Ratgeber Autobeladung

Ratgeber Autobeladung

— 11.08.2009

Das ist wirklich erlaubt

Diese Kiste gehört aufs Dach. Nein, natürlich gehört sie nicht aufs Dach, aber sie dürfte. Zumindest von der Größe her. Die Ausmaße einer möglichen Dachladung beeindrucken. AUTO BILD sagt, was vernünftig geht.

Eigentlich ist es bei jeder Urlaubsreise wieder so: Strandmatten, Windschutz, Luftmatratze und Spielsachen für die Kleinen – alles muss ins Auto. Und dann noch die Koffer mit den ganzen Klamotten. Ein- bis zweimal im Jahr wird so der Familienwagen zum Reisebus. Problematisch. Schließlich ist der Platz begrenzt, die erlaubte Zuladung liegt bei den meisten Autos nur bei maximal 600 Kilo. Damit es bei Ihnen im Auto nicht klemmt, vier Pack-Regeln von AUTO BILD:
• Was muss wirklich mit? Bietet der Vermieter eine Ferienhütte mit Fahrrädern, Bettwäsche und Strandzubehör an, kann vieles zu Hause bleiben.
• Auch am Urlaubsort gibt es preiswerte Supermärkte. 20 Dosen Ravioli und eine Palette Vollmilch kosten unnötig Platz.
• Man kann nicht auf alles vorbereitet sein, zehn Hosen für zwei Wochen sind sieben zu viel.
• Das Auto einen Tag vor der Abreise beladen. Fehlt Platz, noch schnell eine Dachbox besorgen. Wichtig: Schwere Gepäckstücke immer sichern, sonst werden sie bei einem Unfall zu gefährlichen Geschossen im Auto.

Vor der Beladung

In den Fahrzeugpapieren stehen alle Angaben zur Beladung. Leider ist das Leergewicht oft nicht korrekt angegeben, hier hilft nur wiegen.

Gerade in der Urlaubszeit kein seltenes Bild: Vollgepackte Kombis schleifen eine Handbreit über dem Asphalt. Überladen. Am Ende droht die Zwangsräumung durch die Polizei, ein Bußgeld bis zu 235 Euro und drei Punkte in Flensburg. Unnötig. Im Fahrzeugschein steht, wie viel erlaubt ist:
Unter F.1: zulässige Gesamtmasse, mehr darf das bepackte Auto inkl. Passagieren nicht wiegen (1). G: Leergewicht. Vorsicht, Extras ab Werk sind oft nicht berücksichtigt, das Auto ist schwerer als angegeben (2).
7.1 und 7.2: maximale Achslast, wichtig für die Gewichtsverteilung (3).
O.1 Anhängelast gebremst (4).
O.2 Anhängelast ungebremst (5). Die beiden Werte geben an, wie viel ein Anhänger inklusive Ladung wiegen darf.

Vor der Abfahrt

Wird die Familienkutsche für die Urlaubsfahrt zum Lastesel, muss der Wagen den besonderen Bedingungen angepasst werden. Wichtig: den Reifendruck bei kalten Reifen prüfen. Wer dies erst auf der Autobahn macht, misst einen zu hohen Wert – jetzt auf keinen Fall Luft ablassen. Falsch eingestellte Scheinwerfer bemerkt man spätestens, wenn sich der Gegenverkehr geblendet fühlt und deshalb ständig die Lichthupe betätigt. Mit dem Drehrädchen neben dem Lenkrad lassen sich die Scheinwerfer zur Straße neigen.

Zubehör für die Ladung

Der Autozubehörhandel bietet sinnvolle Hilfsmittel für den sicheren Transport auf der Ladefläche. Egal ob große Hunde oder schwere Koffer mit auf die Reise gehen sollen.

Während der Fahrt

Fährt auf dem Dach eine schwere Box mit oder ein Fahrradträger am Heck, verändert sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs und damit das Fahrverhalten. Grundsätzlich gilt, je schwerer der Wagen beladen ist, desto niedriger sollte die Reisegeschwindigkeit ausfallen, besonders auf kurvigen Strecken ist Vorsicht angebracht. Wichtig: Das schwerste Gepäck immer möglichst niedrig und möglichst weit nach vorn in den Kofferraum des Fahrzeugs legen.

* Die erlaubte Dachlast, meist 70 bis 100 kg, darf nicht überschritten werden; § 22 gibt weitere Bedingungen für die maximale Größe eines Fahrzeugs an.

Diese Autos haben kein ESP

ESP-Pflicht für alle: Doch der elektronische Schleuderschutz hat sich noch immer nicht bei allen Herstellern und Modellen durchgesetzt.

AUTO BILD hat schon zigmal gefordert: ESP-Pflicht für alle Neuwagen. Doch der elektronische Schleuderschutz hat sich noch immer nicht bei allen Herstellern und Modellen durchgesetzt. Wer diese Fahrzeuge bestellt, muss auf ein ESP verzichten: Chevrolet Matiz, Aveo, Lacetti, Nubira; Citroën Berlingo First; Dacia Logan, Sandero; Daihatsu Cuore, Copen; Fiat Doblò; Ford Ranger, Turneo; Lada Kalina, Priora, Niva; Land Rover Defender; Mazda BT50; Nissan NP 300 Pick-up, Patrol, Navara; Opel Combo; Renault Clio Campus, Kangoo Campus; Subaru Justy; Suzuki Jimny; Toyota Hiace. Vorsicht, auch viele Basismodelle bieten kein ESP.
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

Die Versuchung, die letzte freie Lücke im Auto mit Gepäck vollzustopfen, ist groß. Unnötig. Ich nehme mir Zeit fürs Packen, mache drei Tage vor Abfahrt eine Liste mit allen Dingen, die ich mitnehmen möchte. Meine Erfahrung: Kleidung hat man immer zu viel. Und fehlt tatsächlich mal ein T-Shirt, kann man es am Urlaubsort problemlos kaufen. Viel wichtiger ist es, an Dinge zu denken, die nicht so einfach zu ersetzen sind. Das können zum Beispiel eine gute Taschenlampe, Ersatzbatterien oder der Zweitschlüssel fürs Auto sein. Für Fahrräder gilt: Oft ist es nicht teurer, die Räder vor Ort zu leihen, schließlich steigt der Verbrauch unterwegs.

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