Renault Talisman Grandtour: Fahrbericht

Renault Talisman Grandtour (2016): Fahrbericht

— 10.05.2016

Kombi mit französischem Esprit

Er ist Renaults Lademeister: der Talisman Grandtour. Als 160 PS starker 1.6 DCi wird der Kombi zum spritzigen Lastesel. Erster Fahrbericht!

Talisman? Noch ein Unbekannter. Kein Wunder, denn der wahre Talisman kommt erst jetzt: Der Grandtour ist der klassische Franzosen-Kombi, geräumig, praktisch und mit jenem optischen Pep, der ihn vom VW Passat und Ford Mondeo unterscheidet. So soll der große Renault vor allem bei Fuhrparks und Lehrern für Französisch und Philosophie ankommen.
Alles auf einen Blick: Renault Talisman

Über zwei Meter maximale Ladelänge

Kein Ladewunder, aber mehr als ausreichend Platz für den Urlaub oder den Umzug. 1681 Liter passen maximal in den Kombi-Talisman.

Den Unterschied zur Limousine (und zu deutschen Kombis) macht natürlich das Heck. Hinter der serienmäßigen Dachreling geht die schräge Klappe optisch fast als Coupé durch, was einen Hauch Kofferraum kostet. Die 572 bis maximal 1681 Liter, etwas weniger als bei den kastigen Lademeistern, reichen allemal für Umzug bis Urlaubsreise. Zumal der Talisman kann, was in dieser Klasse verlangt wird: Umlegen der Rückbank auch vom Kofferraum aus, bis zu 2,01 Meter Ladelänge, überall Fächer, große Luke. Fehlt nur der umlegbare Beifahrersitz. Eine elektrisch öffnende Heckklappe kostet im Paket 890 Euro extra, im gefahrenen "Initiale Paris" ist sie serienmäßig.

Allradlenkung macht den Talisman leichtfüßig

160 PS leistet der stärkste Diesel-Talisman, im Alltag ist er mit gut sechs Litern zufrieden.

Diese Topversion fährt alles auf, was die neuen Renault (auch Espace, Mégane und Scénic) an Technik mitbringen. Die Allradlenkung macht dieses 4,86-Meter Schiff beim Einlenken und Ausweichen ungewohnt leichtfüßig und lässt den Grandtour gefühlt um eine Klasse schrumpfen. Adaptive Dämpfer zaubern auf schlechten Straßen das vertraute französische Schweben ins Auto, die Sitze können massieren, das Akustikglas dämmt. So gut, dass der 1.6 DCi da draußen zu einem fernen, kräftigen Bullen schwindet. 160 PS stark, im Alltag mit gut sechs Liter zufrieden – nur das neue Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (beim Benziner mit sieben Gängen) verliert bei schnellen Lastwechseln gelegentlich die Ruhe. Ab 180 wird der DIesel etwas müde, ein noch stärkerer DCi ist nicht geplant.

Renault Talisman (2015): Fahrbericht

Noch was zu meckern? Kurze Sitzflächen, die Lenkung in Comfort zu luschig, aber das lässt sich mit der serienmäßigen Programmwahl Multisense umstellen. Leider bilden die umgelegten Rücksitze eine kleine Stufe im Ladeboden. Den Initiale Paris für 42.000 Euro gönnen sich nur Händler und Frankophile, die Fuhrparks wählen vermutlich den gleichen Diesel mit 130 PS und Automatik in der mittleren Version Intense: Für 35.150 Euro ist schon alles Wichtige (18 Zoll-Räder, das große aufrechte Mitteldisplay, LED-Scheinwerfer und Einparkhilfe hinten) an Bord. Dann glänzt der Talisman in seiner besten Rolle: als bester Franzosen-Kombi und als Lastesel mit Esprit.
Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Renault hat seinen größten Kombi bei Antrieb, Komfort und Elektronik auf den modernsten Stand gebracht. Der Talisman Grandtour spielt gekonnt den etwas anderen Freund der Familie: komfortabel und praktisch, zudem schicker als die Deutschen.

Stichworte:

Diesel Kombi

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