Renault Mégane von Silvio Merschenz

Renault Mégane von Silvio Merschenz Renault Mégane von Silvio Merschenz

Renault Mégane von Silvio Merschenz

— 03.10.2005

Bayernblick

Stell Dir vor, dieses Auto taucht in Deinem Rückspiegel auf. Die Scheinwerfer kommen Dir bekannt vor, doch sie gehören zu einer anderen Marke. Silvios Mégane stiftet totale Verwirrung.

Zwei Jahre Knast für verfälschte Renault?

Spätestens beim Blick auf die Seitenansicht sind alle Klarheiten restlos beseitigt. Ist es tatsächlich ein Renault Mégane Coach mit den Scheinwerfern des BMW E46, der bis 2004 produzierten 3er-Serie? Spinnen die Franzosen? Nein, die armen Hersteller können doch nichts für Kunden, die sich als oberstes Ziel die Verfremdung ihrer Autos gesetzt haben. Je schwieriger eine Marke identifizierbar wird, desto höher müßte eigentlich das Strafmaß für die Übeltäter angesetzt werden.

"Wer Renault verfälscht oder verfälschte Renault in Umlauf bringt, wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft." Wäre das so, würde Silvios Tuner Impact Motorsport wahrscheinlich lebenslänglich einsitzen, weil er durch weitere Renault-Projekte schwer vorbelastet ist. Wir besuchen den Geschäftsführer René Klaus in seiner imaginären Gefängniszelle, um ihm das volle Geständnis zu entlocken.

Er gesteht alles. Aus der original Mégane-Stoßstange und einer RS-Frontschürze formte er mit GFK ein Ganzteil, wie er schwört, zum ersten Mal für diesen Mégane. Strafmildernd wirkt sich aus, daß der Wunsch nach BMW-E46-Augen vom Kunden an ihn herangetragen wurde. Silvio recherchierte bereits im Vorfeld, daß diese Scheinwerfer gut mit dem Mégane harmonieren müßten. Das Basteln der Halterungen spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Ein fließender Übergang zu den Kotflügeln und vor allen die Bündigkeit mit der Haube verlangten eine brauchbare Lösung, schließlich sollte die Herstellernorm der Spaltmaße nicht überschritten werden.

Zusatzscheinwerfer müssen hinter Gitter

Die Realisierung erforderte einiges an Improvisationstalent, weil Umfang und Kontur des BMW-Scheinwerferträgers natürlich nicht für Renault geschaffen wurden. Der Renault-Haube raubte man die Nasenlöcher. Die Rundung der Nase zeigt sich nun markanter gestaltet und weiter nach vorne versetzt. Eine kleine "Isar-Welle" schließt die BMW-Doppelscheinwerfer nach unten ab. Hinter dem Racing-Gitter der Frontschürze verstecken sich nochmals vier Zusatzscheinwerfer. Um die Ausbuchtungen auf der verlängerten Haube zu kaschieren, kerbte Impact Lüftungsschlitze in das Renault-Blech. Abgerundet wurde die Haube durch ein Airbrush von Seidel-Fineart mit einem gefräßigen Drachen, dessen langer Schwanz über den Kotflügel hinweg bis zur B-Säule reicht.

Die Verbreiterungen des Mégane bauen in Blech, Spezialität der Mühlauer Tuningschmiede. Silvio vergab den Auftrag mit dem Hinweis "Freie Hand" unter der Voraussetzung, die Radläufe optimal mit den 18-Zoll-Carline-Rädern plus Distanzscheiben abzustimmen und natürlich die Eintragungen zu gewährleisten.

Der komplette Blechbau wirkt wie aus einem Guß. Die Übergänge der Verbreiterungen zu den GFK-Seitenschwellern und den Schürzen erreichen in den Spaltmaßen nahezu Serienqualität, was auf Grund der verschiedenen Materialen nicht einfach zu bewerkstelligen ist. So mußte die Heckschürze von Reichard an den Flanken mit GFK aufgefüttert werden. Das Kfz-Kennzeichen wanderte in die Schürze, nicht zuletzt um die cleane Fläche für ein kleines Airbrush nutzen zu können. GFK statt Alu gilt seit Oktober 2004 für das Material der Heckflügel. Lumma sei Dank fand ein Opel-Astra-Flügel den Weg auf die Heckklappe. Nur die Füßchen wurden bei Impact einer ambulanten Operation unterzogen. Zwei flache Hella-Rückleuchten pro Seite ersetzen die serienmäßigen Renault-Einheiten. Die Hella-Einsätze mit E-Prüfzeichen werden von innen in die eigens geformten GFK-Gehäuse verschraubt.

Geheimnis um die Kampfmaschine

Die Motorisierung bleibt Silvios Geheimnis, bis eine leistungsfähige Kampfmaschine den Mégane vorwärts treibt. Es sei nur so viel verraten, daß das neue Herz mit mindestens sechs Zylindern schlagen und ordentlich Drehmoment auf den Asphalt bringen soll.

Hinter den König-Sportsitzen mit den Edition-Gurten von Schroth ließ Silvio von S&L CarAudio aus Annaberg eine wettbewerbsfähige Car-Hi-Fi-Anlage installieren. Drei Rockford- Endstufen befeuern zwei Drei-Wege-Systeme und zwei Subwoofer. So ist auf jeden Fall dafür gesorgt, daß die Bässe ordentlich wummern, wenn der Franzose mit dem Bayern-Blick den Passanten die Köpfe verdreht.

Autor: Michael Kolb

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