Renault Kangoo Be Bop Z.E.

Renault Kangoo Be Bop Z.E.

— 30.06.2009

Unter Spannung

Da läuft er ja: Die Franzosen heizen die Spannung um den Elektro-Kastenwagen Renault Kangoo Be Bop Z.E. mächtig an; zwei Jahre vor Verkaufsstart zeigen sie erste Fahrfotos und kündigen sogar vier weitere E-Modelle an.

Und er bewegt sich doch: Der Renault Kangoo Be Bop Z.E. (steht für Zero Emission, sprich null Schadstoffe) steht noch gut 18 Monate vor der Serienreife, doch seine Entwickler können es sich nicht verkneifen, kontinuierlich über die Krabbel-Fortschritte des Öko-Babys zu berichten. Derzeit ist das Lieferwägelchen in der Lage, mit Elektroantrieb 100 Kilometer ohne Nachladen zurückzulegen. 160 sollen es einmal werden; dafür muss die Lithium-Ionen-Technik der Energiespeicher noch ein wenig vorangetrieben werden. Der Elektro-Kangoo vollzieht seine Entwicklungsschrittchen also parallel zur Akku-Forschung. Zugleich wird ein Recycling-System entworfen. Die Batterie baut übrigens die Automotive Electric Supply Corporation, ein gerade zwei Jahre junges Joint-Venture von NEC und dem Renault-Partner Nissan. Der Lieferant strebt eine garantierte Lebensdauer von sechs Jahren an; danach soll das 250 Kilogramm schwere Speichermedium nicht weniger als 20 Prozent seiner Leistungsfähigkeit eingebüßt haben.

Keine Kupplung, kein Abwürgen mehr

Ganghebel Fehlanzeige: Der Antrieb des Kangoo Be Bop Z.E. funktioniert ganz ohne Getriebe.

Der Batterieblock ist in Unterflur-Bauweise über den Fahrzeugboden des Kangoo Be Bop Z.E. verteilt. Zwischen dem 60-PS-Gleichstrommotor und den Antriebsrädern befindet sich ein Vorgelege, das stufenlose Beschleunigung bis auf 12.000 Umdrehungen pro Minute erlaubt. Fahranfänger können aufatmen: Da es keine Kupplung gibt, kann man den Motor auch nicht abwürgen. Der Hersteller sieht zwei Möglichkeiten der Aufladung vor: Die Akkus können entweder am 400-Volt-Starkstromanschluss in 30 Minuten bis zu 80 Prozent frisch gefüllt werden oder aber langsam am Hausnetz über Nacht. Das sei auch die sparsamste Methode, weil elektrischer Strom in dieser Zeit am wenigsten kostet. So berechnet etwa Frankreichs Energieriese EDF jenseits der Spitzen bis zu 40 Prozent weniger für die Kilowattstunde. Sobald ein einheitlicher Ladungs-Standard entwickelt sein wird, soll es sogar möglich sein, Lithium-Ionen-Akkus in 20 Minuten voll aufzuladen.

Vier weitere Elektro-Renault bis 2012

Familien-Politik: Dem Kangoo Be Bop Z.E. sollen bis 2012 vier weitere Elektroautos von Renault folgen.

Der Kangoo Be Bop Z.E. ist nur der Auftakt im Hause Renault: Ihm folgen weitere Elektroautos, wie der Hersteller jetzt verkündete. 2011 werden ein Familienauto sowie die Langversion des Hochdachkombi, der Kangoo Express, in Europa und Israel auf den Markt kommen. Noch in demselben Jahr soll ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug, "Urban Car" genannt, ebenfalls ausschließlich den Saft aus einem Akku an Bord ziehen. 2012 schließlich soll ein Kompaktauto mit Fließheck ähnlich dem Mégane hinzu kommen. Diese Fahrzeuge sollen auch für einen blitzschnellen Batteriewechsel optimiert werden, falls sich das System der Batteriewechselstationen gegenüber dem der Stromtankstellen durchsetzen sollte.

Autor: Roland Wildberg

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