Renault 5 GTX

Renault 5 GTX: Test

— 15.11.2010

Her mit dem kleinen Franzosen!

AUTO BILD-Archiv-Artikel01/1988: Für Renault-5-Fans fängt 1988 gut an. Bei den Händlern steht mit dem R5 GTX ein neues flottes Modell. Es schließt die Lücke zwischen Campus und Topmodell GTE.

1987 war für Renault das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte. Über eine Milliarde D-Mark Gewinn – soviel wie nie zuvor. Großen Anteil am Erfolg hatte der Kleinste der Renault-Familie, der R5. Mit optischen Retuschen und drei neuen Modellen wurde der "kleine Freund" (Werbeslogan) Mitte letzten Jahres noch attraktiver. Neben dem preiswerten Campus und dem neuen Topmodell GTE rutschte mit dem Modell GTX eine neue, kräftige Variante ins Programm. Von außen gibt sich der R5 GTX deutlich unauffälliger als der aufgestylte GTE. Und auch im Innenraum untertreibt der Franzose eher. Zwar ist die Ausstattung komplett (u. a. Drehzahlmesser, geteilt umlegbare Rücksitze, diverse Ablagefächer), jedoch ohne rechten Pepp.

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Weder ein Sportlenkrad noch ein Lederknauf am Schaltknüppel deuten auf das Temperament des Kleinwagens hin. Lediglich die vorderen Sitze mit seitlichen Wülsten lassen erahnen, dass der GTX auch flottere Ausflüge nicht scheut. An Leistung mangelt es dem Franzosen keineswegs. Als Motorisierung wählten die Techniker einen Vierzylinder mit 1,8 Liter Hubraum, Vergaser und 87 PS – also nur acht PS weniger als im GTE. Das Triebwerk stammt in etwas abgewandelter Form aus den TX-Modellen des Renault 9 und 11. Dank eines ungeregelten Katalysators braucht der GTX-Fahrer 34 Monate keine Steuern zu zahlen. Die Maschine ist quicklebendig.

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Aus dem Stand beschleunigt sie das 835-Kilogramm-Leichtgewicht in exakt zehn Sekunden auf 100 km/h. Bei den Elastizitätsmessungen – hier wird im hohen Gang bei Tempo 60 beschleunigt – kann das Triebwerk ebenfalls voll überzeugen. Im Spritkonsum konnte der R5 jedoch etwas genügsamer sein. Auf der AUTO BILD-Verbrauchsmessstrecke (1/3 Stadt, 1/3 Landstraße, 1/3 Autobahn) schluckte er 9,1 l/100 km. Bei zurückhaltender Fahrweise sind Werte um 7 I/100 km drin. Die vom Werk versprochene Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h verfehlte der Renault allerdings. Bei 175 km/h war Schluss. Viel ärgerlicher: die Geräuschkulisse.

Kleiner Kurvenstar

Bereits knapp über 100 km/h pfeift der Wind ein schauerliches Lied. Spätestens bei 150 km/h verstummt jede Unterhaltung. Der Grund: Die Fensterrahmen der Türen sind nicht stabil genug. Bei hohem Tempo werden sie vom Wind nach außen gezogen. Uneingeschränktes Lob verdient das Fahrwerk. Der GTX erhielt eine geänderte Feder-Dämpfer-Abstimmung und neue Stabilisatoren. Auf kompromisslose Härte wurde jedoch verzichtet. Schlechte Straßen geraten für die Insassen nicht zur Tortur. Nur extreme Schlaglöcher bekommen die Passagiere zu spüren. Auf kurvenreicher Landstraße trumpft der Franzose auf. Wieselflink nimmt er Biegungen jeder Art. Die Neigung der Karosserie – bei den alten R5- Modellen oft ein Anlass zur Kritik – bleibt dabei gering. Fazit: 17.200 D-Mark sind für den R5 GTX ein angemessener Preis. Wer es gerne ein bisschen flotter mag, wird die Freundschaft zum "kleinen Freund" in der GTX-Version nicht bereuen.

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