Renault Clio von La Vitesse

Renault Clio von La Vitesse Renault Clio von La Vitesse

Renault Clio von La Vitesse

— 30.08.2002

Bonjour, Bestie

Man muss keinen Ferrari oder Aston Martin fahren, um Blicke auf sich zu ziehen. Das funktioniert auch mit dem Clio des Tuners La Vitesse. Beruhigend, dass der leistungsoptimierte Diesel hilft, sich allzu aufdringlichen Mitmenschen zu entziehen.

Spoiler küsst Asphalt

Stau! Das nervt. Und eine Frage stellt sich dann: Warum kommt man im Stau niemals neben einer schönen, allein reisenden Frau zum Stehen? Fast immer sitzen seltsame Zeitgenossen im Fahrzeug nebenan. Ganz schlecht für das Tempo wird es, wenn der Nachbar auch noch ein nichtalltägliches Auto neben sich entdeckt. Das ist dann der Blickfang Nummer eins. Und der Stau wird immer länger. Damit sind die wesentlichen Nachteile des 100 PS starken dci-Clio des Stettener Tuners La Vitesse genannt. Auf den ersten Blick hält man den knuffigen Franzosen für ein lediglich mit Felgen versehenes Serienexemplar. Zumindest von schräg hinten.

Denn die extremsten Tunereingriffe am Clio spielten sich vorn ab. Ein von La Vitesse entwickelter Frontspoiler verwandelt den Renault in ein aggressives, knapp über dem Asphalt schnüffelndes Etwas. In Verbindung mit dem Schwarz unseres Testwagens ergab das ein sehr schönes Bild. Um auch dem letzten Linke-Spur-Blockierer klar zu machen, dass der Clio im Rückspiegel nicht von einer Hausfrau gelenkt wird, verwenden die Stettener Veredler Aufsehen erregende Scheinwerferblenden.

Au revoir, große treue Clio-Augen. Bonjour, Bestie! Leider muss man auf den Spoiler sehr gut aufpassen. Die La-Vitesse-Fahrwerkslösung (Gewindefahrwerk vorn, Cup-Dämpfer hinten) lässt die Front leider oft den Asphalt küssen. Wegen des gesteigerten Vortriebs dürften Fahrer des Clio Probleme haben, jeder Welle im Belag, jedem Schlagloch auszuweichen.

Technische Daten

Aus 82 Serien-PS werden im Stetten 100. La Vitesse entwickelte für alle Renault-Modelle ein eigenes Steuergerät. Sowohl Benzin- als auch Dieselmotoren können bei La Vitesse gedopt werden. Satte 230 Newtonmeter leistet der 1,5 Liter Diesel. In 10,7 Sekunden beschleunigt er von null auf 100 km/h und erreicht 182 km/h Spitze, die Serienvariante benötigt 12,2 Sekunden und ist fünf km/h langsamer. Drückt man das Pedal ins Blech, kann man sogar den Stau-Schaulustigen entkommen, wenn es denn mal wieder rollt.

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