Reisereportage Jordanien

Von Wadi Rum nach Aqaba – eine Reise quer durch Jordanien Von Wadi Rum nach Aqaba – eine Reise quer durch Jordanien

Reisereportage Jordanien

— 22.07.2005

Korallenriffe und Wüstensand

Von der sengend heißen Wüste Wadi Rum bis ins Taucherparadies Aqaba am Roten Meer – eine Reise auf den Spuren von Lawrence von Arabien.

Wie Kichererbsen kurz vor ihrem Tsunami

Von Conny Crumbach "Ich weiß gar nicht, warum die Leute nach Australien fahren. Hier stehen die Dinger ja massenhaft rum." Uwe schüttelt ungläubig den Kopf, während er seine Kamera auf die riesigen Felsformationen richtet. Wie vom Himmel gefallen stehen die bis zu 1700 Meter hohen Felsbrocken in der kargen Wüstenlandschaft. Rot leuchten sie vor dem wolkenlosen Himmel.

Wir sind in Jordanien, sitzen auf der Ladefläche eines Toyota-Pick-ups und durchqueren die Wüste Wadi Rum – auf den Spuren von Lawrence von Arabien, der hier mit seiner Beduinenarmee gegen die Osmanen kämpfte. Auch ein großer Teil des weltbekannten Hollywoodfilms "Lawrence of Arabia" mit Peter O’Toole in der Hauptrolle wurde im Wadi Rum Ende der 50er Jahre an Originalschauplätzen gedreht.

"Halt dich fest", ruft Uwe plötzlich. Unser Fahrer fährt eine scharfe Linkskurve, und los geht's. Wir schleudern hin und her, hüpfen auf unserer Ladefläche auf und ab wie eine Ladung Kichererbsen kurz vor ihrem ersten Tsunami. Wir fahren Off-Road. Die glatt geteerte Asphaltstraße haben wir hinter uns gelassen, ebenso das erste kleine Dorf, auf dessen einziger Straße nur hier und da ein Schlagloch zu spüren war. Auf der Wüstenpiste ist das anders. Doch die unglaubliche Landschaft, die sich vor unseren Augen ausbreitet, belohnt uns für jede Schüttelpartie.

Zwischen Wölfen, Hyänen und Steinböcken

Nur eine Sache fehlt uns noch zu unserem Glück: selber fahren. Mit ein wenig Neid denken wir an diejenigen, die mit ihrem eigenen Miet-Jeep über die Piste brettern können. Im Wadi Rum ist das meist nur mit einem einheimischen Guide möglich, und eine strenge Regel für Wüsten-Selbstfahrer lautet: Die sichtbare Piste nicht verlassen! Schon so mancher Querfeldein-Fahrer ist an der falschen Oase links abgebogen und fand allein nicht mehr nach Hause.

Ein weiterer Grund für die Maßnahme: Wadi Rum ist ein Naturschutzgebiet. Wölfe, Hyänen und Steinböcke gehören zu den über 110 Tierarten, die hier heimisch sind. Unkontrollierter Off-Road-Verkehr und Vermüllung bedrohten in den letzten Jahren zunehmend den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. So entschloß man sich zu einem intensiveren Schutz des 720 Quadratkilometer großen Gebiets.

Wer sich motorsportmäßig richtig austoben will, kann auch in Jordanien auf seine Kosten kommen. Motorsport ist sehr beliebt im Land. Eine der wichtigsten nationalen Rallys ist die Jordan-International, die jedes Jahr von Amman bis zum toten Meer führt. Informationen gibt es beim Royal-Automobile-Club.

Schlagloch-Groove und offene Sandalen

In Wadi Rum geht es fahrtechnisch eher gemäßigt zu. Der deutsche Reiseveranstalter Bedu-Expeditionen empfiehlt für längere Touren eine Mischung aus Jeep-, Kamel- und Trekking-Tour. "Kameltouren sind authentischer, und beim Wandern kriegt man viel mehr von der Landschaft mit", weiß der Anbieter aus Erfahrung. Touren kann man schon von Deutschland aus individuell zusammenstellen – eine der zuverlässigsten Airlines für Jordanien-Urlauber ist von Deutschland aus die Royal Jordanian Airline.

Ein mehrtägiges Trekking lohnt sich im Wadi Rum, denn in der Nacht hat die Wüste ihren ganz besonderen Charme. Und mit etwas Glück hört man sogar die Wölfe heulen. Uns bleibt leider nur noch eine knappe Stunde. Wir rasen weiter die Piste entlang und haben uns allmählich an den Schlagloch-Groove von Wadi Rum gewöhnt. Plötzlich bremst der Fahrer und überrascht uns mit einem ambitionierten Wendemanöver im Wüstensand. Beinahe hätten wir unser Ziel verpaßt: eine gigantische Sanddüne in sattem Rot.

Zwei unserer Mitfahrer springen sofort vom Pick-up und versuchen, den beeindruckenden Sandberg zu erklimmen. Doch auf halbem Weg kehren sie um. "Zu heiß!", rufen sie mit Blick auf ihre offenen Wandersandalen. Zur Abkühlung nehmen wir im Schatten eines Beduinenzeltes Platz. Während der Haus-, oder besser gesagt Zeltherr Tee reicht, fotografiert uns sein Sohn mit seinem neuesten Handy. Soviel zum Thema Beduinen und Technik.

Abtauchen vor der sengenden Mittagshitze

Zurück auf der Ladefläche heißt es Abschied nehmen von Sand und Fels. Unsere zweistündige Fahrt neigt sich dem Ende zu. Wir schlagen den Weg zurück zum Besucherzentrum ein, vorbei an einsamen Beduinen-Siedlungen und Schafherden. Die Mittagshitze kündigt sich an. Einige Kamele liegen bereits träge im Sand und bewegen sich sowenig wie möglich. Eine kurze Siesta wäre in der Tat nicht schlecht.

Doch für uns geht die Reise weiter. Am Besucherzentrum steigen wir in unseren Kleinbus um. Mit dem reisen wir bereits seit fünf Tagen durch Jordanien. Amman, Petra, die Berge von Dana und das tote Meer haben wir schon gesehen. Jetzt fahren wir auf dem Desert-Highway – neben dem Kings-Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern des Landes – Richtung Süden. Richtung Aqaba. Richtung Meer.

Eine knappe Stunde später erreichen wir den Hafen von Aqaba. Auf uns wartet ein umgebauter Schlepper, der jetzt als komfortables Tauchboot dient. Den Rest des Tages werden wir auf dem Wasser verbringen. Schnorcheln, tauchen und in der Unterwasserwelt des roten Meeres Korallen, Schildkröten und einem alten Schiffswrack begegnen. Gegensätzlicher könnten die Eindrücke eines einzigen Tages kaum sein. In Jordanien ist das möglich. Berge wie in Australien, Korallen wie in Ägypten und soviel Kultur wie Sand in Wadi Rum.

Kontakt Informationsbüro Jordanien in Frankfurt (Main), Petra Feyand-Weilbächer, Tel. 069/ 92 31 88-70, jordan@adam-partner.de

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