Motorsport

Red Bull Air Race vor Auftakt

— 11.03.2016

Rennsport zum Abheben

Am Wochenende startet in Abu Dhabi die Red-Bull-Air-Race-Series. Pilot Matthias Dolderer betrachtet seinen Job für ABMS aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Von mir selbst zu behaupten ich sei ein 'Überflieger' ist nicht meine Art, ich würde mich eher als bodenständig bezeichnen. Aber sobald ich das Cockpit meiner Zivko 540V3 beim Red Bull Air Race schließe, will ich nur eines: gewinnen. Mein Ziel ist es, 2016 ganz vorn mitzumischen. Dafür braucht es den Tunnelblick, den absoluten Fokus und einen klaren Siegeswillen. Nur dann kann man diese ultimative Motorsportserie dominieren, bei der die 14 besten Piloten der Welt gegeneinander in der offiziellen Weltmeisterschaft des Air Racing antreten.

Die 25 Meter hohen Pylonen gilt es für die Piloten möglichst schnell zu durchfliegen

Oft entscheidet nur eine Tausendstelsekunde zwischen Sieg und Niederlage. Ich selbst bin seit 2009 einer dieser Piloten. Mit bis zu 370 km/h fliegen wir durch einen Rennkurs von circa sechs Kilometer Länge, meist in einer Zeit von circa einer Minute. Luftgefüllte 25 Meter hohe Pylonen markieren den Parcours, den es so schnell und präzise wie möglich zu durchfliegen gilt. Eine Berührung der Air Gates kommt nicht selten vor, die bersten aber harmlos auseinander. Dafür kassiert der Pilot jedoch eine Zeitstrafe von drei Sekunden und verschlechtert seine Siegchancen.

In dieser Saison 2016 wird es acht Rennen auf drei Kontinenten geben. Mal über Wasser wie zum Saisonauftakt in Abu Dhabi am 11./12. März oder über Land, wie im April in Österreich am Red Bull Ring. Mir persönlich taugt beides – und ich will gewinnen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, weil mein Team so gut aufgestellt ist wie noch nie und mein Flugzeug momentan hervorragend gut fliegt.

Seit 2009 genießt Matthias Dolderer nun schon die Vorzüge des Lebens als Red-Bull-Air-Race-Pilot

Warum ist es die ultimative Motorsportserie? Im Rennen ziehen bis zu 10 G. Bei einem Körpergewicht von 80 Kilogramm werden wir mit 800 Kilogramm in den Sitz gedrückt. Im Vergleich: Bei der Formel 1 sind die Piloten bis zu 5 G ausgesetzt. Unsere Rollrate um die eigene Achse beträgt circa 400 Grad pro Sekunde, das heißt, dass wir mehr als eine Rolle pro Sekunde machen. Sehr beeindruckend ist auch die Steigrate von ca. 5500 Meter pro Minute während wir zu einer vertikalen Wende ansetzen. Zu den diesjährigen Favoriten zähle ich die Top 5 aus 2015 wie Matt Hall aus Australien, Hannes Arch aus Österreich oder auch den Tschechen Martin Sonka. Es ist schwer zu sagen, wer welchen Speed mitbringt. Ich zähle auf mich selbst, die anderen dürfen sich gerne hinter mir einreihen. Ich freue mich sehr auf die Saison 2016!

Ihr Matthias Dolderer
Fotos: Picture-Alliance

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