Reportage Autozulieferer Magna — 21.08.2009
Magna – die unbekannte Größe
Wer ist eigentlich dieser kanadisch-österreichische Zulieferer, der mit seinem Einstieg Opel retten will? Überraschende Antwort: die ehemalige Garagenfirma eines Besessenen.
| Magnas Opel-Pläne | |
|---|---|
| Konzept | Der Autozulieferer Magna will gemeinsam mit der staatlichen russischen Sberbank bei Opel einsteigen. Magna bestimmt die industrielle Führung und sichert sich in Partnerschaft mit dem russischen Autobauer GAZ den russischen Markt. „NewOpel“ soll sich dort die Vertriebsrechte der US-Konzern-Marke Chevrolet mit General Motors (GM) teilen und auch die Produktion übernehmen. Das Konzept setzt stark auf eine Absatzsteigerung in Russland. Magna und die Sberbank streben jeweils 27,5 Prozent an „NewOpel“ an, 10 Prozent soll die Opel-Belegschaft übernehmen. 35 Prozent bleiben bei der ehemaligen Konzernmutter GM. |
| Arbeitsplätze und Werke | Magna will in Europa rund 10 500 Stellen abbauen - das ist etwas mehr als RHJI plant. Ursprünglich hatte Magna noch härtere Einschnitte mit dem Wegfall von 11 600 Stellen vorgesehen. Dabei sollen in Deutschland 3000 von 26 000 Stellen verschwinden, fast zwei Drittel davon in Bochum. Die vier deutschen Werke will Magna erhalten. Geopfert wird der Standort im belgischen Antwerpen und auch das Werk im britischen Luton könnte vor dem Aus stehen. |
| Staatsgeld und Eigenkapital | Magna fordert Staatsgarantien von 4,5 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der Sberbank will der Zulieferer 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. Dabei könnten sofort 350 Millionen statt wie zunächst geplant nur 100 Millionen Euro in bar in die neue Gesellschaft fließen. Mit „New Opel“ will Magna 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben. |
| Quelle: dpa | |
Magna ist der drittgrößte Autozulieferer der Welt
Viele sind inzwischen insolvent, Magna ist in der Lage zu investieren
Mit diesem Gold kehrte Stronach Ende der 80er-Jahre nach Österreich zurück und übernahm 1998 die Steyr-Daimler-Puch AG. Aber reicht Gold allein? Kann ein Zulieferer tatsächlich ein echter Autobauer werden – und damit direkter Konkurrent seiner Kunden? Eher unwahrscheinlich, dass ein Hersteller seine geheimen Entwicklungsprojekte einem Zulieferer übergibt, der plötzlich selbst als Automobilbauer tätig ist. Zumal die Bereitschaft, Produktionen an ein Subunternehmen abzugeben, ohnehin schwindet. Viele Hersteller fertigen Nischenprodukte in der Autokrise lieber selbst. VW baut seinen Eos in Portugal, Mercedes lastet mit dem CLK/CLK Cabrio lieber seine Werke in Sindelfingen und Bremen aus.
Rückschläge gab es auch bei Magna
Doch der "Schwarzenegger der Automobilindustrie", wie die "Süddeutsche Zeitung" Stronach getauft hat, ist Niederlagen nicht gewohnt. Nur selten zog er den Kürzeren. Als er Ende der 80er-Jahre für die Liberalen ins kanadische Parlament gewählt werden wollte, unterlag er einem konservativen Augenoptiker. Unter dem Slogan "Let’s be Frank" (zu Deutsch: "Lasst uns offen und ehrlich sein") hatte er kandidiert – und angeblich für Parteispenden künftige Aufträge versprochen. Das Ganze flog auf. Noch so ein Kapitel in einer Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Story. Auch andere Rückschläge gab es: Vor zwei Jahren bewarb sich Magna vergeblich um Chrysler, als deren Ehe mit Daimler geschieden wurde. Und ein Jahr später interessierte sich Magna für den russischen Autobauer Avto-VAZ – Renault bekam aber den Vorzug. Klappt es nun im dritten Anlauf mit Opel? Frank Stronach, der ehrgeizige Werkzeugmacher mit 200 Dollar in der Tasche und dem lustigen Namen Franz Strohsack im Reisepass, will mit seinem Lebenswerk das Rennen machen gegen den anderen Bieter – den großen Fiat-Konzern. In den englischen Sprachschatz hat es seine Firma schon geschafft. "Magnatizing" ist ein geflügeltes Wort für den "gezielten Auf- und Ausbau von Macht".
Die Geschichte von Magna
Die Entstehung der "Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co K" in Graz und der "Magna International Inc." mit Sitz in Aurora (Kanada) ist eine Geschichte von zahlreichen Unternehmensfusionen und Umfirmierungen. Schon 60 Jahre bevor Frank Stronach 1957 in Toronto (Kanada) seine Firma gründete, schuf 1899 Johann Puch die "Erste Steiermärkische Fahrrad-Fabrik-AG", aus der später die "Puchwerke" und schließlich die "Steyr-Daimler-Puch AG" hervorgingen. Auf der anderen Seite des Atlantiks fusionierte 1969 die Firma "Magna Electronics" mit "Multimatic", 1988 entstand daraus "Magna International Inc." Zehn Jahre später übernahm Magna die "Steyr-Daimler-Puch AG", 2001 wurde daraus die "Magna Steyr AG & Co KG", der europäische Teil des kanadisch-österreichischen Unternehmens.| Magna Konzernzahlen 2008 | |
|---|---|
| Mitarbeiter | 74.400 (–11,3%*) |
| Umsatz | 17,32 Mrd. Euro (–9,1%*) |
| Netto-Gewinn | 51,87 Mio. Euro (–9,1%*) |
| Fabriken | 240 |
| * Veränderung zum Vorjahr | Quelle: Werksangaben |
Kommentar verfassen


































Kommentare zum Artikel (7)
Erstellt
Inhalt
Funktion
adobe flash player install adobe flash player get adobe reader icon http://aandfdb.hostingsociety.com/acrobat-8-pro.html acrobat pro
Çàãðóæàéòå ñòàòóñû êîíòàêòà òóò.
As with all treatments side effects have been reported and the treatment has yet to be proven as safe.
Stress can make blood pressure go up for a while, and it has been thought to contribute to high blood pressure.
They offer the area's famed mineral baths, as well as massages and other spa delights.
The person is not in a position to speak due to breathlessness.
And many people swear to the healing properties of bee pollen.
xfni , titrating off of cymbalta titrate cymbalta usa - tired on cymbalta
amoxil for stomach infections
amoxil for h pylori - amoxicillin hair loss
amoxil for eye infection in cats - alcohol and amoxicillin
amoxil for ear infections - amoxicillin usage
amoxil 875
amoxil for dogs