen hat", sagte der Mercedes-Sportchef. Wer mit Niederlagen nicht umgehen könne, der sei in der Formel 1 fehl am Platz. Hamilton hatte in einer ersten Stellungnahme klargestellt, dass er zu keinem Zeitpunkt versucht habe, "Fernando absichtlich zu schaden. Aber der Kampf war sehr hart, und mein Image in Spanien wurde schwer beschädigt", sagte der 23-Jährige. Alonso hat die Silberpfeile nach nur einem Jahr inzwischen verlassen und ist zu Renault zurückgekehrt, wo er 2005 und 2006 den WM-Titel gewann.

Keine Hooligan-Problematik

Von der Tribüne aus wurden immer wieder Gegenstände in die Mercedes-Garage geworfen.

Haug reagierte mit Abscheu und Entsetzen auf die Entgleisungen der Fans. "Dieses Verhalten ist in keinster Weise zu akzeptieren. Das hat im Sport nichts verloren, und so etwas hat im Motorsport keine Heimat", sagte der Sportchef. Haug wies aber trotz der "schockierenden Bilder aus Barcelona" darauf hin, dass die Formel 1 kein Hooligan-Problem habe. Man dürfe jetzt nicht den Fehler machen und das als eine Massenbewegung sehen. Das sei das Fehlverhalten einiger weniger gewesen, "die hoffentlich schnell zur Rechenschaft gezogen werden". Der Automobil-Weltverband FIA hat sich inzwischen eingeschaltet und den Spaniern mit harten Strafen gedroht, sollten sich derartige Dinge wiederholen. Schlimmstenfalls droht Barcelona der Verlust des Rennens. Doch so weit soll es laut Haug nicht kommen: "Es muss alles getan werden, damit sich so etwas nicht wiederholt. Heute ist es Lewis Hamilton und morgen jemand anders."

Null Toleranz

Hamilton gab die Antwort auf der Strecke: An allen Testtagen ließ er Alonso deutlich hinter sich.

Die FIA hat vom spanischen Motorsport-Verband RFE bereits einen Bericht angefordert. Die Rennstreckenbetreiber haben sich in einem Schreiben entschuldigt und in sechs Punkten ihr Bedauern über die Vorfälle zum Ausdruck gebracht. Diese "Fans" seien Idioten, die den Sport in Verruf gebracht haben, hieß es. Es werde im Hinblick auf die Rennen in Barcelona und Valencia (24. August 2008) null Toleranz bei derartigen Auswüchsen geben, teilten die Verantwortlichen mit. Haug begrüßt ein entschiedenes Vorgehen, der spanische Motorsport-Verband und die Strecken-Bosse seien jetzt gefordert. Die Silberpfeile werden vor dem Saisonstart am 16. März 2008 in Melbourne vom 12. bis 14. Februar und vom 25. bis 27. Februar erneut in Barcelona testen.

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