Renault Captur: Fahrbericht

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Renault Captur: Fahrbericht

— 12.04.2013

SUV ohne Gehabe

Renault erfindet das SUV neu: Der Captur setzt statt auf Offroad-Talente auf Individualisierung. Aber wie fährt sich das Designerstück mit Clio-Technik? Das klärt unser Fahrbericht.

Es geht auch ohne. Ohne Allradantrieb und (fast) ohne mackerndes SUV-Gehabe spielt der neue Renault Captur einen alten Bekannten – den kleinen bequemen Franzosen – in neuer Form: modisch, eine halbe Etage höher als der Clio und mit zahllosen Extras, um dem Fünftürer einen persönlichen Stempel aufzudrücken. Sein Prospekt bietet jedenfalls mehr Felgen, Farben und Folien als mancher gut sortierte Tuning-Spezialist.

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Die kräftigen C-Säulen und die kleine Heckscheibe engen die Sicht nach hinten ein.

Weit bescheidener dagegen die Auswahl an Motoren zum Verkaufsstart im Mai. Es gibt nur zwei Turbobenziner: den 1,2-Liter-Vierzylinder mit 120 PS für Luxuskunden, die nicht auf den Euro schielen, oder den 0,9-Liter-Dreizylinder mit 82 PS und 5,0 Liter Normverbrauch für alle Sparfüchse, die nicht zum einzigen Diesel (1,5 Liter, 90 PS) greifen. Das neue Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe bietet Renault anfangs nur im Topmotor – beides zusammen ein souveränes Pärchen, das den Captur in Golf-Nähe rückt. Ohne große Anstrengung spurtet der 1255 Kilo-Wagen in 10,9 Sekunden auf Tempo 100, mit 192 Spitze muss er sich auf der Autobahn nicht verstecken. Mit seinem hohen Aufbau und dem Turbo dürfte der Verbrauch dann allerdings weit über die Werksangabe von 5,4 Liter steigen.

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Innen setzt Renault auf helle Kunststoffe, ein Lichtkranz umschließt die Bedieneinheiten in der Mitte.

Das ist die Kehrseite vom bequemen Sitzen im Hochparterre. Die Frontsitze lassen sich weit verstellen, die geteilte Rückbank um 16 Zentimeter längs verschieben. Dass der Kofferraumboden in zwei Höhen einrastet oder auf der Rückseite abwaschbar ist, kennt man aus anderen Autos. Das riesige Handschuhfach aber nicht: Elf Liter fasst die herausziehbare Schublade – endlich mal wieder einer dieser kleinen Bequemlichkeiten, die wir früher an Franzosen so schätzten. Damals waren die Autos aber auch übersichtlicher, im Renault stehen die hinteren Dachsäulen doch arg im Blickfeld. Doch mit seinem angenehmen Fahrkomfort und der guten Serienausstattung inklusive Tempomat, Bordcomputer und 16-Zoll-Räder könnte der Captur erreichen, was Franzosen zuletzt selten gelang: Dass die Kunden jenseits vom Rhein ein Auto finden, das es zu Preisen ab 15.300 Euro hier noch nicht gibt.

Autor: Joachim Staat

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