Tesla: Unzufriedene Autofahrer

Rettungsaktion von Tesla-Fahrer auf Autobahn A9

— 17.02.2017

Ermittlungen gegen Tesla-Helden

Kuriose Rechtslage: Gegen den Tesla-Fahrer, der auf der A9 couragiert einen Passat abbremste, läuft ein Ermittlungsverfahren. AUTO BILD erklärt, warum.

Er wird überall als Held gefeiert, nur nicht vom deutschen Staat: Tesla-Fahrer Manfred Kick hatte auf der A9 in Bayern mit seinem Model S einen VW Passat abgebremst und dessen bewusstlosem Fahrer möglicherweise das Leben gerettet. Das Medienecho war riesig, selbst Tesla-Chef Elon Musk feierte den Helden der Autobahn per Twitter. Allerdings: Die Behörden behandeln die Sache als "Unfall" und leiteten gegen den 41 Jahre alten Münchner ein Ermittlungsverfahren ein. Das berichtete der "Münchner Merkur". Ein Polizeisprecher sagte: "Ein normales Vorgehen. Wenn bei einem Unfall jemand verletzt wird, muss das der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt werden." Uwe Lenhart, Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht aus Frankfurt, bestätigte AUTO BILD, dass es sich bei dem Vorfall um "ein Offizialdelikt" handelt, das die Staatsanwaltschaft verfolgen muss. Mögliches Vergehen: gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b StGB) oder Straßenverkehrsgefährdung (§ 315c). In Wirklichkeit aber, so Lenhart, sei das Vorgehen natürlich "dummes Zeug". Der Retter selbst nahm die Sache leicht: "So ist er halt, unser Rechtsstaat", sagte Kick dem "Merkur". Er gehe davon aus, "dass ich keine großen Probleme bekomme". Laut dem Bericht sei es in der Tat wahrscheinlicher, dass der 41-Jährige für seinen Einsatz eine Auszeichnung bekommt, als dass er belangt wird.
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Und das war passiert: Manfred Kick hatte am 13. Februar 2017 auf der Autobahn 9 bei Garching-Süd einen führerlosen VW Passat bemerkt, der mit ca. 60 km/h an der linken Leitplanke entlangschlittert. Dessen Fahrer hatte einen Kreislaufkollaps erlitten und war dabei bewusstlos geworden. Der 41-Jährige ließ den Passat nach einem Überholmanöver von hinten auf seinen Tesla auffahren, brachte ihn dadurch zum Stehen und leistete anschließend mit weiteren Zeugen erste Hilfe. Der 47 Jahre alte Fahrer konnte gerettet und in eine Klinik gebracht werden. Ihm geht es inzwischen wieder besser.

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Auch Tesla-Gründer Elon Musk bekam in den USA Wind von der aufsehenerregenden Geschichte und lobte den Münchner für dessen Zivilcourage und das "Opfern" der schnittigen Elektro-Limousine. Mehr noch: Musk versprach dem Retter auch, Tesla werde dem Besitzer die Kosten für die Reparatur des Model S erstatten – nach Informationen des Bayrischen Rundfunks etwa 2000 Euro. Ansonsten wären sie laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" von der Versicherung des kollabierten VW-Fahrers übernommen worden.

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