Ratgeber Navigationsgeräte — 12.09.2008
Was Billig-Navis taugen
Navigationsgeräte für weniger als 100 Euro – das ist doch alles Murks. Eben nicht: Wir haben zwei billige Wegweiser getestet und fanden sie durchaus zielführend. Bis auf ein paar wirklich nur kleine Haken waren die zwei durchaus überzeugend.
NavGear: ab 60 Euro – da kann man nicht meckern
Der kleine Street Mate GP 35.3 D/A/CH von NavGear hat es in sich. Das 3,5-Zoll-Display zeigt die Karten klar und deutlich, dabei warnt er vor Tempoüberschreitung, zeigt Manöver weit im voraus und warnt auch vor Radaranlagen. Kurze Routen berechnet das Gerät recht schnell, nur bei längeren Strecken braucht es etwas. Satelliten findet Street Mate nach Tunneln innerhalb von drei Sekunden wieder. Die Zieleingabe klappt weitgehend unkompliziert. Nur gelegentlich muss man dabei tricksen: Einige Straßen findet er nicht über die Stadtsuche, sondern erst nach Eingabe eines Stadtteils. Dafür wurde der Street Mate GP 35.3 von uns abgewertet. Die Sprachausgabe lässt sich über das Display (Untermenü) und ein Drehrad am Gehäuse regeln. Neben dem Schlagerpreis ein großes Plus: Der Street Mate lässt sich sehr stark personalisieren. Hinweis: Pearl verkauft statt der getesteten Basisversion für 74,50 Euro inzwischen ein Gerät mit POI in 3D-Ansicht. Statt 99 Euro kostet es bei idealo bereits nur rund 60 Euro.| Wertung NavGear | |
|---|---|
| Hersteller | Pearl |
| Gerät | GP 35.3 |
| Preis | 74,50 Euro 1) |
| Wertung | |
| Funktionen | 3,40 |
| Bedienung | 2,10 |
| Navigation | 2,10 |
| Darstellung | 2,20 |
| Kartenmaterial | 3,00 |
| Sicherheit | 2,30 |
| Service | 2,60 |
| Zwischennote | 2,80 |
| Aufwertung | – |
| Abwertung | 0,10 2) |
| Testergebnis | 2,62 |
| Preisurteil | günstig |
| Plus: Preis, gute Orientierung, schnell bei Kurzstreckenrouting und Fehlerkorrektur. | |
| Minus: einige Straßen schwer zu finden, kein Netzteil, langsames Langstreckenrouting | |
| 1) Nachfolgemodell für 60–99 Euro, 2) wegen teilweise problematischer Straßeneingabe | |
| Fazit: Ein gutes, personalisierbares Gerät mit einfacher Bedienung plus Zusatzfunktionen zum Schlagerpreis. | |
Ö-Navi: der Gratis-Lotse aus dem Telefonbuch
Sie haben ein Bluetooth-Handy oder eins mit eingebauter GPS-Antenne? Dann sollten Sie beim kostenlosen "Ö-Navi" vom Telefonbuch "Das Örtliche" zuschlagen. Karten einfach bei oe-navi aufs Handy laden, schon ist das Ö-Navi startbereit. Hat das Mobiltelefon keine GPS-Antenne, müssen Sie nur noch die GPS-Maus via Bluetooth koppeln, dann sind Sie auch startklar. Haken bei dieser Version: Die GPS-Maus kostet rund 70 Euro extra. Ansonsten gilt: Die Gratis-Software ist übersichtlich gestaltet, alle Telefonanschlüsse Deutschlands sind verzeichnet. Steht dazu im Telefonbuch eine Adresse, kann sie als Ziel ausgewählt werden. Beispiel Restaurant-Suche: Stadt und Namen eingeben, Suche starten und als Ziel festlegen. Bei der GPS-Maus nicht dabei: eine Autohalterung (ab 15 Euro) und ein Autoladekabel fürs Handy (rund 10 Euro). Sinnvoll, denn die Zielführung frisst Akku-Laufzeit. Für die GPS-Maus ist zudem eine zweite Stromquelle nötig. Routeninfos zu Staus oder Behinderungen holt sich das Handy aber nur gegen Gebühr vom Zentralrechner. Die richtet sich nach dem Telefonvertrag und der Datenmenge.| Wertung Ö-Navi | |
|---|---|
| Hersteller | Telefonbuch |
| Gerät | Ö-Navi |
| Preis | 70 Euro 3) |
| Wertung | |
| Funktionen | 3,30 |
| Bedienung | 2,70 |
| Navigation | 2,10 |
| Darstellung | 2,00 |
| Kartenmaterial | 2,00 |
| Sicherheit | 4,00 |
| Service | 3,00 |
| Zwischennote | 2,72 |
| Aufwertung | – |
| Abwertung | 0,20 4) |
| Testergebnis | 2,92 |
| Preisurteil | günstig |
| Plus: Preis, Übersichtlichkeit, Berechnungszeit, Kartenaktualität, Anzahl möglicher POI | |
| Minus: kein Halter und kein Ladekabel fürs Handy, Routeninfos (Stau) kosten extra | |
| 3) nur für GPS-Maus bei Handy ohne eingebaute GPS-Antenne, 4) wegen fehlendem Navihalter und Autoladekabel | |
| Fazit: Innovative Lösung, nur die Mankos bei der Stromversorgung sowie bei den Stauinfos trüben das Bild. | |
Fazit von Redakteur Stefan Szych
Billig kann sich richtig lohnen: Gut und billig? Fast. Kleine Haken gibt es auch bei diesen Lösungen. Aber wirklich nur kleine. Etwa der fehlende Autohalter fürs Ö-Navi oder die schwierige Straßeneingabe beim GP 35.3. Grundsätzlkch gilt aber: Was nichts oder wenig kostet, muss nicht schlecht sein. Ein genauer Blick lohnt sich.Tipp: gebrauchte Navis
Wer ein günstiges Navi sucht, findet auf Anhieb bei Ebay oder Amazon gebrauchte Geräte. Darauf müssen Sie achten:• Kartenupdates. Für einige Modelle gibt es keine neuen Karten mehr. Tipp: Fragen Sie bei den Hotlines der Navi-Hesteller nach.
• Alte Geräte enthalten auch alte Karten. Ein Update kann nicht nur schwierig werden, sondern auch teurer als ein neues Gerät.
• Problemfall Akku: Die Lithium-Ionen-Akkus altern, machen nach zwei bis drei Jahren schlapp. Dann kann der Lotse nur noch mit Kabel im Auto genutzt werden.
• Beim Kauf wird oft getrickst: SD-Karten mit den digitalen Karten oder PINs für Freischaltungen werden extra berechnet. Oder die Lieferung ist unvollständig, Ladekabel, Auto-Halter oder Karten-CD werden vergessen.

































