Renault Clio: Fahrbericht

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Renault Clio: Fahrbericht

— 19.09.2012

So fährt sich der neue Clio

Der Clio darf als erster Renault-Vertreter die neue Designlinie präsentieren. Premiere feiert der kleine Franzose auf dem Autosalon Paris. AUTO BILD ist ihn schon gefahren.

Tää tää, tätätä – täääh! Schenken wir ihm eine Tagesschau-Fanfare, dem neuen Clio. Schließlich hat der Kleinwagen die Ehre, erstmals die neue Designlinie zu präsentieren, die Renault seit zwei Jahren vorbereitet und angekündigt hat. Nach dem Art Déco-Stil des früheren Designchefs Patrick Le Quément (Mégane, Avantime, Vel Satis) und der nachfolgenden Brotkasten-Tristesse wie an Laguna und Twingo lesen wir am neuen Clio nun also die Handschrift des neuen Formengebers Laurens van den Acker: sportliche Proportionen, kräftige Hüften, schlank eingezogene Flanken. Die neuen Linien stünden auch jedem Kompakten gut – ein rollender Business-Anzug mit schmalem Hosenbein. Zum dynamischen Auftritt tragen leicht veränderte Maße bei. Der neue Clio ist drei Zentimeter länger, die Räder stehen ebenso viel breiter auf der Straße.

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Die farbigen Cockpitflächen kann der Käufer individuell wählen. Leider spiegeln sie sich aber in der Frontscheibe.

Vom äußeren Wachstum kommt jedoch nicht allzu viel innen an: Vorne sitzt man ausreichend luftig, mit guter Sicht nach schräg vorne durchs zusätzliche Seitenfenster, doch hinten gehen die Knie weiter auf Tuchfühlung zur vorderen Sitzlehne. Und die ansteigende Fensterlinie mauert die Passagiere stark ein, was man jetzt immer öfter bei modernern Autos beklagen muss. Ein kleines Absurdum leistet sich das neue Renault-Design beim hintersten Mini-Fensterchen, das zwar von außen die Glasfront abrundet, von innen aber so winzig ist, dass niemand herausgucken kann. Schaut halt gut aus, wie die ganze Einrichtung mit ihren futuristischen Anzeigen, dem üblichen schwarzen Klavierlack in der "Dynamique"-Version und großen, farbigen Cockpitflächen, die der Käufer individuell wählen soll. Die spiegeln sich aber in der Frontscheibe. Wetten, dass der deutsche Kunde auf blaue oder rote Tupfer pfeift und bald zum sachlichen Anthrazit greift, obwohl doch Renault zur großen Individualisierung im Stil des Mini aufruft?

Die Preise: Das kostet der neue Renault Clio

Das Fahrwerk ist agiler abgestimmt, die neue Lenkung mit variabler Übersetzung gefällt mit klar verbessertem Gefühl.

Abgesehen von der Optik hat der Renault wenig revolutionär Bewegendes zu bieten. Mit Ausnahme des ersten Dreizylinders der Marke, der aus 0,9 Liter Hubraum dank eines Turbo 90 PS schöpft und als Eco-Version nur noch 99 Gramm CO2 je Kilometer rauspustet (das sind 4,3 Liter Normverbrauch), fährt der Clio bewährte Technik auf: zwei 1,5-Liter-Diesel mit 75 und 90 PS sowie der angestaubte 1,2-Liter-Benziner mit 75 PS, der sicher bald einem sparsameren Dreizylinder weichen muss. AUTO BILD fuhr den stärkeren Diesel. Einen souveränen Kraftprotz, der mit 220 Nm Drehmoment den Kleinen zum Vollwertauto adelt, jedoch nicht ganz die feinen Manieren beweist wie im Vorgänger. Brummen und Vibrationen dringen etwas stärker in den Innenraum als beim Vorgänger, offensichtlich haben die Franzosen an Dämmung und Materialien gespart. Das Fahrwerk ist jetzt agiler und deutscher abgestimmt, die neue Lenkung mit variabler Übersetzung gefällt mit klar verbessertem Gefühl. Da steckt wieder Sportgeist drin.

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So gut er aussieht, so spürbar hinkt der Clio technisch hinterher. Alle Getriebe müssen mit fünf Gängen auskommen, ein Doppelkupplungsgetriebe wird erst ab 2013 angeboten. An der Hinterachse arbeiten Trommelbremsen, wo die Konkurrenz längst Scheiben verbaut. Auch das moderne Infotainment-System (R-link) wurde nicht rechtzeitig zum Modellstart fertig und hat ein halbes Jahr Verspätung. Dafür ruft Renault selbstbewusste Preise ab 12.800 Euro auf. Immerhin gehören Zentralverriegelung, Tempopilot, schlüsselloses Starten per Keycard und fünf Türen schon serienmäßig an Bord. Der Dreitürer entfällt ersatzlos – allerdings sind aus van den Ackers Feder einige hübsche Ableger der neuen Clio-Basis zu erwarten.

Autor: Joachim Staat

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