Red Bull kauft Formel-1-Team

Übernahme beflügelt Jaguar

Red Bull kauft Formel-1-Team

— 16.11.2004

Übernahme beflügelt Jaguar

Vielleicht wachsen der Katze jetzt Flügel: Red Bull hat das lädierte Formel-1-Team von Jaguar gekauft – für eine Million Dollar.

Eine Million Dollar als symbolischer Wert

Die Spitzenteams der Formel 1 können ihr drittes Auto in der Garage lassen: Beim Saisonauftakt am 6. März 2005 werden aller Voraussicht nach 20 Rennwagen von zehn Rennställen in Melbourne vor die Startampel rollen. Auch die Wackelkandidaten Jaguar und Jordan meldeten sich mit Ablauf der Frist beim Automobilweltverband FIA für die neue Saison. Damit ist der Notplan von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vom Tisch, der die Topteams drängen wollte, je ein zusätzliches Auto auf den Asphalt zu stellen, denn der britische Promoter muß gemäß den Fernsehverträgen für ein volles Starterfeld bürgen.

Das Jaguar-Team wird nun vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull aufgekauft. Der Kaufpreis von maximal einer Million Dollar hat einen eher symbolischen Wert, das Problem für Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz ist der Unterhalt, der sich für die 300 Mitarbeiter starke Mannschaft auf knapp eine Million Dollar pro Monat beläuft. In der abgelaufenen Saison schlug sich Jaguar mit einem eher bescheidenen Etat von 120 Millionen Dollar durch. Renault und BAR-Honda verpraßten glatt das Doppelte. Red Bull verpflichtet sich, den Rennbetrieb mindestens für die kommenden drei Jahre aufrechtzuerhalten. Die Gesamtinvestitionen bis 2007 dürften sich auf mindestens 200 Millionen Dollar belaufen, Motorenpartner bleibt Cosworth.

Die ebenfalls finanziell angeschlagene Schmiede des Jaguar-Mutterkonzerns Ford wird von einem Konsortium um Kevin Kalkhoven übernommen. Der Amerikaner ist Mitbesitzer der US-Champ-Car-Serie. Und der klamme Minardi-Rennstall, dessen Chef Paul Stoddart bereits die Teilnahme an der WM 2005 versichert hat, wird ebenso auf die Aggregate aus dem englischen Motorenwerk zurückgreifen.

Toyota-Motoren sind die Rettung für Jordan

Weil die kostspieligen Motoren einen erheblichen Anteil an den Budgets haben, darf sich Toyota als Retter des kriselnden Jordan-Rennstalls fühlen. Die Manager aus Fernost erklärten sich dazu bereit, Jordan mit den gleichen Triebwerken auszustatten, die sie in die Toyota-Boliden einbauen lassen – zum relativ moderaten Leasingpreis von zehn Millionen Dollar pro Jahr. Als Gegenleistung könnte Jordan Toyota-Testpilot Ryan Briscoe ein Cockpit zur Verfügung stellen. Der bisherige Triebwerkslieferant Cosworth forderte von Eddie Jordan für seine Dienste 35 Millionen Dollar. "Ein unverschämter Vorschlag", ereiferte sich der Ire, der sich weiter um einen neuen Geldgeber kümmert. Christian Horner, Eigner des Formel-3000-Teams Arden, liebäugelt mit einem Einstieg und der späteren Übernahme. Eddie Jordan hat Freunden anvertraut, daß er sich "langsam aus der Formel 1 zurückziehen will".

In der Königsklasse des Motorsports werden sich künftig eine Reihe neuer Teambesitzer tummeln. Für 2006 kündigte der in Toronto residierende Alex Shnaider den Start seines Midland F1 Teams an, zeitgleich wird das Team Dubai debütieren.

Mit der Übernahme des Jaguar-Teams ist der Salzburger Unternehmer Dietrich Mateschitz seinem Wunsch, ein "All American Team" zu gründen, ein Stück näher gekommen. Bei Red Bull gehört die Sportförderung und insbesondere das Sponsoring im Motorsport zur Imagepflege. Der Getränkfabrikant fungierte bisher als Sponsor für Jaguar, Arrows und Sauber.

Um den Absatz des Energiegetränks in den USA zu beflügeln, wird Mateschitz wohl zumindest mittelfristig einen amerikanischen Fahrer ins Cockpit hieven, zum Beispiel seinen Schützling aus der US-Cart-Serie, AJ Allmendinger. Jaguar-Pilot und Mateschitz-Günstling Christian Klien darf auf Weiterbeschäftigung hoffen. Als Red-Bull-Fahrer wird auch der italienische Formel-3000-Champion Vitantonio Liuzzi gehandelt, ebenso Ex-Mercedes-Pilot David Coulthard. "Es ist noch keine Entscheidung über die Fahrer-Besetzung gefallen, aber David wird sicherlich auf der Kandidatenliste stehen", meinte Teamchef Tony Purnell.

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