Ratgeber Pflege

— 15.06.2009

15 Tipps für ein langes Autoleben

Eine Fahrzeugreparatur kann richtig ins Geld gehen. Ärgerlich und oft auch unnötig, wer sich an diese Tipps hält, schont die Fahrzeugtechnik und spart teure Werkstattbesuche.



Hilfe, die Werkstattrechnung! Ein paar Hundert Euro werden in vielen Fällen selbst bei kurzen Besuchen fällig. Kein Wunder, denn der Zwischenstopp an der Hebebühne kostet im Schnitt 65 Euro die Stunde. Ärgerlich und oft auch unnötig, denn viele teure Pannen lassen sich durch preiswerte Pflege- und Wartungsarbeiten verhindern. Wichtigster Tipp: Symptome niemals ignorieren, denn defekte Autoteile reparieren sich nicht von allein. Fängt eine Bremse das Schleifen an oder ein Riemen das Quietschen – ab in die Werkstatt. Schleift erst Metall auf Metall sind Bremscheiben hinüber und ein abgerissener Keilriemen kann sogar den Hitzetod eines Motors verursachen. Also besser regelmäßig zur Inspektion fahren – und unsere 15 Tipps beachten.

Pflege

1. Lack schützen: Das Sonnenlicht, Insektenreste und Vogelkotattacken beanspruchen den Lack im Alltag. Durch eine Politur mit Wachs wird er geschützt.
Gefahr: Ungepflegter Lack mindert den Fahrzeugwert.
Abhilfe:
Zwei- bis dreimal im Jahr Wachs auftragen.
Tipp:
Perlt Wasser in runden Tropfen, ist der Lackschutz okay.

2. Lack schützen: Fahren Sie viel auf der Autobahn? Dann sollten Sie die Fahrzeugfront Ihres Autos genau untersuchen. Kleine, vom Vordermann hochgeschleuderte Steinchen beschädigen den Lack an Hauben- und Kotflügelspitzen. Eine durchsichtige Klebefolie aus dem Zubehör bietet Schutz.
Gefahr:
Lackabplatzer lassen das Blech rosten.
Abhilfe:
Eine Schutzfolie schützt die Fahrzeugfront.

3. Hohlräume versiegeln:
Eigentlich sollte der Korrosionsschutz bei modernen Autos okay sein. Unsere Untersuchungen mit dem Endoskop zeigen aber immer wieder, dass es noch besser ginge. Wer ein Liebhaberfahrzeug besitzt, sollte die Hohlräume mit einem Endoskop kontrollieren lassen und wenn nötig, Wachs oder Fett zum Schutz einbringen.
Gefahr:
Hohlräume rosten von innen nach außen.
Abhilfe:
Einbringen von Fett oder Wachs.

4. Kunststoffe pflegen: Kunststoffe altern durch Umwelteinflüsse, reagieren empfindlich auf ungeeignete Reiniger. Vorsicht bei Produkten auf Basis von mineralischen Ölen und Mitteln mit hohem Schleifmittelanteil, denn sie können Gummi und Plastik beschädigen.
Gefahr: Umwelteinflüsse machen den Kunststoff brüchig
Abhilfe:
Regelmäßig Pflegemittel auftragen
Tipp:
In der Sonne schützt ein Tuch das Armaturenbrett

5. Regelmäßig reinigen: Wichtig beim Waschstraßenbesuch: Mit einem Hochdruckreiniger vorwaschen, Schmutz aus den versteckten Ecken, etwa im Kotflügel, spülen.
Gefahr:
Schmutznester sind Rostmagnete.
Abhilfe:
Ecken und Hohlräume säubern.
Tipp:
Der Sauger an der Tankstelle holt Laub aus den Ecke.

Technik

6. Motoröl kontrollieren: Leuchtet die Warnleuchte im Cockpit, ist es allerhöchste Eisenbahn, Öl nachzufüllen. Denn sie reagiert erst, wenn der Ölstand weit unter dem Minimum liegt.
Gefahr:
Motorschaden durch fehlende Schmierung.
Abhilfe:
Ölkontrolle alle 14 Tage und vor langen Fahrten.
Tipp:
Öl vom Discounter ist preiswerter als an der Tankstelle.

7. Zahnriemen wechseln: Das Tückische am Zahnriemen: Der Hersteller gibt eine Wechselempfehlung, doch wenn der Riemen vorher reißt, gibt es vom Autobauer eine Kostenerstattung nur mit Kulanz. Ausnahme: Der Wagen ist noch in der Garantie. Aus diesem Grund sollten die Wartungsvorgaben zum Zahnriemen peinlich genau eingehalten werden.
Gefahr:
Motorschaden nach Abriss.
Abhilfe:
Regelmäßig prüfen, Wechselintervalle einhalten.

8. Reifendruck: Einen schlappen Reifen erkennen? Selbst geübte Fahrer bemerken einen schleichenden Plattfuß oft erst, wenn es zu spät ist. Fehlt Luft, kann sich ein Reifen bei hohem Tempo auf der Autobahn sehr stark erwärmen. Ablösungen an den Reifenflanken oder der Lauffläche drohen – Lebensgefahr!
Gefahr:
Beschädigung der Reifenflanke, Reifenplatzer.
Abhilfe:
Druckkontrolle alle 14 Tage und vor langen Fahrten.

9. Klimanalage
kontrollieren: Eigentlich ist die Klimaanlage ein geschlossenes System, tatsächlich verduften aber rund zehn Prozent Kältemittel pro Jahr aus der Anlage. Zusätzlich verschleißt der Trockner, er sollte alle drei Jahre gewechselt werden.
Gefahr: Teurer Kompressorschaden.
Abhilfe:
Alle drei Jahre zum Klima-Check.

10. Reparaturstau vermeiden: Verdreckte Filter oder ein poröser Mehrrippenriemen: Mehrverbrauch bis vorzeitiger Motortod können die Folgen fehlender Wartung sein. Und: Spätestens bei Mängeln an Bremsen oder Fahrwerk verweigert der Prüfer die HU-Plakette.
Gefahr:
Teure Folgeschäden durch mangelnde Wartung.
Abhilfe:
Kleine Schäden ernst nehmen.

Fahren

11. Kurzstrecke vermeiden: Im Kaltstartbetrieb ist nicht nur der Lagerverschleiß hoch, das Öl kommt nicht auf Temperatur. Die Folge: Kraftstoff und Kondenswasser sammeln sich im Öl.
Gefahr: Kraftstoff und Wasser sammeln sich im Motoröl.
Abhilfe:
Ölwechselintervalle verkürzen.
Tipp: Weiße Ablagerung am Öldeckel zeigt: Im Öl ist Wasser.

12. Kantstein vorsichtig befahren: Fachleute sprechen von einem Reifengedächtnis: Wird das Gummi schlecht behandelt oder mit zu wenig Luft gefahren, entsteht ein kaum zu erkennender Schaden im Reifenaufbau. Der führt früher oder später zum Defekt.
Gefahr:
Versteckte Schäden führen zu Reifenplatzern.
Abhilfe:
Langsam und sehr vorsichtig auffahren.

13. Motor warm fahren: Wird bei einem kalten Motor Vollgas verlangt, steigt der Verschleiß stark an. Gut: Eine Wassertemperatur von 90 Grad, das Öl sollte mindestens 75 Grad Celsius haben. Gerade Motoröl braucht lange, um auf Temperatur zu kommen. Problem: Viele moderne Autos besitzen weder Öl- noch Wassertemperaturanzeige.
Gefahr:
Schlecht geschmierte Lager, hoher Motorverschleiß.
Abhilfe:
Keine hohen Drehzahlen auf den ersten Kilometern.

14. Gelassen schalten: Ständig parkt der linke Fuß auf dem Kupplungspedal, sorgt für ein Schleifen der Beläge. Beim Schalten werden die Gänge reingerissen, dass es nur so kratzt und kracht. Ergebnis: Die Kupplung hält keine 15.000 Kilometer, der Verschleiß im Getriebe ist extrem hoch.
Gefahr:
Hoher Kupplungs- und Getriebeverschleiß.
Abhilfe:
Sauber und ohne Hektik kuppeln und schalten.

15. Abstand halten: Es wird Grün: Sprint bis zur nächsten roten Ampel. Da voll in die Eisen und dann wieder los. Wer so fährt, hat einen deutlich erhöhten Verschleiß an Bremsen und Antriebsstrang.
Gefahr:
Hoher Verschleiß am Antriebsstrang.
Abhilfe:
Vorausschauend fahren, Tempo anpassen.
Tipp:
Durch vorausschauendes, gelassenes Fahren lassen sich zusätzlich bis zu 30 Prozent Kraftstoff spare.
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

Der beste Vermeider einer Reparatur sind Sie selbst. Wer täglich mit dem eigenen Auto fährt, kennt jedes Geräusch und merkt Veränderungen. Dann heißt es, zu reagieren und Fehler beheben zu lassen, bevor es teuer wird.



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