Ratgeber Versicherung

— 08.01.2008

Verbesserungen im Kaskoschutz

Zu lässig am Steuer kam bisher teuer. Doch seit 1. Januar 2008 gibt es gesetzliche Verbesserungen im Kaskoschutz. Der Haken: Die Vorteile gelten nicht automatisch für alle Autofahrer.



Nur kurz im Handschuhfach gewühlt und auf den Vordermann gerauscht, bei Rot über die Ampel und auf der Kreuzung kollidiert, zum weinenden Kind auf der Rückbank umgedreht und im Graben gelandet – in all diesen Fällen kommt zum Unglück noch Pech hinzu. Denn von der Kasko gibt es für das Malheur keinen Cent, nur die Haftpflicht muss den Schaden des Unfallgegners zahlen. Das Stichwort, das die Vollkasko von ihrer Zahlungspflicht befreit, heißt "grobe Fahrlässigkeit". Wer bislang in diesen Fällen doch Geld von seinem Versicherer sehen wollte, musste vor Gericht ziehen – wobei dieses meist gegen den Autofahrer entschied. Doch seit 1. Januar 2008 werden die Karten in Sachen grober Fahrlässigkeit und Vollkasko neu gemischt. Denn da trat das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) in Kraft, das das Gesetz aus dem Jahre 1908 ablöste. Nun gilt per Gesetz: Die Versicherung muss auch in Fällen grober Fahrlässigkeit zahlen.

Bei Rot durch: Kommt es zum Unfall, sind Autofahrer künftig gesetzlich besser versichert.

Der Haken: Diesen gesetzlichen Vorteil genießen nur Kaskopolicen, die ab 2008 neu abgeschlossen werden. Für alle älteren Verträge gelten die neuen gesetzlichen Vorteile erst ab 2009. Autofahrer mit Altverträgen fahren also ein Jahr länger mit vergleichsweise höherem Risiko. Doch das spätere Inkrafttreten der neuen Regelung für bereits bestehende Kaskoverträge ist eine gesetzliche Kann-, keine Mussbestimmung. Das bedeutet: Eine Versicherung kann ihre Bedingungen schon früher freiwillig auf die neue Regelung umstellen, wie es etwa die Unternehmen HUK Coburg oder Aachen Münchener getan haben. Ein weiteres Detail der Neuregelung: Die Versicherung muss bei grober Fahrlässigkeit zwar zahlen, aber nicht unbedingt in voller Höhe. Denn der Anteil der Schuld des Autofahrers am Unfall wird dabei berücksichtigt. Er kann also im Einzelfall doch auf 25 oder 50 Prozent seiner Kosten sitzen bleiben. Am besten fährt der, dessen Versicherung schon heute ganz auf die sogenannte "Einrede der groben Fahrlässigkeit" verzichtet, denn dann zahlt diese in voller Höhe. Ausgenommen sind dabei aber Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie grobe Fahrlässigkeit beim Diebstahl.

Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Versicherung

Autor: Roland Bunke



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