Reparaturaufträge

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— 29.04.2002

Werkstattpfusch - wer haftet?

Irren ist menschlich, und Versäumnisse lassen sich nachholen. Ärgerlich wird es aber, wenn der Kunde für Schlamperei auch noch zahlen soll.

Kleiner Ärger – große Pannen

Gutes Geld gegen gute Arbeit – so sollte es in der Werkstatt sein. Der Alltag sieht leider häufig anders aus. Auch Mechaniker sind Menschen und machen Fehler. Jüngstes Beispiel: Unser Opel-Werkstatttest, in dem ein Betrieb die losen Radmuttern am Omega nicht bemerkte. Loses Rad, was nun? Wer haftet, wenn der Mechaniker pfuscht und der Fahrer nach der Inspektion vom eigenen Rad überholt wird? Keine Frage, die Werkstatt. Und zwar für sämtliche Unfallkosten, also für Blechreparaturen und Schmerzensgeldansprüche. Die Haftung trifft den Werkstattinhaber, der im Kundeninteresse hoffentlich versichert ist. Sonst haftet der Chef mit seinem Privatvermögen. Der schludrige Angestellte ist dagegen nur selten zu belangen.

Meistens nerven aber nur Kleinigkeiten. Häufiger ärgern sich Kunden über Dellen, die beim Rangieren in der Werkstatt oder auf der Probefahrt entstanden sind. AUTO BILD-Redakteur Hendrik Dieckmann beklagte nach einer Inspektion zwei Beulen an seinem Landy – und erntete nur wenig Verständnis. "Die Dellen waren schon drin", so die freche Ausrede des Meisters. Gegen solche Diskussionen hilft bei Auftragserteilung nur ein Vermerk: Wagen unbeschädigt. Passiert dann etwas, haftet die Werkstatt für Beschädigungen.

Fehlen nach der Inspektion Sachen aus dem Fahrzeug, zahlt die Werkstatt nur bei grobem Verschulden. Etwa wenn der Wagen unversperrt nachts an der Straße stand und geplündert wurde. Ärgerlich sind auch Reparaturen, die nicht den gewünschten Erfolg haben. Zwar haftet die Werkstatt mindestens ein halbes Jahr für Mängel. Aber das gilt nur für unfachmännische Arbeiten. Ist der Fehler jedoch nicht offenkundig, zahlt der Kunde die Untersuchung plus verbaute Teile. Ob die Mechaniker den eigentlichen Fehler sofort hätten finden müssen, ist schwer nachzuweisen.

Streit – und was davor schützt

Gleiches gilt für teure Rechnungen. Grundsätzlich wird bei Auftragserteilung der Umfang der Reparatur festgelegt. Der Meister schätzt die Kosten und darf am Ende nur geringfügig darüber liegen. Für alle nicht vereinbarten, aber aus Sicherheitsgründen nötigen Arbeiten muss die Werkstatt telefonisch Rücksprache halten und den Reparaturmehraufwand erklären.

Fällt die Rechnung unverhältnismäßig hoch aus, kann der Kunde Schadenersatz fordern. Wirtschaftlich oder technisch unsinnige Reparaturen muss er nicht akzeptieren. Der Ärger ist da und keine Einigung in Sicht? Dann die Schiedsstelle (beim ZDK nach Bundesländern geordnet) anrufen oder einen Anwalt fragen. Prozess? Nur wenn es nicht anders geht. Auch Vergleiche können teuer sein. Deswegen gibt es ein paar Tipps für den Werkstattbesuch, die vorher beachtet nachher Ärger ersparen können:

• Wer sein Auto zur Inspektion gibt, ist meist in Eile – aber sollte sich Zeit nehmen. Gewissenhafte Annahmemeister besichtigen bei Übergabe mit dem Kunden das Auto und stellen den Inspektions- und Reparaturaufwand schriftlich fest. So gerät nichts in Vergessenheit, und die Rechnung wird keine Überraschung • Niemals Pauschalaufträge wie "TÜV-fertig machen" erteilen. Das ist wie ein Freibrief für teure Reparaturen • Hat das Auto Beulen oder Kratzer? Besser notieren, dann gibt es danach keine Missverständnisse • Werden in der Halle Autos ohne Abdeckfolie auf dem Fahrersitz gewartet? Lieber nachfragen, als sich später ärgern • Bei Schweißarbeiten deckt ein sorgfältiger Mechaniker die Innenausstattung ab, um Schäden durch Funkenflug zu vermeiden. Daher bei Abholung immer Lack und Bezüge nachprüfen • Alte Teile ins Auto legen lassen. Schon ein simpler Kugelschreiberstrich auf dem Luftfilter verrät, ob er wirklich getauscht wurde.

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