Rheinmetall Schützenpanzer Lynx

Rheinmetall Lynx Rheinmetall Lynx

Rheinmetall Schützenpanzer Lynx: Vorstellung

— 12.07.2016

Der eierlegende Wollmilch-Panzer

Feuerkraft, Schutz, Wendigkeit: In diesen Disziplinen soll der Schützenpanzer Lynx glänzen. Sticht er damit den nagelneuen Bundeswehr-Puma aus?

Während der Puma in einem Joint-Venture entstand, gehört der Lynx ausschließlich zu Rheinmetall.

©Rheinmetall Defence

Was ist denn da los? Während bei der Bundeswehr der Puma gerade eingeführt wird, zeigt Rheinmetall einen neuen Schützenpanzer. Er wurde erstmals auf der Militärmesse Eurosatory 2016 vorgestellt und hört auf den namen Lynx. Übersetzt heißt das Luchs und da klingelt es sicherlich bei einigen altgedienten Soldaten: Der Luchs war nämlich ein deutscher Spähpanzer, der von den 1970er-Jahren bis 2009 im Einsatz war. Doch zurück zum neuen Rheinmetall-Panzer. Der Lynx unterscheidet sich von seinen Vorgängern Marder und auch dem erst kürzlich vorgestellten Puma deutlich. Nicht nur optisch, sondern vor allem technisch. Laut Hersteller soll sich der Schützenpanzer besonders durch Feuerkraft, Schutz, Führbarkeit und Beweglichkeit auszeichnen. Bisher gibt es zwei Versionen vom Lynx: KF31 und KF41. Der KF31 wiegt bis zu 38 Tonnen und bietet neun Soldaten Platz, davon drei als Besatzung. Zum Vergleich: Der Kampfpanzer Leopard 2 kommt auf über 62 Tonnen. Im Lynx KF41 können elf Soldaten mitfahren.

Neuheiten und Trends auf der Eurosatory 2016

Modulare Fahrzeugfamilie kommt

Bisher gibt es zwei Varianten vom Lynx-Panzer: den KF31 und den KF41.    

©Rheinmetall Defence

Was nach Volkswagen-Konzern klingt, hat jetzt auch die Rüstungsindustrie für sich entdeckt: die modulare Fahrzeugfamilie. Unter dem dicken Blech stecken viele Gleichteile. Das spart nicht nur Entwicklungs- und Produktionskosten, sondern auch Ausbildungskosten. Beide Panzer lassen sich nicht nur als Schützenpanzer konfigurieren, sondern auch als Führungsfahrzeug (Command&Control), Spähpanzer (Reconnaissance), Gefechtsschadensinstandsetzungsfahrzeug (Repair & Recovery) oder Sanitätspanzer (Ambulance). Wahlweise lassen sich Gummi- oder Leichtmetallketten verwenden. Zur Besatzung zählen Fahrer, Richtschütze und Kommandant. Letzterer kann auch über Luke fahren. Auch Richtschütze und Fahrer verfügen über Luken, zudem können zwei Soldaten aus dem hinteren Kampfraum über eine Luke das Fahrzeugumfeld beobachten.

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Guter Schutz für die Mannschaft

Der KF31 wiegt bis zu 38 Tonnen und bietet neun Soldaten Platz, davon drei als Besatzung    

©Rheinmetall Defence

Der Lynx soll Steigungen von bis zu 60 Prozent und seitliche Schrägen von über 30 Grad meistern. Gräben stellen bis zu einer Breite von 2,5 Metern kein Problem dar, ebenso wenig wie Gewässer bis 1,50 Meter Tiefe und Hindernisse bis einem Meter Höhe. Genaue Angaben zum Antrieb macht Rheinmetall bisher nicht. Der Puma wird von einem MTU V10 mit 1090 PS angetrieben. Damit fährt er bis zu 70 km/h schnell, der Lynx soll in etwa genauso schnell sein. Größter Unterschied: Der Motor sitzt bei der Neuentwicklung vorne. Als Hauptbewaffnung dient beim Schützenpanzer der Lance-Turm mit einer stabilisierten fremdangetriebenen und luftsprengpunktfähigen Maschinenkanone, entweder mit Kaliber 30 mm oder 35 mm. Ziele mit einer Entfernung von bis zu 3000 Meter sollen damit bekämpft werden können. Da kein Schütze im exponierten Turm sitzt, ist die Mannschaft gut geschützt. Optional lässt sich der Lynx mit Panzerabwehrlenkflugkörper ausrüsten.

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Modalare Panzerung und neue Architektur

Der Lynx soll Steigungen von bis zu 60 Prozent und seitliche Schrägen von über 30 Grad meistern. 

©Rheinmetall Defence

Modular soll laut Rheinmetall auch die Panzerung mit einer neuen Fahrzeugarchitektur sein. Die schützt gegen Panzerabwehrwaffen, Mittelkalibermunition, Artilleriesplitter, IED und Bomblets – und zwar besser als bei älteren Panzern. Die Soldaten werden durch Spall-Liner geschützt, entkoppelte Sitze sowie Minen- und IED-Schutzpakete bieten weitere Sicherheit. Optional bietet Rheinmetall das aktive Hardkill-Schutzsystem Active Defense System (ADS) an, das anfliegende Bedrohungen zerstört. Dennoch würde der Treffer eines modernen Kampfpanzers die Panzerung durchschlagen. Für eine hohe Treffsicherheit sorgen das stabilisierte elektrooptische Sichtsystem (Stabilized Electro Optical Sight System/SEOSS) sowie eine stabilisierte digitale TV- und IR-Optik. Diese verfügen über integrierte Laserentfernungsmesser und Feuerleitrechner. Über Displays erhält die Besatzung außerdem eine 360-Grad-Rundumsicht. Tag und Nacht. Mit dem Situational-Awareness-System (SAS) inklusive automatisierter Zielerkennung und -verfolgung soll die Reaktionszeit sinken und gleichzeitig die Schlagkraft steigen. Laserwarnsensoren und das akustische Schützenlokalisierungssystem (ASLS) sind im Panzer ebenfalls integriert. Dadurch können Bedrohungen schnell mit Haupt- oder Zweitbewaffnung bekämpft werden.

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Besser als der Puma?

Angeblich ist der Puma der beste Schützenpanzer der Welt, aber auch der teuerste.

Nun aber zu einer wichtigen Frage: Warum baut Rheinmetall im Joint Venture Projekt System & Management GmbH (PSM; Rheinmetall Defence und Krauss-Maffei Wegmann) zuerst den Puma, den angeblich besten Schützenpanzer der Welt und schiebt dann den Lynx nach? Zum einen soll der Lynx weniger Kinderkrankheiten als der Puma haben. Durch robustere und zuverlässigere Technik ist er vor allem für den Export bestimmt. Durch die modulare Bauweise lassen sich verschiedene Modelle konzipieren. Angeblich hat die australische Armee Interesse an dem Schützenpanzer oder einem seiner Derivate. Denn das hochgeschützte und agile Kettenfahrzeug eignet sich für viele Operationsarten: vom Gefecht bis zur friedensstabilisierenden Mission. Zum anderen wären da die Kosten und die sind beim Lynx sicherlich niedriger als beim Puma, der geschätzt sieben Millionen Euro pro Stück kostet.

Rheinmetall Schützenpanzer Lynx

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Autoren: Fabian Hoberg,

Fotos: Rheinmetall Defence, AUTO BILD

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