Ratgeber Lackpflege

Ratgeber Lackpflege

— 08.05.2009

Der Angriff der Tiere

Achtung, Attacke: von Mardern, Vögeln und Pulvinaria vulgaris, der Gemeinen Napfschildlaus. Ganz schön fies, der Angriff der Tiere. Wer die Tipps von AUTO BILD beherzigt und sein Auto immer sauber hält, fährt besser.

Wachen Sie morgens auch bei geöffnetem Fenster auf? Einfach herrlich! Sie zwitschern so schön, sie trällern ihre Liedchen, diese possierlichen Tierchen, diese süßen Vögelchen. Hört doch auf! Das sind genau die Flatterviecher, die unsere Autos vollka..., na, Sie wissen schon. Da stellt man sich samstags hin, dreht das Radio auf, Fußballreportage, greift zwei Stunden lang zu Eimer und Schwamm und verwöhnt seinen blechernen Traum. Und dann, wenn der Lack glänzt wie eine Speckschwarte, dann kommen sie. Wie bei Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Die Vögel". Patsch! Klatsch! Fieser Kot auf Haube und Dach. So ein Mist! Taube, Spatz und Schwalbe sind nicht die einzigen Lebewesen, die es auf unsere Autos abgesehen haben.

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Kabel, Schläuche, Filzmatten dem Marder schmeckt es gut

Für Autofahrer ist der Marder ein Raubtier, das Kabel und Schläuche durchbeißt.

Der Angriff der Tiere gerade jetzt ist er bedrohlich. Oder haben Sie noch nie was von der Pulvinaria regalis gehört, der Wolligen Napfschildlaus? Sie überzieht Autos, die unter von ihr befallenen Bäumen parken, mit unzähligen kleinen, weißen Punkten. Das Resultat: klebrige Pampe! Oder der Steinmarder. Er legt sich ins dunkle, warme Nest. Nur leider befindet sich das genau unter der Motorhaube. Dort knabbert der kleine Autohasser alles an, was eigentlich gar nicht schmeckt: Kabel, Schläuche, Filzmatten. Wer dann die teure Bescherung sieht, kann sich über die vielen Mücken und Fliegen, die an der geöffneten Motorhaube kleben, gar nicht mehr aufregen. Der Angriff der Tiere. Für Lack und Technik ist er gefährlich. AUTO BILD sagt, was Sie jetzt tun müssen.

1. Die Linde, die Läuse, der Lack

Grundausstattung: Autoshampoo sowie feinen Schwamm und Leder.

Vor Ihrem Haus steht eine Linde, richtig groß, schön grün? Seien Sie ein guter Nachbar, überlassen Sie Ihren Mitbewohnern den Parkplatz unter der Linde! Denn wenn der Wagen dort ein paar Tage steht, hat sich auf dem Lack eine fiese, klebrige Masse ausgebreitet: Honigtau! Streng genommen gilt: Überall dort, wo Blätter sind, können auch Läuse sitzen. Die verteilen ihren Kleister auf dem Lack, sind daher Autofahrers Plagegeister. Unser Tipp: Nicht unter Bäumen parken, lieber ein paar Meter laufen. Und was, wenn der Läusekleister schon auf dem Lack klebt? Da hilft nur eines: Ab in die Waschanlage! Die Scheibenwischer brauchen sogar eine Sonderbehandlung: abnehmen, eine Zeit lang in warmes Wasser legen, anschließend mit einem weichen Lappen abwischen. Sonst gibts beim nächsten Einsatz Schlieren auf der Scheibe.

2. So ein Mist, dieser Vogeldreck

Man könnte ja das Gefühl haben, die machen das extra. Amsel, Drossel, Fink und Star feuern ihren Kot auf unsere wehrlosen Autos. Dann heißt es: Schnell weg mit dem Vogeldreck, sonst bleibt ein Fleck. Frischer Kot lässt sich leicht mit viel Wasser abwischen. Aber nach einigen Tagen wird's brenzlig, dann frisst der Mist den Lack an. Hier hilft nur noch eine Polier-Prozedur, erst mit Lackreiniger, dann mit Hochglanz-Politur.

3. Macht die Fliege, ihr Mücken!

Sie wollen einfach nicht abgehen. Da kommt der Wagen frisch aus der Waschanlage, und trotzdem haben die vielen Mücken an der Fahrzeugfront noch immer nicht die Fliege gemacht. Da hilft nur eins: die Chemie-Keule in Form von Insekten-Entferner aus der Sprühflasche. Egal ob vor der Hand- oder Maschinenwäsche. Haben sich viele Mücken oder Fliegen auf Motorhaube oder Kühlergrill versammelt, die betreffenden Stellen vor der Wäsche mit Insekten-Entferner behandeln. AUTO BILD hat verschiedene Produkte getestet. Der Sieger: Insekten-Entferner von Sonax, 500 ml gibts für etwa sechs Euro. Übrigens: Unbedingt die Einwirkzeit beachten und die Viecher nur mit einem weichen Schwamm und viel Wasser abwischen, sonst gibt's Kratzer.

4. Der Kerl hat scharfe Zähne

Frühlingszeit ist Marderzeit. Wenns warm wird, steckt das zwei Kilo leichte Raubtier sein Revier neu ab. Und wehe, im Motorraum hat ein fremder Artgenosse schon seine Duftnote hinterlassen! Dann zerkratzt oder zerbeißt der Marder alles, was ihm in den Weg kommt: Filzmatten, Kabel, Schläuche. Und was tun Autobesitzer? Sie sind so einfallsreich wie Daniel Düsentrieb. Hängen Säckchen mit Hunde- und Katzenhaaren in den Motorraum. Oder schieben Gitter unter die Vorderachse. Versuchen ihre Karossen mit Klosteinen oder Mottenkugeln zu schützen, wollen das kleine Raubtier sogar per Ultraschall vertreiben. Was das alles nutzt? Auf lange Sicht nichts bis gar nichts. AUTO BILD hat das probiert. Aber auch eine Lösung entdeckt: Dauerhaft vertreiben nur Stromschläge den Marder. Stromführende Metallplatten sollen die kleinen Beißer vertreiben. Preise der Bausätze: 65 bis 120 Euro, Infos unter kuk-schuster.de oder mardersicher.de. Übrigens: Oft zahlt bei Marderschäden die Teilkasko, manche Versicherungen bieten für solche Schäden gesonderte Policen an.

5. Milbenalarm in Ihrem Auto

Wahnsinn, was da hochkommt: Milben sieht man nur unter der Lupe.

Haben Sie mal mit der hohlen Hand auf Ihren Autositz geklopft? Unfassbar, was da alles hochfliegt, dieser Staub, dieser Dreck. Wenn das alles wäre! Im Sitz hocken auch Milben. Für die ist das Auto das wahre Paradies, schließlich ernähren sie sich von Hautschuppenpartikeln. Die Milben selbst sind nicht das Problem, sondern ihr Kot. Der ruft allergische Reaktionen hervor: Asthma, Heuschnupfen. Die Lösung? Ganz klar: regelmäßig die Polster absaugen. Dann verschwinden zumindest Hautschuppen und Kot. Doch die Milben selbst sind hartnäckige Tierchen, sie krallen sich im Polster fest und überleben den Staubsauger. Allergiker sollten sich hin und wieder eine professionelle Innenreinigung für etwa 120 Euro leisten. Auch gut: Textilspray aus Neembaumsamen. Das tötet Milben ohne Nebenwirkungen zuverlässig ab. Infos unter neemshop.de.

6. Hatschi! Fiese Keime im Wagen

Entschuldigung, die Allergie. Ganz schön gefährlich ist das. Ein Nieser bei Tempo 50 bedeutet 13 Meter Blindflug. Aber was soll man machen? Fenster zu, Dach zu! Das wäre schon mal ein Anfang. Aber erst mit dem richtigen Filter wird das Auto zur heuschnupfenfreien Zone. Sperren Sie die Pollen aus! Wie das geht? Ein Pollenfilter muss her. Wo er nicht serienmäßig an Bord ist, lässt er sich nachrüsten, je nach Autotyp gehts im Zubehör für 'nen Zehner los. Ist er serienmäßig an Bord? Dann sollte der Pollenfilter einmal im Jahr getauscht werden am besten gegen einen Aktivkohlefilter (ab 25 Euro). Vorteil dieser Filter: Sie halten auch gasförmige Schadstoffe wie Ozon, Benzol oder Stickstoffdioxid zurück. Den Austausch des Filters schafft jeder in 20 Minuten. Allergiker können mit einem Desinfektionsspray (15 bis 20 Euro, Zubehör) übrigens die Keime in der Klimaanlage reduzieren.

7. Achtung, schwere Brocken!

Jetzt sind Reh, Hase und Wildschwein unterwegs – gefährlich für Autofahrer.

Sie überqueren in der Dunkelheit die Straße, tragen gerade jetzt im Frühling Kämpfe um ihr Revier aus oder sind auf Futtersuche. Reh, Hase und Wildschwein sind unterwegs gefährlich für Autofahrer. Denn Wildunfälle haben oft schwere Folgen. Schon bei einem Aufprall mit 50 km/h entwickelt ein Wildtier das 25-fache seines Eigengewichts an Aufprallenergie. Heißt: 20 Kilo Reh drücken mit einer halben Tonne ins Blech, 120 Kilo Wildschwein mit drei Tonnen. Was tun? Vollbremsung, laut hupen, abblenden. Ist Ausweichen nicht mehr möglich: Ein Zusammenstoß mit Wild ist ungefährlicher als mit einem Baum.
Andreas May

Andreas May

Fazit

Vogelkot, Lindenkleister, Mücken und Milben – ganz schön fies, der Angriff der Tiere. Wer unsere Tipps beherzigt und sein Auto immer sauber hält, fährt besser. 

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