Ratgeber Autokauf

— 28.05.2008

Vorsicht auf der Probefahrt

Ob vom Händler oder von Privat gekauft, eine ausgiebige Probefahrt vor dem Kauf muss sein. Damit die erfolgreich verläuft, sollten folgende Regeln beachtet werden.



Mal schnell auf Probefahrt ums Eck? Achtung: Das kann auch schiefgehen. Und teuer werden. Eine Probefahrt sollten Sie nicht antreten: • Wenn der Händler keine schriftliche Probefahrtvereinbarung zur Unterschrift vorlegt. Darin sind Zeitraum, maximale Kilometer, Kostenübernahme für den Kraftstoff sowie die Versicherung geregelt. • Wenn der Verkäufer für den Wagen keine Papiere vorlegt. • Wenn der Verkäufer Schäden am Auto vor Fahrtantritt nicht festhalten will. • Wenn Händler oder Privatverkäufer Ihren Wunsch ablehnen, mit dem Wagen auf Ihre Kosten zu einem Gebrauchtwagencheck bei DEKRA oder TÜV zu fahren. • Wenn TÜV- und AU-Fristen überzogen sind. • Wenn der Wagen gravierende, sichtbare Sicherheitsmängel hat (abgefahrene Reifen, defekte Beleuchtung). Dafür muss auch der Fahrer Bußgeld zahlen. Alles klar? Auf der Probefahrt gilt: • Probefahrt-Protokoll erstellen. Eine ausführliche Checkliste gibt es hier zum kostenlosen Download. • Die Probefahrt sollte möglichst zu zweit erfolgen. Einer fährt, der andere hakt das Protokoll ab. Autolaien sollten als Partner einen Bekannten mitnehmen, der sich mit Autos auskennt.

Bei Sicherheitsmängeln Probefahrt absagen

• Verkehrsregeln beachten, Bußgelder landen über den Halter beim Fahrer. • Die Fahrt sollte so lange dauern, dass der Wagen warm wird und durch Stadt sowie über Land führen. • Auf Mängel sollte der Verkäufer sofort angesprochen werden. Im Zweifel vereinbaren, diese in einer Werkstatt überprüfen zu lassen. Doch auch der Verkäufer muss einige Punkte unbedingt beachten. Nicht zu einer Probefahrt herausgeben sollte er seinen Wagen: • Wenn der Interessent keinen Führerschein sowie Personalausweis vorlegen kann, keine Adresse und Telefonnummer nennt. • Wenn er es ablehnt, seine Angaben überprüfen zu lassen. • Wenn ein unbekannter Interessent darauf besteht, ohne den Verkäufer zu fahren. Denn kommt ein Probefahrer nicht zurück, gilt das Auto für die Versicherung als unterschlagen. Die Folge ist bitter, denn die Kasko zahlt dann nicht.

So läuft es mit der Versicherung

• Haftpflichtschäden gehen auf die Police des Händlers, weil der Kaufinteressent ein "berechtigter Fahrer" ist. • Der Interessent darf auch darauf vertrauen, dass ein Händlerauto vollkaskoversichert ist (OLG Koblenz, Az. 12 U 1360/01). • Die Zahlung einer Selbstbeteiligung in der Kasko darf der Händler aber fordern; die Höhe vor Fahtrantritt prüfen. • Die Kasko gilt aber nur bei Schäden durch einfache Fahrlässigkeit (üblicher Unfall). Bei grober Fahrlässigkeit (etwa Fahren unter Alkoholeinfluss) haftet der Fahrer voll. • Einen Schaden an einem Privatwagen muss der Probefahrer zahlen. Deshalb sollte er sich mit einer formlosen schriftlichen Vereinbarung von dieser Haftung befreien. • Der Verkäufer muss prüfen, ob der Interessent einen gültigen Führerschein hat. Versäumt er dies, zahlt seine Vollkasko nicht. • Das droht auch, wenn der Halter gegen seine Versicherungsbedingungen verstößt (Fahrerkreis, Mindestalter), also einem nicht berechtigten Interessenten das Auto überlässt.

Autor: Roland Bunke



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