Reiseversicherung

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Reiseversicherung

— 16.07.2003

Schutz bei Pech und Panne

Reisen birgt Risiken: Doch für den Fall (fast) aller Fälle gibt es die passende Autofahrerversicherung.

Mit der grünen Karte unterwegs

"Hilfe, unser Auto liegt bei Alicante kaputt im Graben. Wir sind unverletzt, wie geht es jetzt weiter?" – "Meine Frau ist schwer gestürzt, ist mit Beckenbruch im Krankenhaus. Kann sie nach Hause geflogen werden?" – "Das defekte Steuergerät für mein Auto ist hier nicht zu bekommen, können Sie es mir schicken?" Notrufe von deutschen Autotouristen wie diese gehen in der Reisezeit bei den Automobilclubs und Versicherungen massenhaft ein.

Die helfen doppelt: mit Rat und Tat sowie Partnern vor Ort und durch Übernahme der Kosten. Doch vor der Reise muss der Autofahrer sich selber informieren und die richtigen Policen wählen. Die Wichtigste: Die Autohaftpflicht gilt nur in den Ländern, die auf der "grünen Karte" (gibt es vom Versicherer) ausgewiesen sind. Tipp: Auch wenn die Karte nicht zwingend vorgeschrieben ist, wie etwa für Polen oder die Türkei, sollte sie immer an Bord sein. Denn sie ist der Nachweis der korrekten Haftpflichtversicherung.

Achtung aber bei der Teilkasko (Diebstahl) und Vollkasko, denn für diese machen viele Versicherer Einschränkungen für bestimmte Länder. Deshalb vor einer Auslandsfahrt immer klären, ob für das Reiseland Schutz besteht. Eine Vollkasko ist auch deshalb wichtig, weil in einigen Ländern (etwa Griechenland, Spanien, Türkei) die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtmindestdeckung der heimischen Autofahrer geringer als in Deutschland ausfällt.

Schutzbrief, Reise-, Rechtsschutz

Ein Auto-Schutzbrief ist heute in vielen Haftpflichtpolicen automatisch eingeschlossen oder kann zusätzlich gewählt werden. Umfangreiche Schutzbriefe gibt es für Mitglieder auch bei Automobilclubs. Sie zahlen etwa für Pannenhilfe, Fahrzeugrückholung bei Fahrerausfall, Übernachtungskosten bei Werkstattaufenthalt, Ersatzteilversand sowie Rückreise per Bahn oder Flugzeug bei Ausfall des Autos. Tipp: Vor Abschluss die Leistungskataloge genau vergleichen.

Für Kassenversicherte unverzichtbar ist die Auslandsreise-Krankenversicherung. Denn der kostenlose Auslandskrankenschein der Krankenkasse bietet nur Minimalschutz. Er deckt zudem nie die meist hohen Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport bei schwerer Erkrankung oder Verletzung. Diese Police kann für eine einzelne Reise oder als Jahrespolice für alle Reisen abgeschlossen werden. Sie ersetzt etwa Kosten für ambulante und stationäre Behandlung als Privatpatient, Arzneimittel, Unterbringung im Krankenhaus oder Rücktransport. Die Police ist kurzfristig bei einem Versicherungskaufmann (siehe Gelbe Seiten) oder bei einigen Anbietern auch online abzuschließen. Tipp: Als Familie statt Einzelpolicen gleich die Familienpolice wählen. Privatversicherte sollten ihren Auslandsschutz prüfen , meist besteht er für Europa inklusive Krankenrückholung uneingeschränkt.

Die Verkehrs-Rechtsschutz hilft bei Unfällen oder schweren Verkehrsstrafen, zahlt Anwaltshonorar sowie Gerichtskosten und schießt Strafkautionen vor. Tipp: Im Notfall gleich nach einem deutschsprachigen Korrespondenz-Anwalt fragen.

Reisegepäck ist im Auto von der Teilkasko nicht gegen Diebstahl geschützt. Diesen Schutz bietet nur die Reisegepäckversicherung. Sie ist jedoch mit Ausschlüssen gespickt. Über Nacht im Auto gelassenes Gepäck etwa ist meist nicht gegen Diebstahl geschützt. Deshalb vor Abschluss die Bestimmungen prüfen und sie auf der Reise auch einhalten – sonst gibt es im Schadenfall keinen Cent. Tipp: Kaufbelege sind für eine Schadenabrechnung hilfreich. Sofern vorhanden, sollten sie also nicht gerade vor der Reise weggeworfen werden. Und ein Trost zum Schluss: Die meisten Notrufe führen laut Versicherern nicht zum Abbruch des Urlaubs, sondern sorgen nur ein, zwei Tage für Aufregung.

Kurz-Check für unterwegs

• Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen, nehmen Sie Fotokopien der Leistungskataloge mit. • Notieren Sie die Hotline-Telefonnummern Ihrer Vertragspartner, und speichern Sie die Nummern zusätzlich mit Deutschlandvorwahl im Handy ("+49", die 0 der Orts- oder Netzvorwahl dabei weglassen). • Sprechen Sie Maßnahmen und Aufträge möglichst zuvor mit der Versicherung telefonisch ab, damit die Kostenübernahme sichergestellt ist. • Sammeln Sie alle Rechnungen und Quittungen, weil alle Auslagen zu Hause belegt werden müssen. • Achten Sie bei Anmietung eines Autos im Ausland, auch eines Unfallersatzwagens, auf eine ausreichende Haftpflichtdeckung sowie eine Vollkasko mit niedriger Selbstbeteiligung. Erhöhen Sie eine geringe Haftpflichtdeckung durch Zuzahlung deutlich, etwa auf eine Million Euro oder unbegrenzt. Achten Sie darauf, eine komplette Durchschrift der abgezeichneten Unterlagen zu erhalten. • Verlassen Sie sich nicht allein auf Versicherungsleistungen einer Kreditkarte. Denn die Versicherungen zahlen mitunter nur, wenn der Schaden mit einer Leistung zusammenhängt, die mit der Kreditkarte vorab bezahlt wurde.

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