Renault Kadjar (2015): Fahrbericht

Renault Kadjar (2015): Fahrbericht

— 29.05.2015

Erste Fahrt im Renault Kadjar

Renault schickt den Kadjar ins Rennen um die Gunst der Käufer. Das SUV soll auf der Erfolgswelle von Qashqai und Co mitsurfen. Erste Fahrt im schicken Franzosen!

Stell Dir vor, deinem Bruder fliegen die Herzen zu und du schaust nur zu, statt seine Masche zu kopieren oder seine Klamotten. So hat Renault den Erfolg des Qashqai verschlafen, der seit 2007 vormacht, wie ein SUV für die Massen Erfolg hat: kompakt wie ein Golf, simple Technik, günstige Preise. Nun wachen die Franzosen auf und bringen den Kadjar, der alles vom Qashqai hat – und einiges noch besser machen will.

Und, sehen Sie es? Der Kadjar ist ein enger Bruder des Nissan Qashqai.

Der Kadjar zeigt, wie sein kleiner Bruder Captur, die neue Formensprache aller modernen Renault: Vorne prominent der Marken-Rhombus, zieht er die Blechflanken in Höhe der Türen ein und stellt dahinter die Hüften aus. Dazu ein flaches Dach und ein optisch breites Heck – mit einheitlichen Schlüsselreizen hat Designchef Laurens van den Acker der Marke wieder Profil gegeben. Für die inneren Werte sorgen beim Kadjar die Gene des Qashqai: Man sitzt SUV-typisch höher, genießt auf allen Plätzen mehr Platz als im Golf, und die Bedienung verzichtet auf französische Extravanganzen. Alles liegt dort, wo die Finger es erwarten. Nach schräg hinten sieht der Fahrer schlecht, dafür bietet das einstellbare Tacho-Display vier verschiedene Ansichten.

Beim Fahren animiert der Kadjar zum Entspannen

Im Fond des Kadjar: genug Kopf- und Beinfreiheit auch für Großgewachsene.

Die Unterschiede zum Nissan sind schnell aufgezählt: Der Kadjar ist sieben Zentimeter länger, hat 42 Liter mehr Kofferraum, als Extra eine von hinten per Hebelzug umlegbare Rückbank ("Easybreak") und den etwas stärkeren Benziner. Mit 130 PS gehört der französische Hochsitz zu den Flotten (10,1 Sekunden auf Tempo 100), statt der 5,7 Liter Normverbrauch standen je nach Fahrweise zwischen 8,4 und 9,4 Liter auf dem Bordrechner. Sparsamer fahren die beiden Diesel mit 110 und 130 PS, einzig den starken Selbstzünder bietet Renault auch mit Allrad an (29.890 Euro).

Sitzprobe Renault Kadjar

Die Modellpalette zum Verkaufsstart am 21. Juni 2015 wirkt zunächst schmal, oder sagen wir besser: reduziert auf beliebtesten Motorisierungen. Der größte Vorteil des Kadjar liegt dabei in einer ausgewogenen Reife: Die gleichmäßige Lenkung und die Handschaltung mit ihren langen, aber exakten Wegen wollen nicht zum Heizen animieren, sondern zum Entspannen. Der nur 1,2 Liter große Turbobenziner wird mit seiner vorbildlichen Laufruhe manchen Dieselfreund verführen, während das Fahrwerk den größten Verwöhn-Vorteil bietet: endlich mal keine pseudo-sportliche Härte, sondern kuscheliger Komfort.
Renault Kadjar: Die Motoren

Viele Ausstattungspunkte sind schon Serie

Gute Materialanmutung: Renault hat zu einem entspannten Cockpitdesign gefunden.

Also, zurücklehnen und die umfangreiche Ausstattung genießen. In der zweiten Version "Experience" sind für 23.690 Euro schon Nettigkeiten an Bord, die anderswo extra kosten: 17-Zoll-Alus, Zwei-Zonen-Klima, Dachreling, Soundsystem und schlüsselloses Einsteigen. Wer unbedingt Offroad-Look möchte, holt sich im rustikalen "X-mod" für nochmals 900 Euro mehr rauhe Optik und sandfarbene Dekorteile ins Interieur. Die Erfahrung zeigt: Beim Qashqai wollen nur sieben Prozent der Kunden das Allrad-Auto.

Worauf müssen Kadjar-Käufer verzichten? Auf das "Birdview" des gleich teuren Qashqai, der Kamerabilder zur Vogelperspektive zusammenfasst, auf den 163 PS starken Benziner und vor allem auf eine Automatik für den großen 130-PS-Diesel. Kommt wohl alles noch. Statt drei Jahren Garantie wie beim Qashqai, gibt es bei Renault nur zwei. So weit geht der Klon nicht, trotzdem wird er dem Nissan manchen Käufer wegnehmen.
Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Endlich ein attraktiver Tiguan-Gegner von Renault: Der Kadjar bietet viel Platz, moderne Motoren und gute Ausstattung. Mit komfortabler Federung und aggressiven Preisen findet die Marke zu alten Stärken zurück.  

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