Weltmeister-Beistand

Schumi gibt Starthilfe Schumi gibt Starthilfe

Rekordweltmeister wird Berater

— 11.01.2007

Schumi gibt Starthilfe

Schumi soll Kimi Räikkönen die Eingewöhnung bei Ferrari erleichtern. Die Ein-Mann-Show beim Maranello-Team ist vorbei.

Der eine hat überhaupt noch keine Fahrpraxis im Ferrari, der andere seit zweieinhalb Monaten keinen Lenker eines Formel-1-Wagens angerührt. Der eine hat gerade sein Apartment in Mailand bezogen, der andere kürzlich seinen Spind in Maranello geräumt. Auf der Rennstrecke mieden sie sich so gut es ging, doch nun soll Michael Schumacher seinem Nachfolger Kimi Räikkönen die Eingewöhnung bei der Scuderia Ferrari erleichtern.

Berater des Traditionsrennstalls ist der erste wichtige Job für den zurückgetretenen Rekordweltmeister. Verschafft wurde er ihm von seinem väterlichen Freund Jean Todt. "Wir wissen noch nicht, wie wir mit Kimi zusammenarbeiten werden. Da gibt es noch offene Fragen. Und da könnte Schumacher ansetzen", sagte der französische Teamleiter. "Schumacher verfügt in der Branche über einzigartiges Wissen. Die Ingenieure und Fahrer wären dumm, wenn sie darauf verzichten würden."

Kimi Räikkönen: Wird er der neue Heilsbringer bei Ferrari?

Noch will der rote Rennoverall Räikkönen nicht so recht passen. Die Tifosi tun sich noch schwer mit dem distanzierten Blonden. Nach einem kühlen Deutschen soll jetzt ein noch kühlerer Finne neuer Heilsbringer werden. Viele in Maranello tun sich mit dem Gedanken noch schwer. Zudem bekommt er in der Anlaufphase die ganze Härte des Geschäfts zu spüren. Kaum ist sein Vertrag mit seinem frühren Arbeitgeber ausgelaufen, muss er aus dem Hinterhalt Kritik einstecken. "Kimi ist bisweilen ein ausgezeichneter Ideenlieferant, aber wenn er nicht will, dann geht er schlafen", lästerte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh. Und Teameigner Frank Williams polterte: "Kimi nimmt die Formel 1 nicht ernst genug."

Die Störfeuer gehören zum Ritual, erst recht in den ersten Tagen des Jahres, wenn die Wintertests anstehen. Es gilt, die Claims abzustecken, auch wenn es bis zum Saisonstart am 12. März noch eine Weile hin ist. Räikkönens Alkoholeskapaden, die McLaren-Chef Ron Dennis zur Weisglut trieben und Räikkönen eine schriftliche Ermahnung einbrachte, sind auch bis Maranello vorgedrungen. Er werde bei Ferrari ein schwieriges Umfeld vorfinden, sagte Dennis. Mindestens ebenso sehr wie eine professionelle Einstellung schätzt Jean Todt bei seinen Angestellten Loyalität. Die hat Räikkönen bewiesen. Über McLaren ist ihm kein schlechtes Wort über die Lippen gekommen.

Neben Schumi nur die Nummer zwei: Massa darf jetzt ohne Stallorder ran.

Dafür erhält er Kredit: Auch wenn der 27-Jährige erst zum Jahreswechsel im Team eintrudelte, muss er keine Benachteiligungen gegenüber seinem Teamkollegen Felipe Massa fürchten. Im Jahr eins nach Schumacher gibt Ferrari seine Erfolgsstrategie auf. Es wird keine Nummer eins mehr geben. Kimi Räikkönen und der Brasilianer Massa sind gleichberechtigt, versicherte Todt. "Es ist gut, wenn sich zwei Fahrer aus einem Team auf der Strecke messen", sagte er.

Keine Schonfrist für Kimi

Die Abkehr von der Ein-Mann-Show mit Schumacher und einem Statisten an dessen Seite ergibt sich aus der neuen Konstellation.

Ob wir solche Bilder auch von Todt und Massa/Räikkönen sehen werden?

Felipe Massa hat mit seinen zwei Saisonsiegen 2006 bewiesen, dass er das Zeug zum Weltmeister hat. Ihm wurde das Prä bei der Entwicklung des neuen Jahreswagens zugestanden. Ihm wird die Ehre zuteil, das neueste Fabrikat aus der Ferrari-Fabrik am Montag in Fiorano auszuführen. Gleichzeitig wird der Zugang als Stareinkauf gepriesen. "Er ist stark und schnell", betont Todt. "Und er ist jung. Wir werden noch sehr lange mit ihm arbeiten." Eine Schonfrist wird Räikkönen nicht eingeräumt. "Wir wollen 2007 um den Titel mitfahren", sagt Todt. "Dafür bekommt Kimi ein schnelles Auto."

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