Renault Scénic gegen Renault Grand Scénic

Renault Scénic gegen Renault Grand Scénic Renault Scénic gegen Renault Grand Scénic

Renault Scénic gegen Renault Grand Scénic

— 23.04.2004

Der kleine Unterschied ...

... kostet 1000 Euro. Dafür gibt es bei Renault 23 Zentimeter und zwei Sitze mehr. Ist der verlängerte Scénic damit der bessere Kauf?

Komfort und Platzangebot

Eine knappe Lineallänge: 23 Zentimeter. Beim Messen der Entfernung zwischen Erde und Mond spielen sie keine Rolle, bei Weitsprung oder Kugelstoßen entscheiden sie über Kreis- oder Weltklasse. Ähnlich ist das bei Autos. 23 cm mehr oder weniger sind eine Welt. Zumal dann, wenn es sich um einen kompakten Van handelt wie den Renault Scénic. 4,26 Meter lang, mit fünf variablen Sitzen möbliert. Eigentlich eine gute Größe. Nur gegen die Konkurrenz von Opel (Zafira) und VW (Touran) vielleicht ein Stück zu klein. Und deswegen bietet Renault jetzt zusätzlich den Grand Scénic. Gestreckt auf 4,49 Meter und mit zwei Plätzen mehr.

Bei gleichem Motor (Zweiliter-Benziner mit 135 PS) und identischer Ausstattung (Luxe Privilège – die Top-Version) kostet der Kurze 23.750, die Langversion 24.750 Euro. 1000 Euro für 23 Zentimeter und zwei zusätzliche Sitze – lohnt sich das?

Wie so oft lautet die Antwort Jein. Wer den Grand Scénic als Mini-Bus nutzt, muss mit zornigen Mitfahrern rechnen. Die beiden Einzelsitze der dritten Reihe lassen sich wie beim Opel Zafira spielend leicht mit nur einem Handgriff aufstellen oder im Fahrzeugboden versenken. Gut so. Aber wirklich darauf sitzen können nur Kinder. Um selbst deren kleine Beine unterbringen zu können, müssen die Passagiere der zweiten Reihe ein wenig nach vorn rücken. Schon reisen auch sie unbequem. 

Motor und Verbrauch

Und teurer. Der Grand Scénic wiegt 1,6 Tonnen, ist damit 85 Kilo schwerer als der Fünfsitzer. Auch kein großer Unterschied, trotzdem führt er zu unterschiedlichen Verbräuchen. Für 100 Kilometer benötigt der Grand Scénic 10,1 Liter Super. Sein kleiner Bruder kommt mit 9,3 Litern aus. Bei 1,13 Euro für einen Liter Kraftstoff legt er die 100 km um rund 90 Cent günstiger zurück. Klingt wenig, läppert sich bei 13.000 km Jahresleistung auf fast 120 Euro.

Dazu beschleunigt der kurze Scénic auf den ersten Metern nach einer Ampel etwas besser, spricht bei mittleren Drehzahlen elastischer aufs Gas an. Für lang oder kurz haben diese Zehntelsekunden keine Bedeutung. Der Vierzylinder passt zu beiden gut, besitzt genug Kraft und Laufruhe.

Bei der Abstimmung des Sechsganggetriebes vermissen wir aber Feinschliff. Speziell in den unteren Gängen passen die Übergänge nicht optimal. Gut hingegen: die Präzision der Schaltung und die griffgünstige Position des Schalthebels an der Mittelkonsole. Das war bei französischen Autos nicht immer so. Ebenso wenig das stramme Fahrwerk. Es vermittelt ein sicheres Gefühl in Kurven und genug Fahrkomfort.

Sicherheit und Kofferraumvolumen

Auf Nummer sicher geht Renault bei der Sicherheitsausstattung (Front-, Seiten-, Window-Airbags, ESP) und den Bremsen. Trotz mehr Gewicht und nicht so griffiger Energy-Reifen kam der Grand Scénic sogar etwas früher zum Stehen. Keine Überraschung ist es, dass die Lang-Version einen größeren Wendekreis aufweist (11,5 zu 11,1 Meter) und auch insgesamt unhandlicher wirkt. Parkhäuser muss deshalb aber niemand meiden.

Auf den ersten Blick kann der Grand Scénic also nicht überzeugen. Er kostet mehr, er verbraucht mehr und bietet, wenn alle sieben Sitze genutzt werden, weniger Platz und Komfort. Dennoch ist er für eine kleine Zielgruppe die bessere Wahl. Und zwar dann, wenn wir uns den Luxus erlauben, die hinteren Sitze einfach zu vergessen. Dann haben wir einen vernünftigen, familien- und urlaubsgerechten Kofferraum. Und wenn plötzlich noch zwei Kinder mehr von der Schule mit nach Hause fahren wollen, klappen wir die Sitze einfach aus und verwandeln den Van in einen kleinen Schulbus.

Noch mal für Zahlen-Freaks: Der kurze Scénic mit fünf Plätzen bietet maximal 430 Liter Kofferraum, der große Scénic – als Fünfsitzer genutzt – bis 605 Liter. Die 1000 Euro wollen also gut überlegt sein. Ein Schnäppchen ist der Grand Scénic jedenfalls nicht. Fürs gleiche Geld gibt es auch einen Opel Zafira. Für einen VW Touran dagegen müssen rund 2000 Euro mehr investiert werden.

Technische Daten und Testwerte

Der Lange bremst besser. Obwohl der Grand Scénic 85 Kilo schwerer ist, kommt er früher zum Stehen. Und das trotz Energy-Reifen, die eigentlich für längere Bremswege sorgen (weniger Grip).

Fazit, Kosten und Ausstattungen

Fazit Vans sind Autos für die Familie. Die erwartet ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis, Variabilität, Platz und üppigen Kofferraum. Genau das bietet der Grand Scénic – wenn man ihn als Fünfsitzer nutzt. Supermarkt, Pflanzenhof oder Urlaub, er löst fast alle Transportprobleme. Der Aufpreis zum normalen Scénic ist vor allem dann gut angelegt, wenn zuvor der wesentlich teurere Espace ins Auge gefasst worden war.

Scénic oder Grand Scénic – Ihr Urteil

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Renault Scénic und Renault Grand Scénic. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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