Renault Mégane von Manuel Gründig

Renault Mégane von Manuel Gründig Renault Mégane von Manuel Gründig

Renault Mégane von Manuel Gründig

— 27.06.2005

Der Beißer

Manchmal muß man sich eben durchs Leben beißen. Manuel Gründig tut das auf seine Weise – mit dem Renault Mègane.

Luftfahrwerk im Eigenbau



In der Renault-Szene gibt es wahrlich nicht viele vom Schlag dieses Mégane. Doch bevor Manuel den Franzosen zum Pokaljäger aufbauen konnte, mußte die Limousine ihrer Pflichten als Familienkutsche entledigt werden. Also bekam seine Frau einen Laguna Grandtour für sich und das Töchterchen, während der Mégane abgemeldet und zuerst einmal zerlegt wurde.

Denn Manuel wollte etwas auf die Beine stellen, was es unter Renault-Schraubern schlicht noch nicht gab. Vorab: das ist ihm perfekt gelungen. Manuel dürfte weit und breit der einzige mit einem Luftfahrwerk in einem Renault sein. Es ist nämlich kompletter Eigenbau. Zusammen mit Schwager Mico beschäftigte er sich neun Monate mit der Konstruktion. Bevor das Fahrwerk endlich fahrbereit war, mußten herbe Rückschläge weggesteckt werden: Versuch Nummer eins brach. Nummer zwei war undicht. Nummer drei war dann endlich gut, mußte aber ohne Domlager auskommen. Bei Versuch Nummer vier gab es dann eine Aufnahme mit Domlager, die aber erneut brach - der Winkel paßte nicht zum Dämpfer.

Dann schließlich, beim fünften Anlauf und mit geändertem Dom, ging alles glatt. Jetzt konnte das Airride gleich noch auf spezielle Showzwecke vorbereitet werden. Es hat nämlich eine Einzelradansteuerung und kann sich genauso schnell senken und heben wie ein Lowrider. Geht doch gar nicht mit einem Luftfahrwerk, werden jetzt viele sagen. Doch es geht. Nur wie, das will uns Manuel leider nicht verraten.

Bloß nichts von der Stange



Glücklich wie Oskar, konnte der Umbau weitergehen. "Bloß nichts von der Stange kaufen", war des Schwabens Vorgabe. Im Autohaus Hauser bestellte er sich eine originale Frontstoßstange vom Mégane 2 RS und Mégane Cabrio. Diese wurden dann zusammenlaminiert, was ihm die "Grund-Brüder" beibrachten. Nach drei Wochen Spachtel- und Schleifarbeit war das Teil ein echtes Unikat. Die Idee mit den Chrombügeln kam Manuel beim vielen Schleifen. Von welchem Küchenschrank er die Griffe hat, bleibt sein Geheimnis. Auf jeden Fall sieht das jetzt ganz nach "Beißer" aus und erinnert irgendwie an den gleichnamigen Typ aus James Bond.

Die hintere Stoßstange besteht aus Teilen eines Mégane 2 und wurde um zwölf Zentimeter verlängert. Dasselbe geschah an der Motorhaube. Sie wurde in Blech verlängert und läßt die Scheinwerfer des 99er Modells dahinter recht grimmig dreinschauen. Der Grill wurde geschlossen und ergibt nun ein völlig neues Gesamtbild. Diese Arbeiten waren für Manuel als gelernten Kfz- Mechaniker überhaupt kein Problem, und so befreite er die Heckklappe auch gleich noch von allen unnötigen Öffnungen.

Die Rückleuchten stammen vom 99er Modell. Das Nummernschild hängt jetzt an der Unterseite der Stoßstange, mit zwei Winkeln befestigt. So mußten keine störenden Löcher gebohrt werden. Die Kotflügel mußten für die 7x17 Zoll breiten Limited-Felgen lediglich gebördelt werden. Die Schweller stammen vom BMW M3.

Interieur und Tuning-Facts



Soweit war alles Äußere erledigt, und es konnte mit dem Innenraum weitergehen. Das ganze Interieur flog raus und wurde von Manuel selbst mit cremefarbenem Leder bezogen und auf Stand eines 2003er Modells gebracht. Lediglich das Lenkrad und die Sitze gingen zum Sattler. Der Himmel erstrahlt in feinstem Alcantara. In den Sonnenblenden, zwischen den Sitzen und auf der Hutablage können nun auf vier Monitoren DVDs geschaut werden.

Auf der umfunktionierten Mittelarmlehne der Rückbank sitzt ein Zehn-Liter-Tank zur Versorgung des Airrides. Sein kleinerer Bruder mit sechs Litern wurde versteckt verbaut. "Wenn schon Druckluft an Bord ist, warum nicht kleine Gimmicks mit einbauen?" Der verchromte Tankdeckel mit goldenen Schrauben fährt nun auf Knopfdruck nach unten auf und ist ein echter Hingucker. Der Heckausbau wurde mit Bruder Marcel realisiert, da der als Tischler die besten Vorkenntnisse dafür hat.

In der ehemaligen "Kofferaufbewahrungsstelle" und an Stelle der Hutablage massieren jetzt fünf gigantische JBL-Woofer das Trommelfell der Insassen. Der Renault ist noch nicht ganz fertig, wird aber Ende 2005 in die "Tuning-Rente" geschickt. Ans Aufhören denkt aber trotzdem niemand - die Gründig-Brüder basteln bereits fleißig an einem "Über-Clio"!

Autor: Sebastian Schulz

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