Reifen-Richtlinie der EU — 05.06.2008
Umweltschutz kontra Sicherheit
2012 sollen neue Grenzwerte für den Rollwiderstand von Reifen eingeführt werden. Die EU fordert deutlich strengere Vorgaben, um den CO2-Ausstoß weiter zu senken.
Die Europäische Kommission plant ab 2012 Grenzwerte für den Rollwiderstand von Reifen. Die bereits bestehenden Vorgaben für das Abrollgeräusch sollen strenger werden. Außerdem sollen nach dem Willen Brüssels alle
Neuwagen ab dem gleichen Jahr mit Reifendrucküberwachungssystemen ausgerüstet sein. Die EU will damit den CO
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Ausstoß von Autos weiter senken. Wissenschaftler des holländischen Forschungsinstituts TNO haben ausgerechnet, dass sich durch richtigen Reifendruck und geringen Rollwiderstand zum Beispiel bei einem
VW Fox mit 130 g CO
2/km weitere sieben Gramm einsparen lassen. Experten warnen, dass die
Öko-Freundlichkeit zu Lasten der Sicherheit geht. Denn sobald man den Rollwiderstand reduziert, sinkt auch die Nasshaftung. "Die Reifenentwicklung darf nicht in die falsche Richtung protegiert werden", sagt Hans-Jürgen Drechsler vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) mit Sitz in Bonn.
Sicherere Reifen – teurere Reifen
Die Industrie löst den Zielkonflikt zwischen Sicherheit und
Umwelt bisher durch die Beigabe der Chemikalie Silica. Diese sorgt für eine bessere Nasshaftung. Die Reifenpreise könnten jetzt allerdings steigen. "Noch hochwertigere Materialien könnten dazu führen, dass der Reifen teurer wird", so Felix Kinzer vom Reifenfabrikanten Hankook. Der koreanische Anbieter hat für seinen Ganzjahresreifen Optimo 4S den
Blauen Engel des Umweltbundesamtes erhalten.