Ratgeber Autokauf

Autokauf – Ihr Recht im Autohaus

Ratgeber Autokauf

— 18.07.2007

Ihr Recht im Autohaus

Der Neue ist da! Meistens ein Grund für ungetrübte Freude – manchmal aber auch nicht. Dann greifen die Regeln für Pech und Pannen beim Autokauf.

"Erst wurde mein neues Auto geliefert – und dann ging der Ärger richtig los ..." So ungefähr beginnen Schreiben an den AUTO BILD Kummerkasten, wenn sich Leser Luft machen über die Probleme mit ihrem neuen Wagen. Die können schon anfangen, bevor der überhaupt geliefert ist. Also gilt es, sich als Käufer schlauzumachen über die Rechte und Pflichten beim Autokauf: Wird die Bestellung für einen Wagen vom Verkäufer angenommen, gilt sie auch. Einfach kostenlos stornieren, etwa weil das Geld überraschend doch nicht zusammenkommt, kann sie der Käufer nicht. Will er das doch, stehen dem Verkäufer 15 Prozent des Preises als Schadenersatz zu – ein schlechtes Geschäft. Kostenlos zu stornieren klappt deshalb nur, wenn der Händler aus Kulanz zustimmt. Überzieht der Verkäufer den unverbindlichen Liefertermin um sechs Wochen, kann ihm der Käufer schriftlich eine angemessene Nachfrist, etwa 14 Tage, zur Lieferung setzen.

Preisänderung in der Lieferzeit

Wird auch in dieser Frist nicht geliefert, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Er kann dem Lieferanten auch den Schaden durch die Verspätung in Rechnung stellen, sofern der Lieferant diese verschuldet hat, etwa die Kosten für einen Mietwagen. Erhöht der Hersteller in der Lieferzeit den Preis, kann der Verkäufer die Preiserhöhung weitergeben. Voraussetzung: Eine Lieferfrist von mehr als vier Monaten wurde vereinbart, und der Verkäufer hat eine entsprechende Klausel in seinen Bedingungen. Eine Preissenkung dagegen muss der Verkäufer nicht weitergeben. Das Auto steht zwar wie vereinbart zur Abholung beim Händler bereit, es hat aber einen Mangel. Etwa einen Schaden vom Transport, oder ihm fehlt ein bestelltes Ausstattungsdetail. Dann entspricht der Wagen nicht der im Vertrag vereinbarten Beschaffenheit.

Die Mängel am Auto treten später auf



Folge: Der Käufer muss dieses Exemplar nicht abnehmen. Er kann stattdessen die Lieferung eines mängelfreien Wagens verlangen. Alternativ kann der Käufer mit dem Händler auch eine Kaufpreisminderung vereinbaren. Dabei geht der Händler wegen des Mangels am Wagen mit dem Kaufpreis nachträglich herunter. Diese Preisminderung kann auch greifen, wenn der Händler zugleich einen Blech- oder Lackschaden repariert.
Treten Mängel erst nach Abnahme auf, also in der zweijährigen Gewährleistungsfrist oder der Garantiezeit des Herstellers, muss der Käufer dem Händler Gelegenheit zur Nachbesserung geben. Stellt der den Mangel in zwei Versuchen nicht ab, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Für die Autonutzung werden aber Abzüge von der Erstattung fällig. Übliche Formel: 0,67 Prozent vom Preis, multipliziert mit den je 1000 gefahrenen Kilometern. Der Rat von AUTO BILD-Redakteur Roland Bunke: "Ein mangelhafter Neuwagen sollte besser erst gar nicht abgenommen werden."

Autor: Roland Bunke

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.