Red Bull Air Race

Red Bull Air Race

— 02.10.2009

Total abgehoben

Redakteurin Bianca Garloff wagte beim Red Bull Air Race in Budapest den Selbstversuch im Doppelsitzer. Lust auf mehr? Das Saisonfinale steigt vom 3. – 4. Oktober 2009 in Barcelona.

Nach elf Minuten ist es soweit: Ich will nur noch kotzen. Mein Blick klebt auf der fein gefalteten Brechtüte rechts neben meinem Sitz. Doch ich reiße mich zusammen, atme tief ein und aus und behalte die leichte Mahlzeit, die ich laut Tipp von Red Bull vorher zu mir genommen habe, in mir. Das also ist das Red Bull Air Race.
Naja, nicht ganz. Mein spanischer Pilot Sergio (40) hat mir vorher erklärt, dass unser Extra 300 L-Doppelsitzer mit 300 PS und Spitzentempo 380 zwar genauso flott ist wie die echten Rennmaschinen, aber nicht ganz so wendig. Dies sei der Serien-Ferrari im Vergleich zu dem in der Formel 1. Und statt Fliehkräften von zwölf G würden wir "nur" sechs erreichen. Heißt dennoch: In bestimmten Flugsituationen wirkt das Sechsfache der Erdanziehungskraft auf meinen Körper. Mein Kopf ist ergo sechsmal schwerer als sonst ……

Kräftige Atmung verhindert die Ohnmacht

Während ich also schon längst nicht mehr weiß, wo ich gerade bin, wird meine Gesichtshaut beim ersten Looping in Richtung Erde gezogen. Meine Augäpfel werden in ihre Höhlen gepresst und der Tunnelblick setzt ein. Das ist mein Kommando: Bein- und Bauchmuskulatur anspannen und kräftig ein- und ausatmen. Schnappatmung, damit das Blut aus den Beinen zurückfließt in meinen Kopf. Sonst droht die Ohnmacht. "Pressen, pressen, pressen!", ruft Sergio von hinten. Ja, bin ich hier denn im Kreißsaal?

Das Red Bull Air Race lässt jede Achterbahnfahrt vergessen

Nächstes Manöver: Senkrecht geht’s erst ein paar hundert Meter nach oben. Dann stellt mein Spanier die Maschine in Zeitlupentempo auf den Kopf. Vor mir sehe ich nur noch die Glaskanzel und Mutter Erde, die ganz schnell näher kommt. Sturzflug! Sergio wird sich jetzt wünschen, seinen Funk leiser gedreht zu haben, so laut schreie ich. Das ist besser als jede Achterbahnfahrt! Und anstrengender. Nach weiteren Rollen, Loopings und vierminütiger Konzentration auf meinen Magen lobt Sergio: "Du warst eine mutige Passagierin!" Finde ich auch. Immerhin habe ich mehr gelacht als geschrien. Beweise? Kein Problem: Die Onboard-Aufnahmen gibt’s es hier.

Autor: Bianca Garloff

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