Retro-Lamborghini

Lamborghini Miura (2006) Lamborghini Miura (2006)

Retro-Lamborghini

— 06.01.2006

Der Miura kehrt zurück

Er war der Traumsportwagen der 60er Jahre. Jetzt will Lamborghini seinen Miura wiederbeleben – in alter Form. In Detroit ist Weltpremiere.

Darf man das? Eine Ikone hervorkramen und ihr einfach neues Leben einhauchen? Selbstverständlich! Auch wenn es viele Manager großer Marken ablehnen und ihre Designer wegen Einfallslosigkeit rügen: Die Besinnung auf die Vergangenheit ist nicht nur legitim, sie ist zur Bewältigung der Gegenwart unverzichtbar.

Also: Schimpfen Sie nicht vorschnell über den Lamborghini-Designer, der das Denkmal Miura neu geschaffen hat. Es ist Audis oberster Formen-Finder Walter de Silva. Seit Dezember ist er auch für die Linie der italienischen Sportwagen verantwortlich. Und da hat er sich gleich den dicksten Brocken vorgenommen. Miura: Das war von 1966 bis 1972 einer der Meilensteine italienischen Sportwagenbaus. Hinreißend in Form gebracht von Marcello Gandini, damals in Diensten bei Bertone Design. Gandini hat dann übrigens auch später den Diablo gezeichnet.

Jetzt also Walter de Silva. Was er gemacht hat? Eigentlich nicht viel. Die alte Form genommen, ein wenig retuschiert – und fertig ist der Miura 2006. Klassisches Retro-Design. Wie es bereits etliche Kollegen vorgemacht haben. Nur zwei aktuelle Beispiele: Der Jaguar S-Type bezieht sich direkt auf den alten MK II, und der Ford GT ist eine Eins-zu-eins-Übernahme

Das Vorbild: Der Miura galt lange Zeit als schönster Sportwagen der Welt.

des legendären GT 40. Der Erfolg gibt den Designern recht. Und nur das zählt. Für Lamborghini bedeutet das: Wenn das Concept Car bei den Messebesuchern ankommt, dann erleben wir eine der aufregendsten Neugeburten aller Zeiten. Denn der Miura wird wieder ein charaktervolles Zweisitzer-Coupé und kein aerodynamischer Keil mit wenig Ausstrahlung.

Was sicher ist: Der Motor sitzt vor der Hinterachse, diesmal aber um 90 Grad gedreht und längs eingebaut. Ob es wie damals ein Zwölfzylinder wird? Lamborghini sagt dazu (noch) nichts, doch unter diese Hülle gehört nun einmal das volle Dutzend. Da wäre der V10 vom Gallardo zwar stark genug, aber eben überhaupt nicht retro. Und das soll der Miura ja schließlich auch unter dem Blech sein.

Nur in einem Punkt bitte nicht: dem Fahrverhalten. Berühmt für seine wunderschöne Form, war der Miura ebenso berüchtigt für seine schlechten Manieren. Lastwechsel in schnellen Kurven ließen das Heck wild auskeilen, und auch der Geradeauslauf bei hohem Tempo war nur etwas für Könner. Doch keine Sorge. Die Fahrwerke haben sie bei Lamborghini längst im Griff.

Autor: Jürgen von Gosen

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