Renault Mégane vs. Peugeot 308

Renault Mégane/Peugeot 308: Test

— 18.12.2015

Neuer Mégane im ersten Vergleich

Frankreich lebt – mit Kompakten, die Alltag und anderes vereinen. Wir haben Renault Mégane und Peugeot 308 zum Vergleich gebeten.

Video: Renault Mégane 4 (2016)

Sportler oder Sänfte?

Frankreich ist zurück auf Europas Autobühne. Zuerst bewiesen Renault Twingo und Citroën Cactus, dass Kleinwagen nur mit einer Prise Humor zu wahrer Größe finden. Nun strotzen die neuen Kompakten vor Selbstbewusstsein. Der Peugeot 308 spielt den Golf, ohne zu golfig zu werden, nun will der neue Renault Mégane verwöhnen – Savoir-vivre 2.0. Ihr erstes Rendezvous wird zum Seelentrip ins Nachbarland. Dort ist die Zeit der Experimente vorbei. Die beiden Franzosen wollen kompetente Kompakte sein, echte Autos für die Mitte und zugleich so individuell wie früher.

Der Mégane profitiert von Talisman und Espace

Ordentlich aufgerüstet: Renanault packt beim Mégane Elektronik aus der Oberklasse ins Auto.

Hier der 308 mit erdigen Proportionen, als wachse das Auto aus dem Asphalt hervor, dort der leichte, fließende Mégane. Geduckter, coupéhafter. Deshalb steht innen die schräge A-Säule böse im Blickfeld. Da ist der Peugeot übersichtlicher. Leider nicht einfacher zu bedienen. Im kleinen Lenkrad steckt viel GTI, aber die kleinen Anzeigen darüber und ein Touchscreen statt Tasten in der Mitte zeigen das alte Frankreich. Mehr Philosophie als Ergonomie: ein Konzept, das eher verwirrt als hilft, davon abgesehen sitzen und sehen Lange über 1,85 Meter unbequem. Wie leicht verständlich flutscht dagegen die Bedienung auf dem großen Display (Option) im Mégane. Renault profitiert von der gemeinsamen Plattform mit Talisman und Espace und packt mehr Elektronik aus der Oberklasse ins Auto. Statt eines Tachos leuchtet hinterm Lenkrad ein einstellbarer Monitor, oben fährt als Extra ein Head-up-Display heraus. Die Massagefunktion für die breiten Sessel hat Peugeot auch nicht auf Lager. Nettes Plaisir, doch beim Platzangebot schenken die beiden Franzosen sich nichts. Hinten stoßen die Knie in die Vordersitzlehnen, den großen Kofferräumen fehlt ein höhenverstellbarer Ladeboden. Trotzdem: Da der zehn Zentimeter kürzere Peugeot genauso viel Platz hat, ist er ausgekochter.
Alle News und Tests zum Renault Mégane m

Das fahraktivere Auto ist eindeutig der Peugeot 308

Sehr gut abgestimmt: Die Federung des 308 ist straff, hält aber genug Reserven für schlechte Straßen vor.

So fährt er sich auch, agiler und sportlicher dank dem knapperen Radstand. Da steckt viel Deutsches drin, wie der 308 die Straße abliest: mit einer straffen Federung, die trotzdem genug Reserven besitzt für volle Beladung oder die Schlaglöcher einer bretonischen Küstenstrecke. Der Peugeot will unterhalten: Der Schalthebel klickt kurz, der Diesel knurrt lauter und schickt Vibrationen bis ins Lenkrad. Obwohl der 1,6-Liter auf dem Papier 10 PS weniger leistet, zieht er dem Mégane an der Ampel und auf der Autobahn stetig davon. Na und? Da lehnt der Renault-Fahrer sich gelassen in seinen breiten Polstern zurück. Dass er einen Diesel fährt, merkt er nur beim Tanken und beim Kaltstart, so ruhig und leise dreht der Vierzylinder da vorne bis an die 5000 Touren. Die sechs Gänge rasten auf längeren Wegen, aber Eile will ohnehin nicht zum gelassenen Mégane passen. Beim scharfen Anfahren scharrt er spürbar mit den Vorderrädern, auf Einlenken reagiert er selbst im "Sport"-Programm zu synthetisch. Dieser Kompakte will verwöhnen, er will uns von der Welt abkoppeln.
Alle News und Tests zum Peugeot 308

Kfz-Versicherungsvergleich

Ein Service von

Versicherung vergleichen und bis zu 850 Euro sparen!

  • Über 200 Tarife im Vergleich
  • Kostenlos und unverbindlich
AKTION: 20 €-Amazon-Gutschein bei jedem Abschluss bis zum 31.10.2016
Das gelingt ihm vielleicht dank der Extraportion Luxus, die beim stärksten 130 dCi schon serienmäßig in der Grundversion Intens mitreist: großes Sieben-Zoll-Display, Zwei-Zonen-Klima, Tempomat und der Multisense-Schalter für die verstellbare Anzeigen- und Farbwelt machen unterm Strich 25090 Euro. Nur: Der 308 hat kaum weniger an Bord und kostet als HDi120 Active nur noch 23.800 Euro, nachdem Peugeot zuletzt die Preise leicht gesenkt hat. Die Marke ist schon in der harten Realität angekommen, während Renault noch von morgen träumt: 2017 folgt der Mégane als Diesel-Hybrid – ein Comeback in Blau-Weiß-Rot.
Fahrzeugdaten Peugeot 308 HDi 120 Renault Mégane 130 dCi
Motor Reihenvierzylinder-Turbodiesel Reihenvierzylinder-Turbodiesel
Einbaulage vorn quer vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Zahnriemen
Hubraum 1560 cm³ 1598 cm³
kW (PS) bei 1/min 88 (120)/3500 96 (130)/4000
Nm bei 1/min 300/1750 320/1750
Vmax 196 km/h 199 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Preis 23.800 Euro 25.090 Euro

Neuer Renault im ersten Vergleich

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Peugeot 308 HDi und Renault Mégane 130 dCi (Erste Fahrt).

Veröffentlicht:

11.12.2015

Preis:

1,00 €


Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Starke Kompakte, die Vielfalt in die Masse mischen: Der 308 geht bei Maßen, Antrieb und Preis auf sportliche Diät, der Mégane besetzt eine offene Rolle – die als eleganter, moderner Komfort-Cruiser mit einem Esprit zwischen Lancia Delta und DS4.

Stichworte:

Kompaktklasse

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.