Renault Mégane Scénic (1996-1999)

Gebrauchtwagen Renault Mégane Scénic Gebrauchtwagen Renault Mégane Scénic

Renault Mégane Scénic (1996-1999)

— 25.02.2002

Am Ende ein Problem

Gebrauchte Renault Mégane Scénic sind gefragt und teuer. Ein neuer Auspuff sollte auch gleich einkalkuliert werden

Karosserie und Technik

Anspruchsvoll sind wir geworden, und zwar in jeder Beziehung: Groß muss ein Familienauto sein - und dabei erschwinglich bleiben. Die Frage nach Laderaum bringt den Renault Mégane Scénic nicht die Spur in Verlegenheit: Maximal 1850 Liter sind eine klare Antwort, die den Hobby-Spediteur freut. Doch erschwinglich? Ein dreijähriger 1.9 dTi mit 98 PS notiert heute gerade mal 36,6 Prozent unter dem ehemaligen Neupreis.

So stabil wie der Wert ist die Technik des fünfsitzigen Lademeisters nicht immer. Vor allem am Ende gibt es ein Problem: Schon dreijährige Fahrzeuge nerven mit rostigen Abgasanlagen. Der bei TÜV-Untersuchungen ermittelte Mängelwert ist hier mehr als fünfmal höher als der Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge. Auch unser Fotomodell, Baujahr 98, überraschte mit kräftigen Gammelspuren an der gesamten Anlage, richtig ausgefranst sah das Endrohr aus. Der Nachschalldämpfer kostet für einen 2.0 16V etwa 500 Mark, der Einbau dauert eine halbe Stunde.

Wesentlich länger parkt der französische Van, wenn die Wegfahrsperre streikt. Sie kann nur vom Marken-Mechaniker und vom Pannenhelfer wieder zum Leben erweckt werden. Dreht der Anlasser den Motor durch und will dieser absolut nicht anspringen, hilft aber oft ein kleiner Trick: Den Wagen einmal per Fernbedienung zusperren und wieder öffnen - dies brachte schon manchen Scénic wieder auf Touren. Grund: Die Wegfahrsperre aktiviert sich, wenn der Wagen geöffnet länger steht und der Motor nicht läuft.

Motor und Antrieb

Probleme mit dem Anlasser sind dem geräumigen Mitglied der Mégane-Familie nicht fremd. Hier ist es der Magnetschalter, der für Ärger sorgt. Abhilfe schafft nur ein Tausch-Teil. Den Motorraum sollten Scénic-Fahrer öfters begutachten und sämtliche Flüssigkeiten prüfen. Der Ölstand ist häufig unter der Minimum-Marke, die Ölflasche findet sich öfter auf der Tankrechnung. Vor allem die Dichtungen der ersten Baujahre werden ihrem Namen selten gerecht und lecken ungeniert. Zahlreiche Abdeckungen am Unterboden und über dem Zylinderkopf verdecken die undichten Stellen, weshalb ein schneller Blick vor dem Kauf nicht für Klarheit sorgt.

Leichter ist die Prüfung der Bremsscheiben, die bei Hauptuntersuchungen für Prüfer-Kritik sorgen; hier genügt ein Blick, wenn der Wagen auf der Hebebühne steht. Selbst ein Laie kann ohne Hilfe einiges über die Vergangenheit des Familien-Frachters erfahren: Abgenutzte Kunststoffteile im Laderaum bezeugen den Einsatz als Lieferwagen. Sicherheitshalber Stoßdämpfer prüfen lassen, große Prüfzentren haben dafür eine so genannte Rüttelplatte, ein spezielles Testgerät.

Ein guter Zustand der Rücksitze soll nicht bedeuten, dass der Scénic nicht als Transporter diente. Vielleicht war die Bestuhlung nur über lange Strecken ausgebaut, um das Kofferraumvolumen für Sperriges zu vergrößern. Ein komplettes Serviceheft sollte selbstverständlich sein; hier kann man auch sehen, ob der Zahnriemen austauschreif ist. Denn wenn dieser einige Zähne überspringt, ist eine teure Motorreparatur fällig. Wartung in der Markenwerkstatt lohnt, denn so gewinnt man mit dem Mégane Scénic einen Familienfreund für viele Kilometer.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 12/96 Präsentation des Mégane Scénic, die Plattform wurde vom Renault Mégane übernommen. Motoren: 1,6-Liter mit 55 kW (75 PS) und 66 kW (90 PS), 2,0-Liter mit 83 kW (113 PS) und 1,9-Liter-Turbodiesel mit 72 kW (98 PS) 9/98 Neue 16V-Motoren: 1,4-Liter mit 70 kW (95 PS), 1,6-Liter mit 79 kW (107 PS) und 2,0-Liter mit 102 kW (138 PS) 4/99 Mit dem Facelift kommt ein neuer Name: Nun heißt der Van Scénic und scheidet aus der Mégane-Familie aus 6/00 Einführung des Scénic RX4 mit Allradantrieb

Schwachstellen • Die Auspuffanlage ist die größte Schwachstelle des Renault Mégane Scénic. Nach drei Jahren muss auf jeden Fall eine Reparatur einkalkuliert werden. Der Gammel breitet sich vom Krümmer bis zum Nachschalldämpfer gleichmäßig aus • Bremsscheiben und Bremskraftregelung geben häufig Anlass zur Kritik bei den TÜV-Überprüfungen • Ärgerlich und teuer: Ölverlust am Motor aufgrund leckender Dichtungen • Streikende Wegfahrsperren haben schon manchen Scénic-Besitzer nach Hilfe rufen lassen. Abblendlicht und Blinker sind die Sorgenkinder im Kapitel Beleuchtung - immer wieder TÜV-Beanstandungen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Renault Mégane Scénic 2.0 RT, 84 kW/114 PS, Baujahr 98. Das Geheimnis der günstigen Ersatzteilpreise innerhalb der Mégane-Familie (wozu der Scénic gehört) ist die Plattformstrategie.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Auffällig ist bei den von uns geprüften Renault Mégane Scénic die Auspuffanlage, hier sehen wir überdurchschnittlich oft Korrosionsschäden. Ebenso werden häufig Fehler an Blinkern und an der Beleuchtungsanlage festgestellt. Weitere Schwachpunkte des Franzosen: Bremsscheiben sowie die Bremskraftregelung. Vorbildlich hingegen ist der Scénic in Sachen Rostschutz: Korrosion an Rahmen und tragenden Teilen kommt so gut wie nie vor." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mégane Scénic RT 1.9 dTi (72 kW/98 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 551 Mark im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 6,2 Liter, gemessen 6,9 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (21/1000 Mark SB): 2390 Mark. Teilkasko (28/300 Mark SB): 386 Mark. Haftpflicht (16): 1748 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 350 bis 550 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 37 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 3000 Mark Verlust

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