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Renault steigt bei Lada ein

— 10.12.2007

Französische Frische

Lada bekommt französisches Know-how eingeimpft. Renault kauft 25 Prozent des russischen Autobauers Avtovaz. Erstes Ziel der Partner: zusammen einen Mittelklassewagen entwickeln.

Renault übernimmt eine Sperrminorität bei dem größten russischen Fahrzeughersteller Avtovaz (Lada). Der Kaufpreis für die 25 Prozent plus eine Aktie dürfte Analysten zufolge bei etwa 1,35 Milliarden Dollar liegen. Die Partner werden zusammen einen Mittelklassewagen entwickeln. Renault setzte sich damit gegen Konkurrenten wie Fiat, General Motors und den kanadischen Zulieferer Magna International durch. Juristisch gehöre Renault bereits das Aktienpaket, faktisch werde der Kauf bis zum 25. Februar kommenden Jahres vollzogen, sagte Avtovaz-Aufsichtsratschef Sergei Tschemesow. Die Kontrollmehrheit am Lada-Konzern wird der russische staatliche Rüstungsexporteur Rosoboronexport behalten. "Unsere Hauptforderung an Renault war, dass die Marke Lada erhalten bleibt und ausgebaut wird", sagte Tschemesow. Mit den Franzosen werde man einen Mittelklassewagen entwickeln. Zudem erwarte man die Lieferung von Motoren.

Carlos Ghosn, Vorstandsvorsitzender von Renault und Nissan, kündigte an, dass im russischen Togliatti künftig neben Lada auch Renault und Nissan vom Band laufen. Die Stückzahl werde auf 1,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt. Renault montiert bereits in Moskau innerhalb des Gemeinschaftsunternehmens Avtoframos das Modell Logan. Der Einstieg bei Lada dürfte Renault ein starkes Standbein auf dem boomenden Automobilmarkt sichern, beinhaltet aber auch Risiken. So gilt der Partner aus Togliatti an der Wolga als technologisch rückständig. Die Lada-Werke mit ihren 150.000 Mitarbeitern produzierten erstmals vor wenigen Wochen ein Fahrzeug mit ABS-System. Ein weiteres Minus: Avtovaz wird von Staatsbeamten, die wenig bis nichts vom Automobilbau verstehen, gemanagt. Den Aufsichtsrat führt Ex-Geheimdienstler Tschemesow, den Vorstandsvorsitz hat Ex-Regierungsmitglied Boris Aljoschin inne. Avtovaz verkaufte im vergangenen Jahr 724.000 Fahrzeuge und erwirtschaftete bei einem Umsatz von rund 4,4 Milliarden Euro einen Reingewinn von etwa 70 Millionen Euro.

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