Ratgeber Fahrzeugtechnik

Ratgeber Fahrzeugtechnik: Häufigste Merkmale bei Schäden Ratgeber Fahrzeugtechnik: Häufigste Merkmale bei Schäden

Ratgeber Fahrzeugtechnik

— 10.10.2007

Nichts hören und sehen ...

... kommt teuer zu stehen. Wer die Hilferufe seines Autos ignoriert, riskiert teure Schäden. Viele Autofahrer hören aus Angst vor teuren Reparaturen weg und handeln damit äußerst leichtsinnig.

Knister, knarrr, schepper ... Nicht nur der Motor brummt – ein Auto ist ein Orchester mit vielen Musikern. Doch in die Symphonie mischen sich ab und zu Misstöne. Da gibt es die harmlosen wie knisternde Verkleidungen oder pfeifende Dichtungen. Ärgerlich, aber nicht gefährlich. Mitunter sorgen aber verstimmte Instrumente für böse Disharmonien. Stimmen nämlich Fahrwerk, Bremsen oder Bereifung mit falschen Tönen in die Musik ein, heißt es aufmerksam hingehört. Nicht weggehört, wie es viele Autofahrer aus Angst vor teuren Werkstattrechnungen tun. Leichtsinn: Kommt es zum Bruch an Fahrwerk, Bremsen und Co, ist die Verkehrssicherheit des Autos gefährdet und ein Unfall programmiert.

Fehler an den Reifen: Häufiges Merkmal ist ein unruhiges Abrollen der Räder.

Zusätzlich droht Ärger vom Gesetzgeber. Denn laut StVO und StVZO liegt die Verantwortung für die Verkehrssicherheit des Autos beim Fahrer. Wird von der Polizei ein sicherheitsrelevanter Mangel festgestellt, drohen ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro und drei Punkte. Da hilft auch keine gültige TÜV-Plakette am Fahrzeugheck. Verschleppte Reparaturen sind aber nicht nur gefährlich, sondern auch besonders teuer. Beispiel: Belastet eine Unwucht am Reifen das Fahrwerk, erhöht sich an den Gelenken der Verschleiß. Ergebnis: statt Reifen auswuchten (circa zehn Euro) Gelenke tauschen (circa 200 Euro).
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Schäden am Fahrwerk

MERKMALE: Auto schwingt über Bodenwellen lange nach, die Fahreigenschaften sind schlechter. FEHLER: Stoßdämpfer defekt. WAS TUN? Ein Stoßdämpfer-Test, zum Beispiel bei TÜV oder DEKRA, gibt Auskunft über den Zustand der Dämpfer. Sind sie verschlissen, hilft nur der Austausch. MERKMALE: Poltern auf unebenen Strecken. FEHLER: Koppelstangen/Buchsen am Stabilisator ausgeschlagen. WAS TUN? Der Stabilisator reduziert das Wanken bei Kurvenfahrten, hat Einfluss aufs Untersteuern beziehungsweise Übersteuern. Defekte Koppelstangen tauschen. MERKMALE: Knacken beim Anfahren und Überfahren von Unebenheiten. Fehler: Kugelgelenk am Achslager ausgeschlagen. WAS TUN? Bricht die Kugel aus dem Gelenk, ist ein Unfall programmiert. Aus diesem Grund unbedingt zum Austausch in die Werkstatt.

MERKMALE: Ein mahlendes Geräusch im Bereich der Räder. FEHLER: Radlager verschlissen. WAS TUN? In der Mitte der Bremstrommel sitzt eine Fettkappe zum Schutz des Radlagers vor Schmutz. Auf Beschädigungen achten, Radlager in der Werkstatt tauschen lassen. MERKMALE: Knacken bei Lastwechsel, besonders in Kurven. FEHLER: Antriebswellengelenk verschlissen. WAS TUN? Die Gummimanschette ist mit Fett gefüllt, schützt das Gelenk. Rissige Manschette auswechseln, defektes Gelenk tauschen lassen. MERKMALE: Fahrzeug steht schief, Knacken bei Unebenheiten. FEHLER: Gebrochene Fahrwerkfeder. WAS IST ZU MACHEN? Die Fahreigenschaften verschlechtern sich massiv, eine gebrochene Feder muss umgehend in der Werkstatt getauscht werden.

Fehler an den Reifen

MERKMALE: Surrende Abrollgeräusche zu hören. FEHLER: Sägezahnbildung im Reifenprofil. WAS TUN? Die Sägezahnbildung ist auf der nicht angetriebenen Achse stärker. Ein achsgleicher Austausch der Reifen sorgt für gleichmäßigen Verschleiß.

MERKMALE: Lenkradflattern, häufig bei 80 bis 120 km/h. FEHLER: Rad falsch oder nicht ausgewuchtet. WAS TUN? Das Flattern erhöht den Verschleiß und verschlechtert die Fahreigenschaften. Reifen von Werkstatt oder Reifendienst auswuchten lassen.

MERKMALE: Unruhiges Abrollen der Räder. FEHLER: Höhenschlag, Stand- oder Bremsplatten. WAS TUN? Bei Bremsplatten Reifen tauschen. Bei Höhenschlag hilft es häufig, den Reifen neu zu montieren. Standplatten verschwinden in der Regel von selbst.

Fehler an der Bremse

MERKMALE: Beim Bremsen pulsiert das Pedal, Zittern im Lenkrad. FEHLER: Seitenschlag in der Bremsscheibe. WAS TUN? Manchmal ist es nur Rost auf der Radnabe, der für eine schief sitzende Bremsscheibe sorgt. Hier reicht Entrosten. Bei Seitenschlag muss die Werkstatt ran.

MERKMALE: Bremse schleift, macht quietschende Geräusche. FEHLER: Schwergängige Bremsmechanik. WAS TUN? Werkstatt muss die Bremse zerlegen, reinigen und bewegliche Teile schmieren, in der Regel sollten Beläge gleich mit gewechselt werden.

MERKMALE: Schepperndes oder schleifendes Geräusch. FEHLER: Abdeckblech lose oder verbogen. WAS TUN? Durch Wackeln am Blech lässt sich feststellen, ob sich die Abdeckung gelöst hat. Schrauben auf festen Sitz kontrollieren, gegebenenfalls nachziehen.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens

Aus kleinen Defekten können gefährliche und teure Folgeschäden entstehen. Grundsätzlich gilt: Fängt das Lenkrad an zu zittern, bremst der Wagen anders als gewohnt oder kommen merkwürdige Geräusche von Vorder- oder Hinterachse, ist die Verkehrssicherheit des Autos gefährdet, der Wagen ein Fall für die Werkstatt. Um zumindest die Kosten klein zu halten, gilt: Preise vergleichen, nach Möglichkeit einen Reparatur-Festpreis mit der Werkstatt vereinbaren.

Autor: Bernd Volkens

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