Sitzprobe Renault Initiale

Renault Initiale Paris: Sitzprobe

— 12.09.2013

Van alles anders wird

Der kommende Renault Espace soll sexy und trendy aussehen. Ausblick gibt die Studie Initiale Paris, in der wir auf der IAA schon mal Platz genommen haben.

Laurens van den Acker hat bei Renault vieles angestoßen: neue Modelle, neue Linie, neuer Schwung – und jetzt stößt der Designer eine Markenikone der Franzosen vom Thron. Der Espace, seit 1984 Trendsetter für Europas Vans, hat ausgedient. Zumindest in seiner alten Form. Die Zukunft der Raumautos wird aussehen aus wie die IAA-Studie "Initiale Paris": eine Kreuzung aus Rammbock und ICE. "Die Menschen wollen heute nicht nur Platz, sondern dabei auch sexy aussehen," so van den Acker, der in Anzug und leuchtenden Sneakers seine Studie erklärt.

Überblick: Alle News zur IAA 2013 im großen Messe-Spezial

Fit für die heterogene Familie von Übermorgen: Jeder Platz im Initiale bekam seine eigene Gestaltung.

Wie bitte, keine Gutmenschen, sondern nur noch Hedonisten im Glaskasten? Der bisherige Espace, ein rollender Wintergarten mit sechs verstellbaren Einzelsitzen, entsprang laut van den Acker einer Blech gewordenen Demokratie. Alle Plätze gleich, alle gleich viel Wert, gleich variabel. "Heute ist die Familie eine Gruppe von Individualisten," so der Designer. Daher bekam jeder Platz im Initiale seine eigene Gestaltung. Sitzprobe neben den bunten Sneakers. Der Fahrer des Initiale sitzt in einer sportlichen Cockpitkanzel wie ein Jetpilot, vor sich zentrale Anzeigen, neben sich eine Mauer von Mittelkonsole. Lenken und Steuern als Erlebnis, oho! Früher war der größte Aufreger im Espace, in der Kühlbox zu prüfen, ob die Schokolade geschmolzen war.

Erster Eindruck: So sitzt es sich im VW Golf Sportsvan

Auf immerhin 4,85 Meter streckt sich die Studie – viel von der Länge schluckt das Design.

Im Initiale bekommt auch der Beifahrer seinen Erlebniskokon mit eigener Unterhaltungsinsel, während hinten die Kinder in ihrer Internetwelt nur noch teilweise in diesem Universum mitreisen. In der dritten Reihe wartet eine aufrollbare Hängematte auf leidensfähige Mitreisende, denn unterm niedrigen Dach wird es ab 1,60 Meter Körpergröße reichlich eng. Enger als früher. Espace heißt Raum, und von dem müssen Van-Liebhaber sich teilweise verabschieden. Schmale Dachpfosten und ein Glasdach sollen im Innenraum zumindest den Eindruck des geräumigen erhalten, aber durch die "großen Fenster", die Laurens van den Acker verspricht, ist im Initiale nicht viel zu sehen. Immerhin hat das Showcar mit 4,85 Meter das Maß des aktuell längsten Grand Espace.

Sitzprobe: der Ford Mondeo Vignale im Messe-Check

"Auch ein Van kann heute Eier haben!", so erklärt van den Acker (rechts) die kräftigen Schultern des Vans.

Davon geht in der Studie einiges für die Optik drauf. Für die breite, kräftige Nase im Stil eines SUV, die kräftigen, für einen Van untypischen Schultern hinten – "auch ein Van kann heute Eier haben!", wie van den Acker meint. Bei solchen Zitaten wird deutlich, mit welcher Überzeugungskraft der Designer den Wandel bei Renault erreicht hat. In anderthalb Jahren kommt der Nachfolger des Espace auf den Markt, weitgehend im Stil des Initiale. Dann ist Schluss mit dem Wintergarten-Look des Raumschiffs. Zugegeben, große Vans galten zuletzt als Inbegriff der Langeweile und kamen stark aus der Mode. Mit seiner Studie erlaubt sich Renault, den Van wieder mal neu zu erfinden. Dürfen sie, schließlich haben sie ihn ja auch erschaffen.

Autor: Joachim Staat

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.