Ratgeber Versicherung

Unfallaufnahme

Ratgeber Versicherung

— 09.10.2008

Hilfe, wenn keiner hilft

Immer wieder werden Menschen auf unseren Straßen Opfer von Verkehrsunfällen, für die keine Versicherung zahlt. Wenn Versicherungen nicht zahlen, hilft Geschädigten die Verkehrsopferhilfe.

Richard L. weiß bis heute nicht, woher das Auto plötzlich kam, das ihn nachts vom Fahrrad holte. Um dann ungebremst in der Dunkelheit zu verschwinden. Neben dem Schreck blieb dem 35-jährigen Angestellten sein kaputtes Mountainbike – Schaden: 3500 Euro. Kein Einzelfall. Immer wieder werden Menschen auf unseren Straßen Opfer von Verkehrsunfällen, für die keine Versicherung zahlt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: • Der Unfallverursacher beging Unfallflucht und konnte nicht ermittelt werden. • Das Fahrzeug des Verursachers war falsch oder überhaupt nicht haftpflichtversichert. Wenn der Unfall vom Unfallgegner absichtlich herbeigeführt wurde, erlischt sein Versicherungsschutz gemäß Paragraf 152 Versicherungsvertragsgesetz. • Die Versicherung des Unfallverursachers ist pleite und kann den Schaden nicht begleichen. • Wird ein Fahrzeug von Dritten für eine Straftat benutzt und dabei beschädigt oder zerstört, zahlt die Versicherung dem Halter nichts.

Zur Auskunft verpflichtet sind nur die Sozialämter

Nur wenn das Unglück polizeilich erfasst ist, greift das Opferentschädigungsgesetz.

Damit Opfer in solchen Fällen trotzdem Geld erhalten, gibt es den Verein Verkehrsopferhilfe (VOH). Er muss laut Paragraf 12 des Pflichtversicherungs-gesetzes (PflVG) immer dann für materielle Schäden zahlen, wenn keine andere Versicherung zuständig ist. Und wer kommt für körperliche oder psychische Schäden auf? Wurde das Opfer bei dem Unfall verletzt, zahlt die Krankenkasse für die Behandlung. Anders bei bleibenden oder psychischen Schäden, hier greift das sogenannte Opferentschädigungsgesetz. Doch wer weiß schon, dass er seine Ansprüche innerhalb eines Jahres beim örtlichen Versorgungsamt anmelden muss? Darauf muss das Opfer oft selbst kommen. Zur Auskunft verpflichtet sind nur die Sozialämter. Andere Ämter geben sich oft ahnungslos. Wichtig ist auch: Die Polizei muss den Vorfall aufgenommen haben. Und nur wer sich rechtzeitig meldet, bekommt eine Entschädigung rückwirkend vom Tag des Unglücks an. Wer seine Ansprüche zu spät anmeldet, der wird vom Gesetz mit weiteren Abzügen bestraft. Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass diese Entschädigung erst ab einer Behinderung von rund 30 Prozent zum Tragen kommt – bitter für das Opfer.

Wo gibt es Hilfe? Beim Verein Verkehrsopferhilfe (VOH), der zum Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin gehört. Hilfe gibt es auch beim Opferschutzverein Weißer Ring.

Autor: Stefan Szych

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