Rinspeed UC? auf dem Genfer Autosalon 2010

Rinspeed UC? Rinspeed UC?

Rinspeed UC? auf dem Genfer Autosalon 2010

— 15.02.2010

Rinspeed bringt E-Auto nach Genf

Rinspeed will die Städter elektrifizieren. Das Elektro-Mobil UC? ist nicht nur klein, sondern Teil einer Philosophie. Der 2,60 Meter kurze Stromer ist eingebettet in ein Mobilitätskonzept.

Frank M. Rinderknecht nennt sich selbst gern Visionär. Und bisher blieben seine Rinspeed-Entwürfe von PS-Monstern auf Porsche-Basis oder tauchenden Autos wie dem sQuba meist auch Visionen. Doch jetzt überrascht der Schweizer zum Heimspiel auf dem Genfer Automobilsalon 2010 (4. bis 14. März) mit einem Elektro-Kleinwagen. Der UC? (steht für: Urban Commuter und bedeutet Pendlerfahrzeug) soll die Antwort auf den innerstädtischen Verkehrsinfarkt sein. Dazu nutzt Rinderknecht die technische Basis des Fiat 500, dampft den Italiener auf 2,60 Meter Länge ein und macht aus dem Serienauto eine knuffige Kugel mit Elektro-Antrieb, die fast ein bisschen aussieht wie aus den Playmobil-Designstudios.

Zur Sonderseite: Die Stars vom Genfer Autosalon 2010

Der kleine Pendler ist ultrakurz, selbst ein Smart fortwo ist zehn Zentimeter länger (2,70 Meter). Das Leichtbau‐Gefährt bringt 130 Newtonmeter Kraft auf die Straße, ist 120 Stundenkilometer schnell und hat eine Reichweite von 105 Kilometern. Das soll reichen für den stadtnahen Verkehr, wer weiter Reisen will, soll seinen Elektrozwerg auf eigens dafür umgerüstete Waggons der Schweizer Bahn fahren und dann stressfrei zwischen den Metropolen hin und her pendeln. Damit die Be- und Entladung nicht zu lange dauert, werden die UC? quer verladen, das geht flotter. Gebucht wird der Platz vorher online, denn das Elektromobil der Zukunft ist vernetzt. Nicht nur mit dem Internet, sondern auch mit der Umwelt. So kommuniziert der UC? nicht nur mit anderen Autos, auch der Fahrer kann während der Zugfahrt am Computer arbeiten.

Den zeigte Rinspeed in Genf 2009: Rinspeed iChange

Willkommen in der Zukunft: Lenkung per Joystick, ein Zentralinstrument soll reichen.

Die Lithium-Ionen-Batterien des Stromers (von Daimler und Evonik) sollen an speziellen Ladestationen aufgeladen werden, die Formel dabei heißt: zwei Stunden Ladezeit pro 50 Kilometer Reichweite. Gelenkt wird nicht mir einem Lenkrad, sondern via Joystick. Rinderknecht: "Vergessen Sie alles, was Sie bisher über Joysticks kennen. Endlich bekommen Sie ein besseres Lenkgefühl und eine deutliche Rückmeldung von der Straße." Überhaupt ist im UC? jede Menge High-Tech verbaut: Die ultraleichte Heckklappe aus Verbundfaser ist 30 Prozent leichter als Alu, die Pirelli-Leichtlauf-Pneus sind auf 6,2 Kilo leichten 32-Speichenrädern aufgezogen.

Test Rinspeed sQuba

Kleine Lackschäden sollen mit einem neuartigen "Stickerfix" genannten Klebelack zwischendurch behoben werden können. VDO‐Continental Automotive konzipierte für den UC? ein futuristisches Zentralinstrument, in dem ein mechanisches Uhrwerk der Schweizer Edelmanufaktur Carl F. Bucherer tickt. Der "Tankdeckel" aus Kristall stammt von Swarowski. Und auch bei Konstruktion und Vertrieb will Rinspeed mit den Partnern neue Wege gehen. Die Beratungsfirma A.T. Kearney Consultants erarbeitete eine modulare Produktionsstrategie, um den Kleinwagen möglichst kostengünstig und effizient produzieren zu können. Das Ziel dabei ist es, viele Einsatzgebiete und Ausstattungsvarianten abzudecken. Motto: in drei Tagen zum Elektroauto. Hört sich gut an. Bleibt abzuwarten, ob der UC? wirklich kommt, oder ob das Fragezeichen im Namen ein Zeichen dafür ist, dass sein zukunftsweisendes Konzept wieder in den Schubladen verschwindet. In Genf jedenfalls soll der Stromer auf einem Teppich um den Rinspeed-Stand kreisen.

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