Renault Captur (2017): Test

Renault Captur (2017): Test

— 15.05.2017

Gut und günstig

Die Konkurrenz im Kleinwagen-SUV-Segment ist groß. Deshalb verpasst Renault dem Captur ein Facelift. AUTO BILD ist das kleine SUV gefahren!

Die modische Zwischengröße der Kleinwagen-SUVs hat längst so viele Fans gefunden, dass nun nach und nach alle Hersteller nachziehen. Seat bringt den Arona, Hyundai den Kona und VW 2018 das Polo-SUV T-Cross. Höchste Zeit, dass Renault nach knapp vier Jahren auch beim Captur mal den Lidschatten nachzieht. Dies machen die Franzosen mit ruhiger Hand, ohne dabei bisherige Besitzer alt aussehen zu lassen. Während die Seitenlinie nach wie vor ausschaut, als ziehe der Captur seinen Bauch ein und sich auch am Heck bis auf die LED-Leuchten wenig tut, bekommt das Gesicht etwas Botox unterspritzt. Kühlergrill und Frontschürze übernehmen den Stil des großen Bruders Kadjar und verleihen dem Captur einen frischeren Teint, das neue Tagesfahrlicht und die Voll-LED-Scheinwerfer mit verlängerter oberer Chromleiste (ab Ausstattung Intense) tun ihr übriges zum jugendlicheren Auftritt.

Renault überarbeitet den Innenraum

Die Sitze bieten mehr Seitenhalt, die Lenkung könnte etwas direkter sein.

Lange überfällig war die Aufwertung Innenraums. Das hat Renault nun nachgeholt. Wo die Finger bisher auf Hartplastik klopften, ertasten sie nun geschäumte Oberflächen. Neue Türverkleidungen mit gepolsterten Armstützen und insgesamt hochwertigere Materialien fegen den ehemaligen Billiglook  komplett aus dem SUV. Das punktet innen nach wie vor mit viel Platz und einer klasse Variabilität. Der auf dem Clio basierende Captur war nie ein verkapptes SUV-Coupé, wie etwa der Nissan Juke oder der Mazda CX-3, sondern immer ein vollwertiger Viersitzer. Auf die Liste der guten Taten kommen noch die Sitze, die jetzt in Kurven deutlich mehr Seitenhalt bieten (weniger ging ja auch nicht), die neue Top-Version Initiale Paris, mit der ein Hauch von Luxus in das Süvchen einzieht und die neuen Infotainment-Systeme, die allerdings noch immer auf zu vielen Umwegen das Ziel erreichen wollen. Selbst erklärend oder intuitiv sind wirklich was anderes.

Neue Renault, Dacia und Alpine bis 2021

Keine Neuerungen bei den Motoren

Wer beim neuen Captur ein innovatives Technikfeuerwerk erwartet hat, liegt ohnehin falsch. Renault hat sich bei der Modellpflege auf das konzentriert, was man sehen und fühlen kann. So ziehen weder elektronische Regelsystme wie Spurhalte- oder Abstands-Assistenten in den Captur ein, noch neue Motoren. Ein Tot-Winkel-Warner, 360 Grad-Sensoren und ein Easy-Park-Assistent für automatisches Einparken müssen als Technik-Highlights reichen. Beim Motoren-Angebot bleibt es bei den bekannten zwei Benzinern (90 und 118 PS) und zwei Dieseln (90 und 110 PS).

Bei unter 16.000 Euro geht es los

Mit Seat Arona, Hyundai Kona und VW T-Cross bekommt der Renault Captur in den nächsten Monaten ordentlich Konkurrenz.

Der weitgehend analoge und ausschließlich mit Frontantrieb lieferbare Captur bleibt ein angenehm unaufgeregtes, von sportlichen Ambitionen gänzlich befreites Kleinwagen-SUV. Er gleitet gerne, denn das kann er gut, die schnelle Nummer hinterm Ortsschild ist nicht so sein Ding. Schon weil es die Lenkung mit den Zielvereinbarungen des Fahrers nicht ganz so genau nimmt. Passend zum entspannten Wesen des Franzosen würden wir den 118 PS-Benziner (ab 19.090 Euro) empfehlen. Kraftentfaltung, Leistung und Laufruhe überzeugen. Der Einstieg mit dem 90 PS-Benziner gelingt weiterhin knapp unter 16.000 Euro, womit der Renault Captur zu den günstigsten seiner Klasse zählt.

Renault Captur (2017): Test

Autor: Tomas Hirschberger

Stichworte:

SUV

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung