Renault Espace

Renault Espace Renault Espace

Renault Espace

— 20.09.2002

Raum-Renovierung

Länger, breiter, schicker: Renaults neuer Espace verdient einen Architektur-Preis.

Formensprache à la Vel Satis

Sternzeit 2002: Unendliche Weiten, das Raumschiff Espace erkundet neue Welten. Die vierte Generation des französischen Vans nimmt das sehr wörtlich. Wie bei Renovierungen üblich, vergrößerten die Ingenieure die Außenabmessungen. Gegenüber dem Vorgänger wuchs der Espace IV um weitere 14 Zentimeter in der Länge. Zum Vergleich: Mit nur 4,25 Metern war der erste Espace von 1984 nur geringfügig länger als der heutige Renault Scénic. Dagegen ist der neue Espace ein Koloss.

Enge Altstadtgassen sind nicht (mehr) seine Sache. Mit ausgeklappten Spiegeln überschreitet er in der Breite sogar die Zwei-Meter-Marke. Der Größenwahnsinn hat aber auch gute Seiten. Längere Türen und der um 30 Prozent gewachsene Abstand zwischen Türrahmen und umgeklapptem Fondsitz machen den Zugang zur dritten Sitzreihe komfortabler.

Wer drinnen ist, vergisst schnell jede Kritik. Eine maximale Laderaumlänge von über 2,22 Metern, viel Ellbogenfreiheit und Innenbreite verdienen das Prädikat: große Klasse. Vor allem die Variabilität bleibt die Trumpfkarte des Espace. Ob ohne, mit einer oder zwei Fondsitzreihen, ob mit gedrehten Vordersitzen oder umgeklappten Rücklehnen: Dieser Van bietet jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten. 

Unendliche Weiten im Innenraum

Die hochwertigen Sitze sind zwar leicht demontierbar, für zierliche Frauen aber zu schwer zum Tragen. Auch der Sitzkomfort auf den hinteren Plätzen ist nicht optimal. Durch die kurze Schenkelauflage und die geringe Sitzhöhe hocken Personen über 1,80 Meter immer noch angewinkelt im Fond. Der Espace bleibt sich also treu. Auch optisch.

Geblieben ist die ausgeprägte ICE-Front. A-Säule und Rahmen der Windschutzscheibe verbindet nach wie vor ein großes Dreiecksfenster. Darunter sorgen jetzt Sicken im Blech für eine dynamischere Erscheinung. Blech? Ja, Blech! Die Außenhaut besteht nicht mehr aus geklebtem Kunststoff, sondern aus Metall. Wurden die ersten drei Espace-Serien beim Raumfahrtkonzern Matra gefertigt, kommt die neue aus dem Renault-Werk Sandouville.

Front und Heck hat Renaults Chefdesigner Patrick le Quément der futuristischen Formensprache von Vel Satis und Avantime angepasst. Wie selbstbewusst die Franzosen inzwischen sind, beweist der sonst übliche Renault-Schriftzug am Heck. Er ist weg. Die große Klappe zieren lediglich der große Rhombus plus Typenname.

Fahrkomfort auf Oberklasse-Niveau

Auch vorn trägt der Espace stolz das Firmenzeichen zwischen dem zweigeteilten Lufteinlass. Zur Zurückhaltung besteht auch kein Anlass. Der Siebensitzer ist nicht nur in den Abmessungen ein großes Auto. Sein Fahrkomfort hat Oberklasse-Niveau.

Besonders angenehm ist die sehr geringe Geräuschentwicklung. Innovationen bei der Motordämmung machen den Espace zum Flüster-Van. Nur bei hohen Drehzahlen dringen Motorgeräusche ins rollende Wohnzimmer. Die sind allerdings immer dann notwendig, wenn es der Fahrer eilig hat.

Der Zweiliter-Turbo mit 163 PS ist gerade ausreichend für angemessenes Vorwärtskommen. Sauger und Turbodiesel gleicher Größe dürften sich speziell im Gebirge an dem 1,7-Tonner verheben. Besser: Der 2,2- und Dreiliter-Diesel sorgen für zügiges und sparsames Reisen. Das 3,5-Liter-V6-Toptriebwerk mit 245 PS wird eine Randerscheinung bleiben.

Fazit und Technische Daten

Für Espace-Käufer dürften Motorisierung und Handling ohnehin Nebensache sein. Wichtiger: die Sicherheit. Das Fahrverhalten scheint nach erster Einschätzung jedenfalls unkritisch, ESP und acht Airbags sind Serie. Allerdings vermittelt die leichtgängige Lenkung wenig Fahrbahnkontakt. Unpräzise leider auch die Bremse. Das Pedal fühlt sich weich an. Doch keine Sorge: Die Verzögerungsleistung ist okay.

Fazit Insgesamt wirkt der Espace sehr wertig. Besonders der Innenraum-Stoff macht einen tadellosen Eindruck, die kratzempfindlichen Plastikteile dafür weniger. Zum Preis: Billig war der Espace nie. Dabei bleibt es. Er startet bei 26.350 Euro. Und dass die Topvariante Initiale 3.0 dCi fast 50.000 Euro kosten wird, dürfte zumindest Mister Spock ein Zucken der Augenbraue entlocken: faszinierend.

Technische Daten Reihenvierzylinder, quer eingebaut • vier Ventile je Zylinder • zwei Nockenwellen • Hubraum1998 cm3 • Leistung 120 kW (163 PS) bei 5000/ min • max. Drehmoment 250 Nm bei 2000/min • Frontantrieb • Sechsgang • Einzelradaufhängung vorn • Verbundlenkerachse hinten • Kofferraumvolumen min./max. 291/2860 l • Tankinhalt 83 l • Länge/Breite/Höhe 4661/1860/1728 mm • Reifen 225/55 R 17 • Leergewicht 1685 kg • Spitze 205 km/h • Preis ca. 32.000 Euro

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