Nürburgring

Rekordverbot auf dem Nürburgring

— 22.06.2015

Weitere Konsequenzen nach Todes-Unfall

Einen neuen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife wird es so schnell nicht geben - die Veranstalter ziehen damit die Konsequenzen aus dem tödlichen Unfall im März.

Ein bizarres Szenario ist es schon, das sich derzeit am Nürburgring abspielt: Eine Rennstrecke, dem Namen nach auf Geschwindigkeit und schnelles Fahren ausgelegt, verbietet ab sofort Rekordfahrten. So trägt es sich dieser Tage in der Eifel zu. Eigentlich geben Auto-Enthusiasten, Profi-Fahrer und Hersteller seit Jahrzehnten bevorzugt auf der Nordschleife Gas, Deutschlands wohl berühmtester und auch berüchtigster Rennstrecke. Bei knapp unter sieben Minuten liegt aktuell der Rekord auf dem 20,832 Kilometer langen Stück Motorsportgeschichte. Und geht es nach den Veranstaltern vor Ort, wird das auch für sehr lange Zeit so bleiben.

Der tödliche Unfall im März zieht als Konsequenz nun ein Rekordverbot auf der legendären Nordschleife nach sich

Der Sportwagenhersteller Königsegg hatte angekündigt mit seinem One:1 eine neue Bestmarke in der Grünen Hölle aufstellen zu wollen - und handelte sich prompt das Veto der Geschäftsführung des Nürburgrings ein. Nach einem tödlichen Unfall im März ist das Thema sensibel, Spielraum gibt es am Ring derzeit keinen. Ein Zuschauer aus Holland wurde beim VLN-Auftakt 2015 vom hinter die Fangzäune geflogenen Nissan GT-R Nismo des Briten Jann Mardenborough getroffen und verstarb wenig später.

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Als erste Konsequenz aus der Tragödie hatte der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) umgehend ein Tempolimit von 200 Stundenkilometern in den Streckenabschnitten Hocheichen und Quiddelbacher Höhe erlassen. Am Schwedenkreuz und auf der Döttinger Höhe wurde die maximale Geschwindigkeit auf 250 Stundenkilometer reduziert. Mit diesen Einschränkungen wurde heuer dann auch das große 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife absolviert, weitere Unfälle schlimmen Ausmaßes blieben dabei zum Glück aus.
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Nun also der nächste Schritt in den nach dem Crash vom März angekündigten Sicherheitsmodifikationen: Ein Rekordverbot am Ring. Dieses gilt übrigens auch, wenn ein Hersteller die Strecke privat mietet. Der Veranstalter ließ mitteilen: „Die Capricorn Nürburgring GmbH hat sich entschieden, die nach dem tragischen Unfall am 28. März 2015 vom DMSB erlassene Geschwindigkeitsbegrenzung auch auf andere Nutzungsarten der Nordschleife auszudehnen, sodass momentan keine Rekordfahrten auf der Nürburgring Nordschleife zugelassen werden.“ Immerhin das Wort 'momentan' lässt den Speed-Fans also Hoffnung auf eine erneute Veränderung der Situation in der Zukunft.
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Fotos: Picture-Alliance

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