Renault Scénic RX4 Luxe 2.0 16V

Renault Scénic RX4 Luxe 2.0 16V Renault Scénic RX4 Luxe 2.0 16V

Renault Scénic RX4 Luxe 2.0 16V

— 11.03.2002

Stadt, Sand und mehr

Halb Van, halb Geländewagen - halbherzig? Nein, konsequent: Mit dem Scénic RX4 klettert Renault in die Nische in der Nische.

Gelände-Vans doch nicht Geländewagen

Irgendwann musste es ja so kommen: Es gibt Limousinen, Geländewagen und Vans. Und während man mittlerweile munter Limousinen und Offroader miteinander kreuzt (Volvo Cross Country, Subaru Legacy Outback, Audi allroad), kam bei Vans noch keiner auf diese Idee - bis dato.

Denn jetzt gibt es den Renault Scénic RX4. Das erste Baby aus der Liaison eines Kompakt-Vans mit einem Geländewagen. Dazu wird der brave Scénic mit Allradantrieb ausgerüstet, höher gelegt (um sechs auf 21 Zentimeter Bodenfreiheit) und rustikal eingekleidet. Fertig ist der Gelände-Van. Kein Geländewagen, wie Renault auch in der Betriebsanleitung ausdrücklich betont. Zu verstecken braucht sich der RX4 deshalb nicht: Die Bodenfreiheit ist auch bei echten Geländewagen nicht größer, die Überhänge sind vorn und hinten schön kurz. Der Allradantrieb selbst stammt von Steyr-Daimler-Puch und arbeitet mit einer Visco-Kupplung: Drehen die Vorderräder durch, erwärmt sich das Silikonöl in dieser Kupplung, wird steifer und treibt die Hinterachse zunehmend stärker mit an.

Maximal 40 Prozent des Drehmoments gelangen so an die Hinterräder. Dazu kommt eine Traktionskontrolle an den Vorderrädern. Im Alltag funktioniert das alles unauffällig. Wunder sollte man aber nicht erwarten. Der RX4 kann durchaus zu Berghütten, Skiliften oder Bootshäusern kraxeln - doch mehr sollte man ihm einfach nicht zumuten. Dem stehen auch die für gemischten Betrieb (also Straße und Gelände) ausgelegten 16-Zoll-Reifen (Michelin XPC) im Wege, die sich auf losem Untergrund schnell zusetzen.

Rauer Motor mit zäher Lenkung

Für schwierigere Passagen fehlen dem RX4 ohnehin Differenzialsperren oder Gelände-Untersetzung. Und ein durchzugsstarker Diesel - der Zweiliter-Benziner unseres Testwagens hatte trotz kurzer Übersetzung Mühe, den RX4 auf schwierigem Geläuf in Fahrt zu bringen (Alternative: 1.9 dCi mit 102 PS für 45.000 Mark). Auch auf Asphalt wirkt der 2.0 nicht besonders souverän, hier machen sich hohes Leergewicht (plus 215 Kilogramm gegenüber RXi 2.0 16V) und höherer Luftwiderstand überdeutlich bemerkbar.

Der Motor läuft im oberen Bereich rau und macht viel Lärm. Bei 4200 Touren (etwa 140 km/h im fünften Gang) nervt eine kräftige Dröhnfrequenz. Dafür bleibt der Verbrauch mit 9,6 Litern im Rahmen. Tribut für die Gelände-Ambitionen des Scénic ist an anderer Stelle zu zahlen: Vom hohen Fahrkomfort der zivilen Version blieb ein guter Teil auf der Strecke. Der RX4 fährt steifbeinig über Bodenwellen, wirkt in seinen Reaktionen behäbiger als der Basis-Scénic.

Immerhin: Die Fahrversuche meisterte er gelassen, nur die zähe Lenkung stört. Weniger störend: der Preis. 44.000 Mark und damit 4000 Mark mehr als der normale RXi 2.0 16V. Nicht zu viel für Allradantrieb, große Räder sowie die diversen Anbauten und Ausstattungsmerkmale. Die Alles-inklusive-Version Luxe bringt es auf 49.000 Mark. Ach ja, wir warten jetzt noch auf die Cabrioversion des Gelände-Vans. Denn Schluss ist doch bestimmt noch lange nicht.

Bewertung und Fazit

Karosserie und InnenraumGeräumige Karosserie mit hoher Variabilität, mittelgroßer Gepäckraum, dazu außergewöhnlich viele Ablagen und Staufächer, ordentliche Verarbeitung.

Komfort Harte Federung mit straffer Dämpfung. Weiche Sitze mit wenig Seitenhalt, hohes Geräuschniveau, praktische Bedienung, luxuriöse und komplette Ausstattung.

Preise und Kosten Der Preis des RX4 Luxe (49.000 Mark) sprengt den Rahmen des Marktsegments, ist bei der Basisversion aber für Idee und Machart angemessen. Normale Unterhaltskosten.

Motor und Getriebe Ab mittleren Drehzahlen rauer Vierzylinder, Fahrleistungen ausreichend, gegenüber Zivilversion mit gleichem Motor deutlich schlechter, Verbrauch akzeptabel.

Fahrwerk und Sicherheit Behäbiges, aber sicheres Kurvenverhalten, zähe Lenkung, anfällig für Seitenwind, durchschnittliche Bremsen, umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Fazit In der Stadt praktisch, im Sand mobiler als normale Vans, dazu noch nett ausgestattet - ein neuer Autotyp ist da. Schluss ist erst beim Wunsch nach viel Komfort und Tempo.

Motor und Technische Daten

Serienausstattung Adaptive Airbags für Fahrer und Beifahrer • Seitenairbags für Kopf und Brust • E-Fenster • E-Spiegel • Klimaautomatik • RDS-Radio • Nebelscheinwerfer • Lederpolster • ZV mit Fernbedienung • 16-Zoll-LM-Räder • Bordcomputer

Extras Dachgalerie 350 Mark • Metalliclack 650 Mark • Rammschutz vorn 450 Mark • Scheinwerferreinigungsanlage 350 Mark • Sitzheizung vorn 600 Mark • zwei el. Schiebedächer 1700 Mark • Radio mit CD-Wechsler 600 Mark

Technik Motor Vierzylinder-Benziner • Hubraum 1998 cm3 • Leistung 102 kW (138 PS) • bei Drehzahl 5500/min • Drehmoment 188 Nm bei 3750/min • Getriebe 5-Gang manuell • Antrieb Allrad • Bremsen (vo./hi.) Scheiben/Scheiben • Bereifung 215/65 R 16 T • Kofferraum 410/1800 l • Tankinhalt 60 l • Länge/Breite/Höhe 4424/1778/1720 • Wendekreis 11,4 m

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.