Ratgeber: Was tun, wenn es im Auto brennt?

Ratgeber "Feuer im Auto" Ratgeber "Feuer im Auto"

Ratgeber "Feuer im Auto"

— 27.07.2007

Was tun, wenn's brenzlig wird?

Egal ob durch einen Kurzschluss in der Elektrik oder eine undichte Kraftstoffleitung – brennt es im Auto, heißt es: Ruhe bewahren. Doch wie viel Zeit bleibt wirklich? AUTO BILD stoppte die Minuten.

Feuer! Nichts wie raus aus der Kiste und weg in Sicherheit. Mal ehrlich, wer würde anders reagieren? Schließlich fliegt das Auto gleich in die Luft. Kennen wir doch alle aus dem Kino. Und wer von uns hat schon Nerven wie Bruce Willis? Aber das ist Hollywood und nicht Hemme in Dithmarschen. Hier an der Nordseeküste begleiten wir eine Übung der freiwilligen Feuerwehr. Wir sind neugierig, wollen wissen, wie viel Zeit wirklich bleibt, bis es für die Autoinsassen brandgefährlich wird. Unser feuriges Testmodell: ein VW Golf II. Erste Erkenntnis: Es ist gar nicht so einfach, ein Auto anzustecken. Der mit Benzin getränkte Lappen im Tankstutzen geht einfach aus. Sauerstoffmangel. Macht nichts. Schließlich wollen wir einen typischen Fahrzeugbrand aufgrund eines technischen Defekts am Golf simulieren. Und der beginnt in der Regel im Motorraum. Benzingetränkte Lappen zwischen Kabel und Kraftstoffleitungen stecken – und schon findet das Feuer ausreichend Futter. Das Ergebnis – Schritt für Schritt in unserer Bildergalerie zu sehen – zeigt: Es bleibt genug Zeit für einen geordneten Rückzug aus dem brennenden Auto.

Zu keinem Zeitpunkt gibt es eine große, alles zerstörende Explosion

Genau genommen lange neun Minuten – erst dann ist der Innenraum so weit verqualmt, dass alle Insassen raus sein sollten. Aber selbst jetzt lassen sich die Flammen mit einem Auto-Feuerlöscher ersticken. Erst nach zwölf Minuten wird das Feuer zu heiß für den kleinen Pulver-Löscher. Die wichtigste Erkenntnis: Zu keinem Zeitpunkt gibt es eine große, alles zerstörende Explosion. Es knallt zwar, erst die Reifen (15. Minute), dann die Dämpfer der Heckklappe (18. Minute). Das ist nicht ungefährlich, aber auch nicht lebensgefährlich – trotzdem immer genügend Abstand halten. Anders kann es bei Unfällen aussehen: Wenn Kraftstoffleitungen abreißen oder der Tank beschädigt wird, läuft Kraftstoff aus. An warmen Tagen reicht ein Funke – und der Wagen steht in Flammen. Für Unfallhelfer gilt: An die Eigensicherung denken. Lässt das Feuer es zu, zuerst Menschen bergen, dann löschen. Tipp für Helfer: Die Kosten für den Löscher übernimmt die Versicherung des Unfallfahrzeugs.

In der Regel bleibt genug Zeit, um aus dem Auto zu steigen

Ist der Brand noch am Entstehen, hilft meist der Feuerlöscher.

Autos explodieren nur im Film. In der Realität bleibt beteiligten Personen in der Regel genügend Zeit, aus dem Auto zu steigen. Also keine Panik. Kindern beim Verlassen des Fahrzeugs helfen und im sicheren Abstand von Brandherd und Straße warten lassen. Weder Portemonnaie noch Handy im Auto liegen lassen. Übers Telefon die Feuerwehr verständigen. Ist ein Brand in der Entstehungsphase lässt er sich meist noch mit einem Feuerlöscher löschen. Bei einem Unfall zuerst die im Auto sitzenden Personen befreien und erst dann mit den Löschversuchen beginnen. Immer an die eigene Sicherheit denken.

Zwar haben Feuerlöscher nach acht bis 15 Sekunden ihr Pulver verschossen, wer die Zeit aber richtig nutzt, der löscht selbst große Feuer: Nur mit kurzen Pulver-Stößen löschen. Bei größeren Feuern die Pulverwolke als Wärmeschutzschild nutzen. Immer mit dem Wind im Rücken. Brennt es auch unter dem Auto, von unten nach oben löschen. Die Haube nur entriegeln, dann durch den Haubenspalt löschen. Vorsicht beim Öffnen, die Haube kann heiß sein, Sauerstoff das Feuer neu entfachen. Löscher möglichst nicht ganz entleeren, erneut entfachendes Feuer kann so noch bekämpft werden. Batterie abklemmen, um Kurzschluss zu vermeiden.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens

Klarer Fall: In jedes Auto gehört ein Feuerlöscher. Auch wenn es keine Vorschrift dafür gibt. Kaum vorstellbar, dass man hilflos neben einem brennenden Auto steht, in dem noch Menschen sitzen. Wichtig: Es sollte mindestens ein Zwei-Kilo-Pulverlöscher sein.

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