Rennen meines Lebens: Walter Röhrl (2) — 03.09.2007
Der spinnt, der Röhrl
Walter Röhrl hatte 1988 einen Missionsauftrag. Es sollte den US-amerikanischen Automarkt mit den Vorzügen des Allradantriebs vertraut machen. Sportliche Erfolge in der TransAm-Serie sollten die Überzeugungsarbeit unterstützen.
Millimetergenau an die Mauern heranzudriften hat einen Riesenspaß gemacht. Die Konkurrenz war aber der Meinung: Der spinnt, der Röhrl. Das hält er keine 20 Runden durch, dann kracht es. Gekracht hat es dann tatsächlich jede Menge. Nur nicht bei mir. Zeitweise bin ich um die gestrandeten Konkurrenten geradezu Slalom gefahren. Aus irgendeinem Grund gab es aber nicht eine einzige der sonst in Amerika üblichen Gelbphasen. Damit also auch während des gesamten über mehr als zwei Stunden gehenden Rennens keine Erholungspausen für die Piloten. Mir war es egal, ich hatte damit keine Probleme. Am Ende hatte ich das komplette Feld, einschließlich des Zweitplatzierten, mindestens einmal überrundet - die Amis standen Kopf. Ich gewann noch ein zweites Mal, in St. Petersburg. Insgesamt fuhr Audi acht von 13 möglichen Siegen ein. Das fand die TransAm-Organisation nicht mehr lustig. 1989 wurden Allradantrieb und nicht-amerikanische Autos verboten.

































