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Renault will der sparsamste Autobauer werden. Ein neuer Diesel könnte dazu beitragen: Der 1,6-Liter-Motor soll der stärkste seiner Klasse und dabei extrem geizig sein.
Vor den Erfolg hat Gott den Schweiß gesetzt. Das ist auf dieser ersten Testfahrt mit Renaults neuem Superdiesel nicht anders. Der 1,6 Liter goße Selbstzünder steckt in einem Scénic – und in dem drehe ich gerade auf einem ehemaligen Militärflughafen in der Eifel unweit der grünen Hölle meine Runden. Renault stellt das Sparpotenzial des neuen Aggregats in den Vordergrund und gibt mir Instruktionen: Ich soll ohne Gas anfahren, schnell hochdrehen und trotzdem früh schalten. Auf bestimmten Streckenabschnitten soll ich Geschwindigkeiten von 30, 50, 60 und 100 km/h einhalten. Zweimal wird ein 30-sekündiger Ampelstopp simuliert. Bei 34 Grad Außentemperatur bleibt die Klimaautomatik zwar nicht komplett ausgeschaltet, weniger als schweißtreibende 24 Grad lässt Instruktor Michael Ruffen allerdings nicht zu. Am Ende der Fahrt (sieben Kilometer) stehen 6,3 Liter zu Buche. Vorher durfte ich fahren, wie ich es im Alltag tue, da verbrannte der Franzose 8,1 Liter Diesel.
4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer sollen reichen im neuen Renault Scénic Energy dCi 130. Dabei ist das Aggregat kräftig und leise.
6,3 Liter, wo bleibt da der Fortschritt? Ein Grund für den Durst ist tatsächlich die Klimaanlage: Ohne Cockpit-Kühlung würde der Scénic locker einen guten Liter weniger verbrennen. Ein kurzer Selbstversuch auf einem alltagstauglichen Streckenmix – ohne Klima – ergab 5,0 Liter, bevor das Saunagefühl zu heftig wurde. Und auf dem Messtand realisiert Renault einen Verbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometer – für einen Van mit 130 PS und 195 km/h Spitze ein sehr guter Wert. Das gilt auch für den CO2-Ausstoß von 115 Gramm pro Kilometer. Der Vorgänger mit 1,9 Litern Hubraum verbrauchte bei gleicher Leistung 20 Prozent mehr. Downsizing beim Diesel ist also keine Luftnummer. Um das kräftige Drehmoment von 320 Nm bereits bei 1750 Touren zu ermöglichen, haben die Renault-Ingenieure sogar mit den Tüftlern aus dem hauseigenen Formel 1-Team zusammengearbeitet.
Schwungvolles Cockpit mit TFT-Display: Serienmäßig kommt der neue Diesel mit einer Schaltpunktanzeige.
Ein technischer Clou ist ein gezielter Dralleffekt in den Verbrennungsräumen, der die Gemischbildung und damit die Verbrennung des Kraftstoffs effektiver und sauberer machen soll. Die Start-Stopp-Automatik hilft ebenfalls beim Sparen, außerdem bekommt der Fahrer im TFT-Display eine Schalthilfe zur Seite gestellt. Vier statt zwei Ventile pro Zylinder und ein höherer Ladedruck helfen ebenfalls beim Knausern. Insgesamt 15 neue Patente hat Renault für den neuen Diesel angemeldet. Dank wartungsfreier Steuerkette (statt Zahnriemen) und dem ebenfalls wartungsfreien Dieselpartikelfilter sollen zudem die Betriebskosten um bis zu 35 Prozent im Vergleich zum 1,9-Liter-Diesel sinken.
Kritik am neuen Renault-Diesel gibt's aber auch: Eine leichte Anfahrschwäche lässt sich nicht leugnen, bevor der Motor nachdrücklich an der Vorderachse zerrt. Dafür wurde die vorher sehr gefühllose Lenkung überarbeitet, sie agiert jetzt direkter. Und was kostet die Knauserpackung à la francaise? Mindestens 25.500 Euro – und damit 300 Euro mehr als der 1,9-Liter, der vorerst im Programm bleibt. Dafür gibt es aber auch die "Dynamique"-Ausstattung, die unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik plus Navi mitbringt.
Renault will weltweit der sparsamste Autobauer werden. Der neue Diesel steuert seinen Teil dazu, er wird ab 2012 auch die Mégane-Familie befeuern. Vor allem wird aber die Elektroflotte der Franzosen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Die Verbrauchswerte von 6,5 Liter Diesel konte ich bereit mit dem Vorgängermodell
ohne Probleme erreichen jetzt fahre ich eine 1,9 dCi der nun 7,6 Liter benötigt.
Zuerst wird mehr Verbrauch das dan der Sparefekt größer ausfällt??
priusfan
16.10.2011, 20:19Uhr
Danke Euro 6 :-) Aber die Autoindustrie in Europa lässt sich da bestimmt wieder was einfallen um die hohen Stickoxidwerte der Diesel zu umgehen. Sollen ja jetzt sogar beschichtete Schallschutzwände aufgestellt werden, um das Stickoxid der vielen Dieselstinker in Nitrat umzuwandeln. Gibts auch schon als Pflastersteine. Hallo, wo leben wir denn?? Nitrat gibt es bereits jede Menge durch die konventionelle Landwirtschaft und Massentierhaltung im Grundwasser und wer diese teuren Entsorgungsmassnahmen bezahlt weiss ja wohl jedes Kind.
Der KFZ-Profi
04.07.2011, 09:46Uhr
Das der alte Diesel ein 8 Ventiler war ist kein Hinweis darauf, dass dies veraltete Technik gewesen ist. 8 Ventiler haben einen geringeren inneren Reibwert (weniger bewegte Teile) als 16 Ventiler, so dass der Verzicht auf zwei Ventile pro Zylinder und damit auch auf eine Nockenwelle durchaus Sinn machen kann, wenn es gelingt, Abgasverhalten und Verbrauch mit dieser Technik zu realisieren, was beim 1,9 dCi der Fall war. Für das Erreichen von Euro 5, Euro 6 und darüber hinaus stösst dieses Technik nun aber an die Grenzen, so dass der kleiner 16 V notwendig wurde.
weniger ist mehr
01.07.2011, 15:13Uhr
@velocity: der 1.8tfsi nutzt den gleichen block wie der 2.0tfsi, hat bei gleicher bohrung und verdichtung lediglich weniger hub. wenn bei vw/audi tatsächlich ein 1.6-turbobenziner kommt, könnte ich mir vorstellen, dass zum 1.8er auch der 1.4 aus dem programm fliegt, der hubraumtechnisch sehr nahe am 1.2er ist, aus dem sicher noch mehr als 105ps zu holen sind. die bmw-variante, alles mit dem (fast) gleichen 4-zylinder-diesel abzudecken, halte ich nicht für sonderlich zukunftsträchtig. eher kappt man einen zylinder und kommt mit einem 1.5-3zylinder auf etwa gleiche werte wie der scenic-motor.
wunderauto?
01.07.2011, 09:00Uhr
wie viele leute sind schon auf den irrglauben reingefallen, dass eine steuerkette "wartungsfrei" ist? und warum muss man für einen seit längerem bekannten und gebräuchlichen tumble-effekt und ein früh anliegendes drehmoment bei renault die f1-entwickler mit ins boot holen? die anfahrschwäche konnten die ja auch nicht ausmerzen. schön und gut, dass der scenic jetzt weniger verbraucht, aber eine revolution ist das wirklich nicht.
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Die Verbrauchswerte von 6,5 Liter Diesel konte ich bereit mit dem Vorgängermodell
ohne Probleme erreichen jetzt fahre ich eine 1,9 dCi der nun 7,6 Liter benötigt.
Zuerst wird mehr Verbrauch das dan der Sparefekt größer ausfällt??
Danke Euro 6 :-) Aber die Autoindustrie in Europa lässt sich da bestimmt wieder was einfallen um die hohen Stickoxidwerte der Diesel zu umgehen. Sollen ja jetzt sogar beschichtete Schallschutzwände aufgestellt werden, um das Stickoxid der vielen Dieselstinker in Nitrat umzuwandeln. Gibts auch schon als Pflastersteine. Hallo, wo leben wir denn?? Nitrat gibt es bereits jede Menge durch die konventionelle Landwirtschaft und Massentierhaltung im Grundwasser und wer diese teuren Entsorgungsmassnahmen bezahlt weiss ja wohl jedes Kind.
Das der alte Diesel ein 8 Ventiler war ist kein Hinweis darauf, dass dies veraltete Technik gewesen ist. 8 Ventiler haben einen geringeren inneren Reibwert (weniger bewegte Teile) als 16 Ventiler, so dass der Verzicht auf zwei Ventile pro Zylinder und damit auch auf eine Nockenwelle durchaus Sinn machen kann, wenn es gelingt, Abgasverhalten und Verbrauch mit dieser Technik zu realisieren, was beim 1,9 dCi der Fall war. Für das Erreichen von Euro 5, Euro 6 und darüber hinaus stösst dieses Technik nun aber an die Grenzen, so dass der kleiner 16 V notwendig wurde.
@velocity: der 1.8tfsi nutzt den gleichen block wie der 2.0tfsi, hat bei gleicher bohrung und verdichtung lediglich weniger hub. wenn bei vw/audi tatsächlich ein 1.6-turbobenziner kommt, könnte ich mir vorstellen, dass zum 1.8er auch der 1.4 aus dem programm fliegt, der hubraumtechnisch sehr nahe am 1.2er ist, aus dem sicher noch mehr als 105ps zu holen sind. die bmw-variante, alles mit dem (fast) gleichen 4-zylinder-diesel abzudecken, halte ich nicht für sonderlich zukunftsträchtig. eher kappt man einen zylinder und kommt mit einem 1.5-3zylinder auf etwa gleiche werte wie der scenic-motor.
wie viele leute sind schon auf den irrglauben reingefallen, dass eine steuerkette "wartungsfrei" ist? und warum muss man für einen seit längerem bekannten und gebräuchlichen tumble-effekt und ein früh anliegendes drehmoment bei renault die f1-entwickler mit ins boot holen? die anfahrschwäche konnten die ja auch nicht ausmerzen. schön und gut, dass der scenic jetzt weniger verbraucht, aber eine revolution ist das wirklich nicht.